Commerzbank: ETF-Sparte ab 2019 Teil von Société Générale

Die Commerzbank verkauft ihre ETF-Sparte an die Französische Geschäftsbank Société Générale. Durch die Transaktion sollen Prozesse vereinfacht und Kosten gesenkt werden. Zuvor müssen die Steuerbehörden dem Verkauf zustimmen.

Die Commerzbank hat angekündigt, die Sparte ETF, welche unter anderem den Handel mit Aktienfonds umfasst, an das Französische Bankhaus Société Générale zu veräußern. Der Verkauf soll die Kosten senken und darüber hinaus neue Freiräume für die anderen Sparten schaffen. „Wir vereinfachen unser Geschäft“, so Commerzbank-Chef Martin Zielke in einer Pressemitteilung.

Zwar fehlen dem Unternehmen durch den Verkauf die Erträge der Sparte, dafür wird neues Kapital freigesetzt, welches künftig in andere Bereiche investiert werden kann. Profitieren soll vor allem das Kerngeschäft, dass sich hauptsächlich auf Privat- und Firmenkunden konzentriert.

 

Kaufpreis noch geheim

Die Commerzbank möchte durch die Abstoßung der ETF-Sparte bis Ende 2020 mindestens 200 Millionen Euro einsparen. Der Kaufpreis wird indes noch von beiden Banken geheim gehalten. Verschiedene Medien berichten jedoch, dass Société Générale für die ETF-Spart einen dreistelligen Millionenbetrag bezahlen wird. Die Commerzbank wird nicht nur finanziell sondern auch strukturell profitieren.
Privatanleger kennen die ETF unter dem Markennamen Comstage. Ob der neue Besitzer der Sparte den Titel ändern wird, ist bislang noch nicht bekannt. Die Übertragung der Handelsbücher an Société Générale soll schrittweise erfolgen. Zunächst wird das Geschäft bis Ende 2018 wie bisher weiterlaufen. „Danach werden aller Voraussicht nach die EMC-Erträge im Laufe des Jahres 2019 auslaufen“, so die Commerzbank.

 

Commerzbank behält Eigenkapitalmarktgeschäft

Das Eigenkapitalmarktgeschäft bleibt weiterhin in der Hand von Commerzbank. Die Sparte, welche unter anderem das Aktien-Management von Unternehmen umfasst, wird wie das Geschäft mit Absicherungsprodukten für Rohstoffrisiken weiterin von dem Deutschen Finanzinstitut gesteuert. Mit den Mitteln, die durch die Veräußerung der Sparte ETF entstehen, soll zudem der Service verbessert und an die sich wandelnden Kundenwünsche angepasst werden.

Die Transaktion ist bislang nicht rechtskräftig. Damit der Verkauf erfolgen kann, müssen die zuständigen Steuerbehörden ihr Okay geben. Die Zustimmung der Behörden wird für das zweite Halbjahr 2018 erwartet. Dann sollen etwa 520 Mitarbeiter zu Société Générale wechseln; das Französische Bankhaus hat angekündigt, nach der Transaktion weitere Mitarbeiter anzustellen, damit der Wechsel lückenlos vonstatten geht.