Commerzbank fliegt raus - Wirecard steht bereit

Das Traditionshaus kämpft schon lange mit der veränderten Lage auf den Finanzmärkten und steckte dabei einige Niederlagen ein. Man verlor immer mehr an Wichtigkeit und auch die Kunden suchten nach anderen Anbietern, die sie besser vertraten. Die in Teilen verstaatlichte Bank mit ihrem Hauptsitz in Frankfurt büßte an Wert ein, weshalb es schon lange Spekulationen über ein Verlassen des wichtigsten deutschen Börsenbarometers gab. Hiervon profitiert das bayerische Unternehmen „Wirecard“, das aufsteigen darf, wenn sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse mit diesem Thema befasst. Die aktuellen Zahlen der Firma sprechen für diese Möglichkeit.
 

Wie kommt es zur Aufnahme?

Es gibt Kriterien, die man dafür erfüllen muss. Nur die 30 besten Konzerne sind hier vertreten. Der Börsenumsatz bzw. das Handelsvolumen sind dafür ausschlaggebend, aber auch der Börsenwert ist hierfür verantwortlich. Hier kommt es zu keinen Problemen für Wirecard, da das erst 1999 gegründete Unternehmen schon jetzt wertvoller als die Commerzbank ist. Auch die Deutsche Bank rangiert hinter dem aus Aschheim stammenden Betrieb, der Dienstleistungen für die Zahlungsabwicklung im Internet anbietet. Zusätzlich kommt es zur Unterstützung von weiteren elektronischen Zahlungsmöglichkeiten.
 


Die Zahlen von Wirecard überzeugen

Derzeit ist der Betrieb im TecDAX gelistet und dort einer der wichtigsten Werte. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 kam es zu einem starken Wachstum von fast 50% auf 56,2 Milliarden Euro. Durch die Abwicklungsgebühren hat sich die Kapitallage stark verbessert, weshalb das Interesse der Investoren natürlich immer mehr stieg. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres ist ebenfalls ein deutlicher Unterschied bemerkbar. Um mehr als 40 Prozent legten der Umsatz und der Überschuss zu. Daher haben sich die Bayern neue Ziele gesetzt. Bis 2020 ist ein Umsatz von drei Milliarden Euro anvisiert. Im letzten Jahr lag er bei der Hälfte des neuen Ziels. Durch diese Aussichten und Zielsetzungen sind die Fantasien der Anleger geweckt.



Die Reaktion der Commerzbank

Der Chef der Commerzbank Martin Zielke nahm diese Nachricht gelassen auf und zeigte keine Panikreaktionen. Er ist zwar der erste Hauptverantwortliche, in dessen Ära das Bankhaus nicht mehr in der obersten Aktien-Liga spielt, jedoch beunruhigt ihn das nicht. Er ist davon zwar nicht begeistert, jedoch betonte er auch, dass sich für die Privat- und Geschäftskunden nichts ändert. Zusätzlich sieht er keine Veränderung, wenn es um die Bedeutung seines Arbeitgebers für die deutsche Volkswirtschaft geht. Er hält diese Entwicklung für einen Ansporn für alle Mitarbeiter und die gesamte Bank, die durch eine Neuausrichtung wieder attraktiver für Interessierte werden soll. Doch die Aufnahme von Wirecard zeigt einen Trend, der schon lange anhält. Traditionelle Banken haben es auf dem Markt immer schwerer, weshalb sie neue Strategien brauchen, damit sie sich weiter behaupten können.