Darauf müssen sich Anleger nach den US-Kongresswahlen einstellen

Gestern war der Tag der Zwischenwahlen in den USA. Dabei ging es nicht nur um die Sitzverteilung im Senat und Repräsentantenhaus. Auch die Märkte der Vereinigten Staaten bekommen nach den Wahlen oft neuen Auftrieb. Welche Sektoren können jetzt einen Vorteil aus den Wahlen ziehen?

Schlussspurt vor den wichtigen Zwischenwahlen. Zwei Jahre nach der Präsidentschaftswahl von Donald Trump entschieden nun die US-Amerikaner über die Sitzverteilung im Senat und im Repräsentantenhaus. Wenige Tage zuvor versuchten die Demokraten und Republikaner alle Reserven zu mobilisieren. Donald Trump selbst reiste durch die USA und warb für seine Politik, auch wenn er nicht auf einem der Wahlzettel steht. Vor allem wird er nicht müde zu betonen, wie gut es der amerikanischen Wirtschaft geht. Ein Faktum, das kaum einer beanstanden könnte. Für seine Gegner ist dafür jedoch nicht der Präsident allein verantwortlich, vielmehr begann der Aufschwung schon vor seiner Amtsübernahme.

Auch sein Vorgänger Barack Obama legte sich für seine Demokraten ins Zeug. Der Ex-Präsident absolvierte für seine Partei zahlreiche Auftritte. Dabei ging es auch darum, die Unentschlossen davon zu überzeugen, bei den Midterms die Demokraten zu wählen. Die Hoffnung, sich die Mehrheit im Repräsentantenhaus holen zu können, wurde erfüllt.


Auch für Anleger wichtig

Dabei sind die Wahlen nicht nur für Anhänger einer der beiden Parteien von Relevanz. Auch für Anleger könnte sich die Situation nach dem Urnengang ändern. Zwar sei nicht gesagt, dass es zu großen Verwerfungen an den US-Märkten kommen wird. Jedoch zeigt sich schon seit 1946, dass der breit gefasste Aktienindex S&P 500 nach den Midterms immer gestiegen ist. Das geht aus einer Studie der Beratungsfirma Strategas hervor. Wenn nach den Wahlen wieder Klarheit in der Politik herrscht, kommen die Investoren zurück. Gewinner und Verlierer treten auf den Märkten deutlicher hervor als vor den Wahlen.

Doch was bedeutet das für die Anleger nach den Zwischenwahlen 2018?


Demokraten stellen die Mehrheit im Repräsentantenhaus

Die Demokraten konnten eine Mehrheit im Repräsentantenhaus erzielen und können zukünftig den Großteil der Sitze besetzen. Für diesen Fall merkt der Chefökonom beim Vermögensverwalter PGIM, Nathan Sheets, an, dass ein geteilter Kongress oft einen Stillstand nach sich ziehen würde. In der Politik sorgt das meist für Verdruss, auf die Märkte könnte es sich jedoch positiv auswirken. Die Demokraten sind nun in der Lage, Untersuchungen anzustellen. Republikaner und Demokraten können in den Kammern, in denen sie die mehrheitlich sitzen, ihre eigenen Programme verabschieden. Aber zu mehr sind die beiden Parteien allein nicht fähig, da die Mehrheiten in den anderen Kammern fehlt. Die Anleger können sich darauf gefasst machen, dass es auf den Märkten wenig Veränderungen geben wird.

Für Joseph Song, dem Ökonom der Bank of America, sei ein geteilter Kongress mit einem republikanischen Präsidenten das Beste, was den Märkten passieren könnte. In diesem Fall läge die jährliche Rendite des S&P 500 durchschnittlich bei zwölf Prozent. Doch bei einem Thema könnten sich Demokraten und Republikaner einig sein: die hohen Preise der Medikamente. Beide, Donald Trump und die Verliererin des letzten Wahlkampfes, Hillary Clinton, sprachen sich für niedrigere Preise beim Medikamentenkauf aus. In den Vereinigten Staaten kosten Medikamente zumeist mehr als in Europa. Eine Reform, forciert von beiden Parteien, könnte Medikamente erschwinglicher machen.

 

Handelsstreit mit China wird weitergehen

Ein Ende des drohenden Handelskrieges mit China scheint das Wahlergebnis trotzdem nicht mit sich zu bringen. In dieser Sachlage hatte Trump bisher immer mit Präsidentenverfügungen gehandelt. Die Zustimmung der Kammern wird dafür nicht benötigt.