Darf ich Fotos von meinem Arbeitsplatz im Internet posten?

Insbesondere in sozialen Netzwerken lassen sich Fotos finden, auf denen der Arbeitsplatz der jeweiligen Person gesehen werden kann.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das Veröffentlichen solcher Fotos auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder Snapchat überhaupt erlaubt ist. Zudem müssen auch ohne klare Regulierungen des Arbeitgebers auch einige gesetzliche Auflagen berücksichtigt werden. 

 

Fotos vom Arbeitsplatz dürfen durch den Arbeitgeber verboten werden 

Oftmals teilen Berufstätige Bilder des eigenen Arbeitsplatzes auf den sozialen Netzwerken. Dies mag vor allem die Follower und Freunde freuen, doch für den Arbeitgeber ist dies oftmals ein Ärgernis oder in manchen Fällen sogar ein Problem. Laut Jürgen Markowski, einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, darf der Arbeitgeber das Fotografieren auf der Arbeit sogar verbieten. Dieses Recht geht mit dem Hausrecht einher, sodass der Arbeitergeber bestimmen kann, welche Informationen das Unternehmen verlassen und welche nicht. Diese Regulierung bedeutet jedoch, dass das Unternehmen aktiv darauf hinweisen muss, dass die Fotos des Büros nicht im Internet veröffentlicht werden dürfen. Macht das Unternehmen dies nicht, so hat der Angestellte das Recht entsprechende Fotos zu veröffentlichen. 

 

Einschränkungen beim Fotografieren 

Sollte eine solche Regelung nicht vom Chef kommuniziert werden, so können die Angestellten Bilder machen und veröffentlichen. Doch hierbei sollten einige grundlegenden Einschränkungen beachtet werden. Grundsätzlich dürfen keine Fotos mit Kundendaten veröffentlicht werden. Das bedeutet, dass keine Stammdaten des Kunden wie Anschrift, Name oder andere datenschutzrelevante Informationen auf dem Foto erkennbar sein dürfen. Zudem dürfen keine Daten ersichtlich sein, die einen Mehrwert für die Konkurrenz bieten. Das bedeutet, dass keine Konstruktionszeichnungen, oder Pläne für die Entwicklung einer Maschine fotografiert werden dürfen. Zudem darf ein veröffentlichtes Bild keine negativen Kommentare zum Arbeitgeber beinhalten. Diese Regelung betrifft auch metaphorische Redewendungen, die ein negatives Bild kommunizieren können. 

Zu guter Letzt dürfen die entsprechenden Bilder auch keine Kollegen oder Kunden beinhalten. Denn diese fremden Personen haben anschließend ein Recht auf das eigene Bild. Das bedeutet, dass ein Hochladen des Bildes nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch die fotografierte Person stattfinden kann. Fotografen die sich nicht an diese Regelung halten, können sich angreifbar machen. Im Endeffekt können die Geschädigten sogar Schadenersatz verlangen, sodass das einfache Foto sehr teuer werden kann. Des Weiteren kann diese Klage auch arbeitsrechtliche Auswirkungen haben. Das Unternehmen kann grundsätzlich eine Abmahnung aussprechen oder sogar eine Kündigung veranlassen. Wer keine Fotos am Arbeitsplatz macht und diese veröffentlicht, der geht auch keine Gefahr ein. Sollten dennoch Fotos gemacht werden, so empfiehlt sich eine Einhaltung der genannten Empfehlungen.