Das Erfolgsmodell von Dropbox

Dropbox ist die Alternative zu physischer Hardware und ersetzt mittlerweile oftmals den klassischen und praktischen USB-Stick. Nun soll das junge und beliebte Unternehmen an die Börse gehen.

Dropbox ist die Alternative zu physischer Hardware und ersetzt mittlerweile oftmals den klassischen und praktischen USB-Stick. Nun soll das junge und beliebte Unternehmen an die Börse gehen.

Dropbox im Kampf gegen die IT-Giganten

Drew Housten ist der Gründer von Dropbox und konnte aus dem kleinen Unternehmen einen der wichtigsten und beliebtesten Speicherplatzanbieter machen. Dabei versuchte Apple bereits zwei Jahre nach dem Marktstart die Übernahme des Cloud-Anbieters. Steve Jobs lud zum damaligen Zeitpunkt Drew Housten in die Unternehmenszentrale in Cupertino ein. Das Angebot umfasste einen neunstelligen Millionenbetrag, der abgelehnt wurde und zur Entwicklung von iCloud beitrug. Dieser Umstand hatte jedoch keine negativen Auswirkungen auf Dropbox, sodass das Unternehmen heutzutage erfolgreicher denn je ist.

Am 23. März wagte das ehemalige Startup den Sprung auf das globale Börsenpaket. Laut den neusten Bewertungen liegt der Wert von Dropbox bei rund 10 Milliarden Dollar. Diese hohe Bewertung macht Dropbox selbst im innovativen Silicon Valley zu etwas besonderen, denn das Unternehmen basiert auf einer einfachen Idee, die zu einer Multimilliarden-Idee ausgebaut wurde. Durch den Börsengang soll nun zusätzlich Eigenkapital in Höhe von 500 Millionen Dollar in die Kasse gespült werden.

Die Funktion des Nutzers

Laut Matthew Kennedy, einem Anlysten von Renaissance Capital, basiert der aktuelle Erfolg von Dropbox auf einer Mund-zu-Mund-Propaganda. Im Prinzip teilen Nutzer die gespeicherten Daten mit Freunden oder Arbeitskollegen. Diese müssen, um auf die Daten zugreifen zu können, einen eigenen Account besitzen. Laut Drew Housten sind die eigenen Kunden daher die besten Verkäufer des Unternehmens.

Für die Analysten ist jedoch insbesondere das Geschäftsmodell von Dropbox entscheidend, denn Dropbox erkannte zu einem frühen Zeitpunkt, dass eine Kombination aus einem Onlinespeicherplatz mit einer einfachen Benutzeroberfläche eine Multimilliarden-Dollar-Nische darstellt. Zudem kann sich das Unternehmen auch gegen die ständig wachsende Anzahl von Konkurrenten behaupten. Laut den Gründern benötigt der Markt auch ständig neue Namen, die neue Ideen etablieren, da ansonsten keine Innovation entsteht.

Skepsis der Analysten

Vor allem Investoren an den Börsen zweifeln aktuell an der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, da eine immer stärkere Konkurrenz auf den Markt strömt. Einige Branchenblätter gehen sogar von einer möglichen Insolvenz aus und titulieren Dropbox als das erste insolvente Decacorn. Von einem Decacorn ist die Rede, wenn ein Startup eine Bewertung von über 10 Milliarden Dollar erreicht hat. Zudem nehmen einige Skeptiker an, dass Dropbox womöglich von einem der großen IT-Konzerne aufgekauft werden könnte, bevor der finale Börsengang ansteht.

Namhafte Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Google seien zudem bereit, den Konkurrenten aufzukaufen und können dabei auf die großen Kapitalreserven zurückgreifen. Das Marktumfeld sei laut Analystenaussagen somit als einschüchternd zu bewerten. Des Weiteren sollte berücksichtigt werden, dass die Konkurrenz ebenfalls über interessante Angebote verfügt und zudem mehr kostenlosen Speicher anbietet. Google bietet bereits jetzt 1,2 Milliarden Nutzern des eigenen E-Mail-Diensts einen umfangreichen kostenlosen Cloud-Speicherplatz an.

Experten erwarten, dass die nächsten Jahre wettbewerbsintensiver werden und sich somit ein negativer Effekt bei der Marge des Cloudspeicheranbieters einstellt. Zudem zeichnet sich der Markt durch geringe Einstiegsbarrieren und sinkenden Speicherplatzkosten aus. Unternehmen wie Apple oder Google können auf ein etabliertes Ökosystem zurückgreifen, welches die Integration erleichtert und die Bedienung komfortabler gestaltet.

Penible Vorbereitung auf den Börsengang

Um die Zahlen für die erste Zeichnung der Aktien zu verbessern, wurden in den vergangen zwei Jahren harte Sparprogramme gefahren. So fielen beispielsweise Zusatzleistungen für Mitarbeiter in Höhe von 38 Millionen Dollar weg und Ausgaben für Firmenevents wurden reduziert. Positiv stimmt jedoch die Entwicklung des Cash Flows, denn das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr erstmalig eine positive Kennziffer aufweisen. Dennoch schrieb das Unternehmen einen Verlust von 112 Millionen Dollar.

Somit basiert die Intention des Börsengangs nicht auf den aktuellen Fundamentaldaten, sondern auf einer Vision. Dropbox möchte Menschen synchronisieren und nicht nur die Daten der Menschen. Der Dienst soll zu einer Schaltzentrale der modernen Arbeitswelt werden. Neben der Bearbeitung der Dokumente soll zudem die direkte Kommunikation ermöglicht werden. In naher Zukunft wird das Unternehmen zudem auf künstliche Intelligenz setzen und somit das Zeitmanagement der Nutzer maßgeblich verändern. Der Dienst wird Freiräume in den Kalendern schaffen und somit ein ungestörtes Arbeiten ermöglichen und die perfekten „To-Do-Listen“ generieren können.