Startups, die todsicher Geschäfte machen

Es gibt Geschäftsmodelle, die immer funktionieren und kaum zyklischen Einflüssen ausgesetzt sind. Eines dieser ständig laufenden Geschäfte ist der Tod, besser gesagt die Totenbeisetzung. Doch auch dieses Geschäft ist nicht sicher vor der Digitalisierung, sodass mittlerweile mehrere Startups die Geschäftsmodelle etablieren möchten.

 

Mymoria – Online Planung von Beerdigungen


Eines dieser Startups ist Mymoria. Die Idee hinter der Website ist, die Planung und die Buchung der Beerdigung ins Internet zu verlegen. Dabei bietet das Startup verschiedene Dienste wie Überführungen der Leiche, Trauerfeiern oder Live-Übertragungen der Beerdigung an. Um eine hohe Flächendeckung zu erzielen, arbeitet das Unternehmen dabei mit 250 Bestattern innerhalb Deutschlands zusammen. Die Firmengründung erfolgte erst im Jahr 2015, doch mittlerweile fokussiert sich das Unternehmen auf Wachstum, sodass mehrere Millionen Euro in Finanzierungsrunden gesammelt werden konnten.

Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt auch Funeria. Das Unternehmen vertreibt auf der Homepage Särge, Blumen, Räumlichkeiten und sogar Trauerredner. Alle Dienstleistungen werden zu einer fixen Pauschale angeboten, während Särge und Urnen nach der Buchung der Dienstleistung zum Einkaufspreis weitergegeben werden.

 

Nachlassverwaltung per Software


Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Columba, denn das Unternehmen fokussiert sich auf die Verwaltung des digitalen Nachlasses. Das Werkzeug hierfür ist die 2013 entwickelte Software. Doch auch vor dem analogen Nachlass macht das Unternehmen keinen Halt und stellte 2016 eine Software vor, die diesen regeln kann. So haben die Hinterbliebenen die Chance, Themen wie die Mietkündigung oder Konto-Auszahlungen durch die neue Software zu regulieren.

Ein direkter Konkurrent ist Leonhard Bichler, der Gründer und Geschäftsführer von TomomorrowBits ist und eine App für die digitale Nachlassverwaltung entwickelt hat. Die App ist unter dem Namen „LifeCompanion“ bekannt Kunden können mithilfe dieser App Testamente anlegen und die entsprechenden Passwörter hinterlegen. Die Angehörigen bekommen diese Daten dann im Todesfall zugeschickt. Durch diesen Ansatz haben die Hinterbliebenen auch später noch Zugriff auf die Konten, E-Mail-Accounts und sozialen Netzwerke des Verstorbenen und können diese schließen oder pflegen. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden, wobei die Inanspruchnahme der Dienstleistung mit Kosten verbunden ist.

 

Vergleichsportal für Bestattungen


Vergleichsportale erleben zum aktuellen Zeitpunkt einen wahren Aufschwung. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Startup ein Vergleichsportal für Bestattungen entwickelt hat. Dieses ist unter dem Namen Bestattungsvergleich.de bekannt und ermöglicht es den Hinterbliebenen verschiedene Bestatter zu vergleichen und zu beauftragen. Im Gegenzug erhält das Startup eine Provision, welche es für die Vermittlung der Bestattung erhält.

Als Konkurrenz hat sich zudem Bestattungen.de etabliert. Das Unternehmen arbeitet ebenfalls an einem Vergleichsportal, welches einen Überblick über verfügbare Bestattungen schaffen soll. Die Nutzerführung erfolgt mittels Menü, in dem verschiedene Fragen zur Bestattung beantwortet werden müssen. Abschließend stellt die Seite die passende Beerdigung vor und lässt dem Nutzer per Mail ein unverbindliches Angebot zukommen.

 

Das Geschäft mit den Grabsteinen


Einen komplett anderen Ansatz verfolgt das Startup E-memoria. Das Unternehmen setzt auf QR-Codes, die anschließend auf Grabsteine gelasert werden. Somit können Besucher die Profilseite des Verstorbenen aufrufen und mit Fotos, Lebensdaten und Anekdoten anreichern. Zudem haben Angehörige somit immer eine Möglichkeit Erinnerungen zum Verstorbenen aufzurufen. Die Finanzierung erfolgt über eine jährliche Nutzungsgebühr, die die Hinterbliebenen für die Profilseiten bezahlen.