Das größte Klimapaket der Geschichte: 369 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien
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2022-08-10

Das größte Klimapaket der Geschichte: 369 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien

Mit diesem Gesetz könnte US-Präsident Joe Biden Geschichte schreiben: Milliardenschwere Subventionen sollen den erneuerbaren Energien einen Wachstumsschub geben. Die Fondsmanager von TAMAC halten das geplante Klimapaket für eine einmalige Gelegenheit, jetzt in erneuerbare Energien einzusteigen.

Mit dem „Inflation Reduction Bill“ will die US-Regierung die Inflation und die Kosten des Gesundheitssystems in den Griff bekommen. In erster Linie beinhaltet der Gesetzentwurf jedoch ein massives Subventionsprogramm für erneuerbare Energien: 369 Milliarden US-Dollar sollen über die nächsten zehn Jahre verteilt in energetische Klimaschutzmaßnahmen und die Energiesicherheit der Vereinigten Staaten fließen.

Kurz nach der Veröffentlichung des Gesetzentwurfs legten US-amerikanische und europäische Energieaktien signifikant zu: Solarenergie- und Infrastrukturaktien endeten die Woche im Plus und Wasserstoffaktien wie beispielsweise PowerCell Sweden oder Nel verzeichneten zum Teil zweistellige Kurszuwächse. Auch Aktien aus den Sektoren Windkraft und elektrische Fahrzeuge profitierten.


Größte klimapolitische Initiative des Jahrzehnts

Rowan Francis, Head of Asset Management beim Fondsmanager TAMAC, ordnet die historische Bedeutung des Gesetzentwurfs ein: „Dieses Gesetz könnte die größte klimapolitische Initiative dieses Jahrzehnts einleiten und den erneuerbaren Energien den entscheidenden Wachstumsimpuls geben“, sagt Francis.

Auch für Anleger steckt in den Subventionen eine Chance: Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, würde sich der Wachstumszyklus des erneuerbaren Sektors deutlich schneller entwickeln als die bisherigen Prognosen erwarten, so Francis

In seiner aktuellen Fassung enthält der Gesetzentwurf eine Fülle an Subventionen, beispielsweise 60 Milliarden Dollar für die Produktion erneuerbarer Energien in den USA, über 70 Milliarden an Subventionen und Förderkrediten für die Dekarbonisierung, 60 Milliarden an Energiesubventionen für strukturschwache Regionen, knapp 30 Milliarden Dollar für nachhaltige Landwirtschaft sowie Steuervergünstigungen und Preisnachlässe für Haushalte, die auf erneuerbare Energien umstellen.



Gelegenheit für frühe Wachstumsrenditen

Die Finanzspritzen der US-Regierung stellten laut Francis vor allem für Unternehmen in der Frühphase eine signifikante Unterstützung dar: „Noch gibt es keine flächendeckende Infrastruktur für die meisten erneuerbaren Energien und viele Technologien befinden sich noch in der Testphase“, so Francis. „Dadurch ergibt sich für Anleger die Chance, jetzt noch von frühen Wachstumsrenditen zu profitieren. Schon im nächsten Jahrzehnt werden erneuerbare Energien den Großteil der Energieversorgung stellen. Die Risikoprämien werden dann deutlich niedriger ausfallen als heute.“

Francis nennt als Beispiel elektrische Fahrzeuge: Heute gäbe es noch keine flächendeckende Ladeinfrastruktur, weshalb Infrastrukturunternehmen wie ChargePoint ihre Technologien schnell skalieren könnten und von hohen Kapitalrenditen profitieren würden. In fünf bis zehn Jahren wären diese Renditechancen bereits verstrichen.


Stabile Finanzierungsbasis und garantierte Nachfrage

Francis hält Investments in erneuerbare Energien auch für einen Hedge gegen eine potentielle US-Rezession. „Aufgrund der aktuellen Risikoaversion vieler Investoren erhalten vor allem Jungfirmen in vielen Branchen nur noch schwer Finanzmittel“, so Francis. „Im Gegensatz dazu haben GreenTech-Unternehmen aufgrund der Subventionen eine vergleichsweise solide Finanzierungsbasis. Wir gehen davon aus, dass die meisten dieser Unternehmen auch in einer Rezession weiterwachsen würden, da einerseits die Finanzierung gesichert ist und andererseits die Nachfrage durch staatliche Regulierungen forciert wird.“

Vor allem aber würde der Sektor überproportional von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren. „Wenn die Wirtschaft wieder wächst, wird die Nachfrage nach Energie steigen“, sagt Francis. „In Zukunft werden jedoch weniger fossile Energien nachgefragt werden, sondern vor allem erneuerbare. Das liegt einerseits an den regulatorischen Vorgaben – alle führenden Volkswirtschaften wollen in den nächsten Jahrzehnten CO2-neutral werden – aber auch am Preis. Erneuerbare Energien sind in der Produktion bereits heute deutlich günstiger als fossile Varianten. Mit zunehmenden Skaleneffekten wird sich der Margenunterschied noch deutlich ausweiten.“


Wachstumschampions in der Frühphase

Der TAMAC Green Champions Fund konnte seit Anfang Juli knapp 25 Prozent Rendite erwirtschaften. Damit hat der Fonds deutlich besser performt als der Sektordurchschnitt weltweiter GreenTech Fonds (+14 Prozent). Fondsmanager Thomas Hill, CFA, führt die Outperformance in erster Linie auf den Growth-Fokus des Fonds zurück.

„Wir konzentrieren uns auf Unternehmen mit führenden Technologien und schnell skalierbaren Geschäftsmodellen“, sagt Hill. „Dabei investieren wir breit in grüne Technologien und legen unter anderem einen Schwerpunkt auf energetische Sektoren wie Wasserstoff, Solar und elektrische Fahrzeuge. Das geplante Klimapaket käme vor allem diesen Sektoren zugute.“

Unter den Portfoliounternehmen des TAMAC Green Champions Fund befindet sich beispielsweise Plug Power, ein US-amerikanischer Hersteller von Brennstoffzellen für Anwendungen in der Elektromobilität. Erst letzte Woche konnte das Unternehmen einen Großauftrag für eine der größten Elektrolyseanlagen für grünen Wasserstoff in Nordamerika gewinnen. Im Solarbereich war Enphase Energy einer der High-Performer: Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen über 60 Prozent gewonnen. Bei Wasserstoff-Aktien hält Hill das britische Unternehmen Ceres Power für gut positioniert. Das Unternehmen ist unter anderem in Zusammenarbeit mit Bosch am Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in China beteiligt.

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