Das ist die Antwort der Sparkassen auf Google Pay

Mobile Paying – Google Pay macht’s vor, Sparkassen und Banken ziehen nach

In der letzten Juniwoche hat die Google Limited Liability Company aus der US-amerikanischen Stadt Mountain View im Bundesstaat Kalifornien hier in Deutschland Ernst gemacht. Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone plus einer dafür eigenen Bezahl-App ist mit Google Pay ab sofort möglich. Google-Partner sind in Deutschland die vier Kreditinstitute Commerzbank, Comdirekt, Bank N26 sowie die Wirecard AG. Sie werden als sogenannte Smartphone-Banken bezeichnet, weil der Kontoinhaber ohne Smartphone keinen Zahlungsverkehr abwickeln kann. Oder anders formuliert Girokonto und Smartphone sind ein Junktim. Eins geht nicht ohne das andere, sondern nur beides gemeinsam oder nichts. Für Millionen deutsche Sparkassen- und Bankkunden stellt sich jetzt die Frage, was ihnen ihr kontoführendes Kreditinstitut anbietet.

 

Ausgesprochen gute Aussichten für alle Sparkassen- und Privatbankkunden

• Einen Monat später, also Ende Juli betreten die deutschen Sparkassen das Neuland mobiles Bezahlen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, kurz DSGV e.V. mit Sitz in Berlin ließ wissen, dass zum Monatswechsel Juli/August eine eigene Sparkassen-Bezahl-App verfügbar sein wird. Nutzbar sei sie sowohl für die Girokarte als auch für die Kreditkarte.

• Einen Monat später folgen zunächst einige, anschließend sukzessive weitere bis hin zu alle Volksbanken und Raiffeisenbanken. Wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. mit deutschem Sitz in Berlin bekanntgab, wird die bereits bestehende und gutfunktionierende VR-Banking-App um das neue mobile Bezahlen erweitert. Auch hier gilt der Einsatz für Giro- und für Kreditkarte.

• Zu den bundesweiten Vorreitern gehört die Fidor Bank AG aus München, zusammen mit den beiden ersten VR-Banken Volksbank Mittelhessen und Hessen-Land.

• Seit Mitte vergangenen Jahres bietet die Deutsche Bank AG mit Android-Smartphone + MasterCard eine gleichartige Lösung an, allerdings nur für drei bis vier Prozent der Kontoinhaber.

Voraussetzung zum Benutzen der neuen Google Pay-App für das mobile Bezahlen ist die Verknüpfung der App mit einer Kreditkarte der Herausgeber MasterCard oder VISA. Im Gegensatz zu deutschen Sparkassen und Banken ist ein Verknüpfen mit der Girokarte nicht möglich.


Google Pay auch für Onlineshopping sowie an der Einzelhandelskasse möglich 

Der Unterschied zwischen Google Pay und den deutschen Kreditinstituten mit eigener App wird schnell deutlich. Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Bundesbank nutzt jeder dritte Bundesbürger eine Kreditkarte; jeder Verbraucher hingegen hat ein Girokonto mit der dazugehörigen Girokarte. Im stationären Einzelhandel werden keine zehn Prozent der Zahlvorgänge mit der Kreditkarte abgewickelt; im Onlinehandel ist die Situation deutlich anders, sprich optimistischer aus Sicht von Google Pay.

Die Antwort der deutschen Sparkassen und Banken auf Google Pay fällt recht deutlich aus. Die deutschen Kreditinstitute können ihr vorhandenes Netzwerk in vollem Umfang nutzen, wie das Beispiel der Volks- und Raiffeisenbanken zeigt. Hier wird ganz einfach um- und nachgerüstet. Google Pay hingegen muss in weiten Bereichen regelrechte Pionierarbeit leisten. Das kostet Zeit, Geld und Manpower. Die Beliebtheit von Android-Smartphonen ist zwar ein deutliches Plus für Google Pay. Doch das ist nur ein Schritt hin zum mobilen Bezahlen. Denn erst mal muss der deutsche Verbraucher ganz allgemein für das bargeld- kontaktlose Bezahlen begeistert werden. Auch zum Ende des Jahrzehnts hin führt für rund Dreiviertel der Bundesbürger kein Weg am Bargeld und am Barzahlen vorbei.