Datenskandal kommt Facebook teuer zu stehen

Nach dem Skandal um die Datensammelaffäre kündigen immer mehr Werbekunden ihre Partnerschaft mit Facebook. Seitdem befanden sich die Facebook-Papiere im Fall.

Nach dem Skandal um die Datensammelaffäre kündigen immer mehr Werbekunden ihre Partnerschaft mit Facebook. Seitdem befanden sich die Facebook-Papiere im Fall. Dabei ist dieser Skandal kein Einzelfall und nicht das erste Mal, dass dem Social Media-Riesen die Datensammelwut zu Schaden kommt.

Kein Einzelfall


Die Daten von 50 Millionen Nutzern sollen es gewesen sein, welche die Analysefirma Cambridge Analytica ergattern konnte. Facebook stellte sich mitunter als Opfer dar und gab vor, getäuscht worden zu sein. Erst später gab sich Mark Zuckerberg reumütig, gestand in Interviews Fehler ein und gelobte, sich sogar vor dem Kongress verantworten zu wollen. Zu mehr als diesen Beteuerungen ist es bislang nicht gekommen. Dabei war es nicht der erste Skandal, der jedem längst hätte klar machen sollen, dass Facebooks Geschäftsmodell das Sammeln von Daten ist: Schon im Mai 2017 verklagte Frankreich den Internetriesen aufgrund seines Umgangs mit Nutzerdaten auf 150.000 Euro.

Von den Werbekunden wurde schon zuvor bemängelt, wie Facebook mit seinen Nutzerdaten umgeht. Nicht nur das: Sogenannte Fake News auf der Plattform führten öfters zu Unmut unter den Werbung schaltenden Geschäftspartnern. Auch andere extremistische Inhalte gingen bisweilen an Facebook vorbei und konnten frei verbreitet werden. So gab es letztes Jahr gezielt Werbung für Nutzer mit dem Profil „Judenhasser“. Damals noch tat das soziale Medium verblüfft. Jetzt könnte es aber wirklich teuer werden.

Unternehmen kündigen Werbung


Bei der Kritik bleibt es diesmal nicht. Mehrere Unternehmen wie die Commerzbank und der Entwickler des Internetbrowsers Mozilla haben bereits ihre Werbung eingestellt, jedoch nur vorerst. Werbeagenturen haben angekündigt, dass Unternehmen die Plattform stärker unter Druck setzen wollen, damit Facebook die Daten seiner Nutzer besser schützt und bei der Datenerhebung transparenter wird. Unilever, einer der größten Hersteller von diversen Verbrauchsgütern, drohte bereits vor dem Skandal damit, keine Werbung mehr zu schalten. Grund dafür ist die mangelnde Transparenz. Fast 2 Milliarden Euro gibt das niederländische Unternehmen für Werbung im Internet aus. Würde es Facebook dafür nicht mehr Nutzen, entstünde ein großer Schaden.

Aktie im Sinken, aber nicht für lange Zeit


Die Ankündigungen und das Abspringen von Werbekunden machte sich auch bei der Aktie von Facebook bemerkbar: Am 26.03. fiel der Kurs um rund 6,5 Prozent, den tiefsten Stand seit dem Sommer des vergangenen Tages. Anleger mussten einen Verlust von bis zu 36 Dollar je Anteil hinnehmen. Kurs vor Handelsschluss jedoch konnte die Aktie wieder leicht zulegen. Sicher ist, dass Facebook noch weiterhin im US-Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen wird. Die Wahlen zu den Midterms stehen im Herbst an. Und ein Rückgang der Nutzerzahlen beim Netzwerk lassen sich noch nicht feststellen.

Kommt nun die Regulierung?


Der Justizausschuss des US-Senats hat Zuckerberg und die Chefs des Google-Mutterkonzerns Alphabet sowie von Twitter zum 10. April zur Anhörung zitiert. Aus Politik und IT werden Stimmen laut, die zu mehr Regulierung der sozialen Medien drängen. Und damit das Geschäftsmodell von Facebook gefährden.