Daten und Fakten: Fintech Monzo präsentiert spannende Einblicke

Auch wenn sich die Gründer von N26 und Monzo freundlich auf den Konferenzbühnen unterhalten, so konkurrieren sie mit ihren Start-ups um Großbritannien, Europas wohl wichtigsten Fintech-Markt. N26 will nämlich demnächst auf der Insel - der Heimat von Monzo - durchstarten. Doch wie gefährlich kann N26 für Monzo werden?

In den letzten vier Jahren entwickelte sich Monzo zum Hoffnungsträger der Challenger-Banken. Monzo besitzt einerseits eine Banklizenz und darf sich andererseits darüber freuen, dass man nun über eine Million Kunden gewinnen konnte. Hinter Monzo befinden sich Tom Blomfield und Jonas Templestein, die sich auch dafür einsetzen, dass alle Zahlen wie Details öffentlich präsentiert werden.

Die wohl wichtigste Kennzahl im Bereich des Online-Geschäfts? Die Zahl der aktiven Nutzer. „Wir wollen gar nicht, dass die Leute stundenlang die App benutzen“, so Templestein, „der Kunde will nämlich nicht permanent mit der Bank in Verbindung stehen.“ Die Kunden sind immer dann zufrieden, wenn die Finanzen unter Kontrolle sind. Genau deshalb werden als aktive Nutzer nur jene Kunden gezählt, die eine Transaktion getätigt haben. Das sind - pro Monat - 82 Prozent. Pro Woche sind es um die 60 Prozent und täglich rund 35 Prozent.

 

Raus aus der Verlust- und rein in die Gewinnzone

Vor allem zu Beginn verbrennen die Fintechs oft viel Geld. Im letzten Jahr hat jeder Kontonutzer noch um die 65 Pfund (rund 74 Euro) gekostet - der Verlust lag bei 37 Millionen Euro. Der Umsatz betrug 2 Millionen Euro. Nun will man den Umsatz in diesem Jahr verzehnfachen. Dies etwa, weil man einerseits an den Sparangeboten verdiene, andererseits auch an den Dispo-Zinsen. Das Startup hat, folgt man den eigenen Angaben, rund 285 Millionen Euro als Einlagen - das sind, pro Kunde, um die 285 Euro. Ein - verglichen mit anderen Banken - recht niedriger Wert. Das liegt daran, weil gerade einmal ein Fünftel das Konto von Monzo als sogenanntes Hauptkonto nutzt.

 

Monzo wächst

Aktuell befindet sich Monzo im Wachstum - folgt man den Angaben des Startups, so liegt das wöchentliche Wachstum zwischen 2 Prozent und 5 Prozent. Vorwiegend würde man sich um Kunden der traditionellen britischen Banken kümmern. 50 Prozent der aktuell 400 bei Monzo beschäftigten Mitarbeiter sind im Customer Operations-Bereich tätig. „Hier müssen wir investieren, da wir ansonsten nicht das Vertrauen der Leute geschenkt bekommen“, so Templestein. Hier greift man auf das System „Bizops Hub“ zurück. Über das eigene System werden alle Kundenbelange organisiert. Für jeden eigenen Aufgabenbereich stehen eigene Tasks zur Verfügung - so etwa einen In-App Chat, Betrugserkennung oder auch Telefonanfragen. So kann am Ende nachvollzogen werden, welche Kundenanfragen die meiste Zeit in Anspruch nehmen.


Die Konkurrenz

Die größte Gefahr für Monzo? Revolut. „Beim Gründer handelt es sich um einen typischer Oliver Samwer-Typ“, so Templestein. „Hier wird eine aggressive Wachstumsstrategie verfolgt, die am Ende das Ziel verfolgt, so viele Investorengelder wie möglich zu sammeln.“ Aber auch die klassischen Tech-Unternehmen, so etwa Apple oder Amazon, könnten - davon ist Templestein überzeugt - irgendwann einmal eine Konkurrenz im Banking-Bereich werden.

 

Marktanteil soll bei 70 Prozent liegen

Die Pläne, die für den Heimatmarkt verfolgt werden, sind groß. „Unser Ziel ist es, dass wir auf der Insel einen Marktanteil von rund 70 Prozent erreichen“, so der Monzo-Gründer. Warum gerade 70 Prozent? „Erst dann kann es zu weiteren Netzwerkeffekten kommen, da es viele Händler wie auch Kunden gibt, die dann dasselbe System verwenden.“ Das beste Beispiel? Alipay in China. Bezugnehmend zur Expansion auf das europäische Festland bleibt man aber noch zurückhaltend.


Beim Marketing wird gespart

Bislang wurde für das Marketing noch kein Geld ausgegeben. Viele Marketing-Stunts seien, so Monzo-Gründer Templestein, „purer Zufall“ gewesen. So etwa, wenn es um das „Golden Ticket“ geht. Ein Empfehlungslink, der dem Nutzer in der App angezeigt wird und weitergeleitet werden kann. Auch wenn die Weiterleitung kein Geld bringt, so nutzen dennoch viele User das System. „Ein Feature, das unglaublich gut funktioniert“, so Templestein. Aktionen, die länger geplant wurden, kamen hingegen kaum an. So scheiterte man etwa mit dem Versuch der Warteliste, um das Produkt interessanter zu machen.