Dax-Geburtstag ist Grund zum Feiern

Theodor Weimer, der Chef der Deutschen Börse, und sämtliche Vorstände und Vertreter der Frankfurter Finanzgemeinde feiern den Geburtstag des Dax. Der Leitindex feierte sein dreißigjähriges Bestehen am Markt. Ein Geschenk im klassischen Sinne gab es bei diesem Geburtstag nicht. Die Feierlichkeiten wurden am vergangenen Montag um neun Uhr durch Manfred Zaß, dem Namensgeber des Leitindex, eingeläutet. Mittlerweile ist der Dax 30 Jahre alt, muss am Geburtstag jedoch die anhaltenden Kursverluste weiterführen. Dies liegt insbesondere am Handelsstreit, der durch US-Präsident Donald Trump eingeleitet wurde. Im Rahmen des anhaltenden Konflikts wirft Trump den Regierungen von China und Europa unfaire Handelsbedingungen vor. Und dieser Streit hinterlässt nun sichtbare Spuren sowie Auseinandersetzungen in der Bundesregierung. Neben den Auseinandersetzungen um die Themen Asyl und das mögliche Scheitern der Koalition offenbaren sich auch Auswirkungen auf den deutschen Aktienindex. Dieser verlor seit dem Beginn des Jahres rund fünf Prozent. Wird der Höchststand von 13.600 Punkten vom 23. Januar 2018 herangezogen, so beträgt der Verlust fast zehn Prozent. Doch der diesjährige Verlust sollte dabei nicht überbewertet werden, denn seit der ersten Berechnung am 1. Juli 1988 – damals notierte der Index bei lediglich 1.163 Punkten – konnte der Dax einen enormen Gewinn einfahren. Im jährlichen Durchschnitt ergibt sich somit eine Rendite von acht Prozent.
 

Dax könnte erweitert werden

Doch der Anstieg von acht Prozent ergibt sich lediglich im Durchschnitt. Das bedeutet, dass der Index in einigen Jahren einen gewaltigen Verlust verzeichnet hat. Erst im Anschluss konnte der Leitindex die Verluste wieder einholen. Einer dieser starken Verlustzeiträume fand beispielsweise Anfang 2000 statt. Zwischen 2000 und 2003 verlor der Dax mehr als 5.000 Punkte und notierte anschließend bei weniger als 3.000 Punkten. Insbesondere Investoren, die zu diesem Tiefpunkt einsteigen konnten enorme Gewinne realisieren. Laut Weimer ist der Dax eine Institution, der viele Investoren vertrauen. Auch für die Medien sei der Leitindex relevant. Der Dax ist eine Fieberkurve der deutschen Wirtschaft und stellt das deutsche Börsenwesen im internationalen Geschäft dar.

Im Grundsatz basiert der Dax auf 30 der wichtigsten deutschen Unternehmen. Diese sind nicht statisch definiert, sondern können sich im Laufe der Zeit ändern. Laut Weimer könnten in Zukunft auch mehr Unternehmen im Dax abgebildet werden, um die Entwicklung der deutschen Wirtschaft besser abzubilden und eine größere Diversifikation zu gewährleisten. Insbesondere die Größe der deutschen Wirtschaft würde es rechtfertigen den Dax etwas breiter aufzustellen. Dennoch wurde betont, dass es zum aktuellen Zeitpunkt noch keine konkreten Pläne zur Umstrukturierung geben würde. Allerdings wurde auch betont, dass der Index den 50. Geburtstag mit mehr als 50 Werten feiern könnte.