Der Einfluss von John McAfee auf den Kryptomarkt

Der Sicherheitsprofi John McAfee, nach ihm ist die bekannte Antiviren-Software benannt, begeistert sich seit 2016 für Kryptowährungen. Auf den sozialen Medien, allen voran Twitter, sorgen seine Beiträge für großes Aufsehen und sogar für schwankende Kurse.

Der Sicherheitsprofi John McAfee, nach ihm ist die bekannte Antiviren-Software benannt, begeistert sich seit 2016 für Kryptowährungen. Auf den sozialen Medien, allen voran Twitter, sorgen seine Beiträge für großes Aufsehen und sogar für schwankende Kurse. Nun verkauft er seine Tweets für 105.000 Dollar.

Der zweifelhafte Ruf des John McAfee

Sein Vermögen hat der Programmierer mit der Entwicklung der gleichnamigen Antiviren-Software gemacht. Die Anteile des dahinterstehenden Computersicherheitsunternehmens verkaufte er bereits 1997. Sein Vermögen wurde damals auf 100 Millionen Dollar geschätzt, jedoch soll es auf 4 Millionen während der US-Immobilienkrise zusammengeschrumpft sein. In seiner Wahlheimat Belize bekam er schon Besuch von der Polizei aufgrund von Vorwürfen wegen des unerlaubten Waffenbesitzes und der Herstellung von Drogen. Für 2016 war er Präsidentschaftskandidat für die Libertäre Partei und wurde gleichzeitig zu einem begeisterten Anhänger der Kryptowährungen.

Der Coin of the Week

Ende 2017 begann John McAfee seine Serie „Coin of the Day“, die nach einer Weile als „Coin of the Week“ weitergeführt wurde. Dabei stellte der Antivirus-Pionier zuerst jeden Tag, dann jede Woche eine neue Altcoin vor, eine alternative Kryptowährung zu Bitcoin. Wichtig für ihn ist, dass die Coin seiner „Vision“ entspricht. Hinter dem Coin soll ein gutes Team stecken und die Digitalwährung soll für das echte Leben einen Nutzen haben. Wenn es nach ihm ginge, werden die Digitalwährungen die Staatsbanken, das Papiergeld und den Goldstandard ablösen.

Insgesamt sollten es 20 verschiedene Altcoins werden. Auf Twitter verfügt McAfee über 800.000 Follower, die begierig auf seine nächsten Tweets warten. Dabei will er diese Kryptowährungen den Investoren ans Herz legen, die seiner Meinung nach ein hohes Potential haben.

Einige der Kryptowährungen konnten tatsächlich von seinen Empfehlungen profitieren, bei anderen war schon zuvor ein Kursanstieg festzustellen. Wiederum andere Kryptowährungen erlebten nach einem kurzen Peak einen steilen Abstieg. Inwieweit die Empfehlungen Einfluss auf den Kursverlauf der Coins haben, lässt sich insgesamt schwer einschätzen. Das Magazin für Wissenschaft und Technik „Motherboard“ glich die Aktivität von John McAfee auf Twitter mit der Marktleistung der Kryptowährungen ab. Gleich nach den Tweets kam es zu Kursanstiegen. Jedoch folgte danach zumeist die Korrektur des Kurses.

Diese Praktiken führten schon häufiger zu Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, eine große Anzahl an Laien auszunutzen, die seinen Empfehlungen blind vertrauen und ohne zu überlegen die angepriesenen Coins kaufen. Darauf würde ein „Pump&Dump“ folgen. Seine Follower werden zum Kauf der Altcoins animiert, wodurch deren Preis steigt. McAfee und die anderen Beteiligten, um wen es sich auch immer handeln sollte, würden die Coins dann zu einem erhöhten Preis verkaufen und sich mit den Gewinnen aus dem Staub machen. Bislang konnte davon jedoch nichts nachgewiesen werden. Die Beschuldigungen jedoch blieben und nachdem sein Twitter Account auch noch gehackt wurde, wurde es stiller auf seiner Social Media Präsenz.

McAfee verkauft teuer Tweets

Nun macht John McAfee mit einer neuen Aktion auf sich aufmerksam. Er will auf Twitter für Kryptowährungen und ICOs, den Initial Coin Offerings, werben. Und möchte dafür bezahlt werden. Bis zu sieben Tweets können für 105.000 US-Dollar erstanden werden. McAfee erklärte das offenkundig auf Twitter, damit ein gewisses Maß an Transparenz blieb. Um hohe Standards bei den ICOs und Kryptowährungen zu garantieren, stellt er ein „McAfee Crypto Team“ zusammen. Das Team verwaltet die Geldmittel und prüft auch die ICOs und Digitalwährungen.

Solche Maßnahmen könnten als ein Versuch angesehen werden, der Werbung mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen – was bei der Höhe des Betrages bitter nötig ist. Gleichzeitig kommt das Angebot zur rechten Zeit: Google, Facebook und Twitter schränken oder verbieten gerade die Werbung von Kryptowährungen auf ihren Plattformen.