Der Erfolgsmensch hinter Wirecard

Er schaffte es innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten, dass aus dem Start-up, das in Schwierigkeiten geriet, als es zum New-Economy-Crash kam, ein erfolgreiches Unternehmen wurde. Als Vorstandsvorsitzender war er für alle wegweisenden Entscheidungen verantwortlich und hat damit die Wende geschafft. Nun ist Wirecard ein internationaler Zahlungsverkehrsanbieter mit einem Firmenwert von 24 Milliarden Euro. Die Anleger honorieren diese Erfolgstory, weshalb die Anteilsscheine in ihrem Wert immer mehr steigen. Markus Braun hat es geschafft, dass der Konzern nun in den wichtigsten deutschen Leitindex aufsteigt und dort die Commerzbank ersetzt. Wirecard ist durch seine kluge Handlungsweise zum zweiterfolgreichsten Start-up hinter Zalando geworden.
Mit seinen rund 1.000 Angestellten könnte er nun diese Geschichte feiern und das von ihm geschaffene Ergebnis in Ruhe betrachten. Doch er ist ehrgeizig und arbeitet in der Unternehmenszentrale in Aschheim an den nächsten Schritten, die aus seiner Sicht wichtig sind. Er ist ein Mann der Tat, für den es nur wenig Pausen gibt und der immer nach Perfektion strebt.
 

Das bargeldlose Bezahlen als Vision

Markus Braun erarbeitet lieber neue Strategien und Konzepte, wie es in der Zukunft mit Wirecard weitergeht. Für ihn bedeutet Stillstand Rückschritt, weswegen er nach innovativen Lösungen sucht, die vor ihm noch niemand ausprobiert und auf den Markt gebracht hat. Er geht davon aus, dass es noch weitere Schritte für den Betrieb gibt, die für noch mehr Erfolg sorgen und die Wichtigkeit von Wirecard ausbauen. Für ihn ist die die digitale Bezahlungsweise nicht nur eine bloße Idee, sondern eine Lebenseinstellung. Er schwärmt bei jeder Begegnung davon und steckt die Leute mit seinem Enthusiasmus an. Durch die von ihm und seiner Firma angebotenen Leistungen benötigt der Nutzer keine gewöhnlichen Girokonten oder eine Kreditkarte mehr. Nur ein Smartphone ist nötig, damit der Kunde schnell und einfach die Rechnungsbeträge begleichen kann.
Der nächste Meilenstein ist schon in Reichweite und die Planungen sind schon abgeschlossen. Smartwatches sollen den Zahlungsverkehr nochmals erleichtern und beschleunigen. Hat der Kunde die dafür notwendige App dort installiert, genügt schon der Fingerabdruck für die Zahlungsbestätigung. Auch die Iris-Erkennung soll möglich sein.
Es kommt somit zu einem unsichtbaren Bezahlen, das genau im Sinne von Markus Braun ist. Das Begleichen von Rechnungen an de Supermarktkasse ist somit innerhalb von wenigen Sekunden abgeschlossen. Der Betrag erscheint auf der Uhr und der User bestätigt mit seine Fingerabdruck die Richtigkeit der Kaufsumme und die Zahlungsanweisung. Den Rest übernimmt die Firmensoftware.

 

Seit 2005 hat Wirecard die Banklizenz

Der Arbeitseinsatz ist dabei extrem. Sechzehn-Stunden-Tage sind daher für den Manager keine Seltenheit. Diese Leistungsbereitschaft erwartet er aber nicht nur von sich, sondern auch von seiner Belegschaft. Für ihn sind die hohe Intensität und die Herausforderungen ein Lebensinhalt. Er identifiziert sich damit vollkommen und vergisst als verheiratete Vater trotzdem die Familie nicht. Opernbesuche in Wien und Sport sind für den gebürtigen Österreich Privatvergnügungen, die er sich gönnt und die für einen Ausgleich sorgen.
Dass die Belastungen hoch sind, ist selbstverständlich. Doch der Weg bis zur Erlaubnis von Bankgeschäften war schwierig und kompliziert. Wirecard selbst ging 1999 aus einer Fusion mit der Infogenie AG hervor. Doch es dauerte sechs weitere Jahre, bis die Befugnis für den bankgewerblichen Zahlungsverkehr vorhanden war. Erst durch die Übernahme der Xcom Bank gelangte das Unternehmen in den Besitz dieser Papiere. Erst jetzt waren reale Bankgeschäfte möglich, denen Wirecard seinen steilen Aufstieg zu verdanken hat.