Der Euro fällt weiter gegenüber dem Dollar

Lange hatte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar auf einem relativ hohen Niveau behaupten können. In den vergangenen Wochen hat jedoch eine Talfahrt eingesetzt, die sich Analysten zufolge auch noch weiter fortsetzen könnte. Grund dafür sind mäßige Konjunkturdaten aus Europa, während die US-Wirtschaft weiter auf Erfolgskurs ist. Der alte Kontinent entwickelt sich deutlich schwächer als die neue Welt und scheint derzeit den Anschluss zu verlieren.


Europas Wirtschaft schwächelt

Langsam werden die ersten festen Konjunkturdaten aus dem ersten Quartal des Jahres 2018 bekannt und sie alle weisen auf einen Trend hin: Das Wachstum in Europa kommt nicht in Schwung. Der viel beachtete Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts ist im April zum fünften Mal in Folge gefallen. Die Sorgen der Unternehmer beruhen unter anderem auf dem gesunkenen Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. Mit 0,4 Prozent ist die Wirtschaft um 0,3 Prozentpunkte schwächer gewachsen als im Vorjahreszeitraum und hat damit positive Erwartungen enttäuscht. Das gibt auch einen Hinweis auf die Entwicklung der Geldpolitik im Euroraum. 

Während lange mit einer Zinswende gerechnet wurde, steht nun wieder die Einstellung des Anleihen-Kaufprogramms auf wackeligen Füßen. Bislang gehen Analysten davon aus, dass das Programm noch in diesem Jahr auslaufen werde. Die neuen Zahlen machen es der Zentralbank allerdings nicht leichter, mit einer Zinswende den zarten Aufschwung möglich gänzlich zu ersticken.


Boomende US-Wirtschaft treibt den Dollar

Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigt sich die wirtschaftliche Lage dagegen umso rosiger, was zu einem Abfluss von Geldern aus Europa in die USA beiträgt. Gegenüber dem Dollar ist der Euro im vergangenen Monat daher deutlich unter die Marke von 1,20 Dollar gerutscht. Auf diesem Niveau war der Kurs seit Jahresbeginn nicht mehr gewesen. Derweil weisen die Konjunkturdaten aus Amerika unisono in eine Richtung: nach oben. Das treibt auch die Erwartungen an den Märkten, dass es zu stärkeren Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank Fed kommen dürfte. Gestiegene Renditeerwartungen lassen daher immer mehr Gelder in den Dollar-Raum fließen und schwächen so den Euro.

Die weitere Entwicklung hängen nun von den Veränderungen der europäischen Wirtschaft ab. Kommt diese in den nächsten Monaten doch wieder besser in Schwung, könnte das ein Ende der Dollar-Rally bedeuten. Vorerst spricht allerdings vieles dafür, dass der Kurs zumindest kurzfristig noch weiter fällt. Analysten gehen derzeit zumindest von einer konsequenten Umsetzung des EZB-Planes und somit von steigenden Zinsen in Europa aus.