Der geheimnisvolle Trader „50 Cent“

„50 Cent“ setzt auf fallende Märkte

Für mehr als ein Jahr galt „50 Cent“ als eine Art Witz an den Finanzmärkten. Dabei bekam der unbekannte Trader seinen Namen von anderen Börsianern. Durch das Verfolgen einer simplen Strategie, welche aus dem Kauf von wöchentlich 50.000 Optionsscheinen auf den Volatilitätsindex VIX bestand. Ein Optionsschein hatte dabei stets einen Wert von 50 Cent, sodass der anonyme Trader seinen Beinamen „50 Cent“ erhielt.

Beim VIX handelt es sich um einen Index, der das Schwankungsverhalten der Börse anhand des amerikanischen S&P-500-Index abbildet. Bei starken Ausschlägen nach unten oder oben, also bei einer steigenden Volatilität, veränderte sich der Kurs des Index. Die Strategie von „50 Cent“ basierte bisher stets auf einem steigenden Index. Im Jahr 2017 war diese Strategie aber von wenig Erfolg gekrönt, denn die Aktienmärkte entwickelten sich relativ konstant. Auch Sondereffekte wie die Präsidentschaftswahlen in Frankreich oder Österreich, das Brexit-Referendum oder auch die Bundestagswahl hatten keinen größeren Einfluss auf die Volatilität des Marktes und somit auf eine Bewegung des Index. Diese konstante Bewegung wurde allerdings im Februar dieses Jahres durchbrochen, denn ein Großteil der Börsen verzeichneten einen Verlust von mehr als zehn Prozent innerhalb weniger Tage. Aufgrund dieses Volatilitätsanstiegs schoss auch der VIX auf einen neuen Höchststand. Für „50 Cent“ war dies der Moment, in dem seine Strategie aufging und ein Verkauf initiiert wurde. Durch diesen Verkauf flossen rund 431,45 Millionen Dollar auf das Konto des Traders. Laut der Analysefirma Marco Risk Advisors stehen demgegenüber 200 Millionen US-Dollar, die in den Kauf der Optionsscheine investiert wurden.

 

Tiefstand des VIX stellt erneute Kaufgelegenheit dar

Nach dem Verkauf waren keine weiteren Aktivitäten von „50 Cent“ am Finanzmarkt zu beobachten. Allerdings hat sich das Blatt nun gewendet, denn der VIX notiert wieder bei rund 50 bis 51 Cent je Optionsschein. Am vergangenen Dienstag und Mittwoch kaufte „50 Cent“ nun erneut rund 50.000 Optionsscheine. Für „50 Cent“ ist der Zeitpunkt besonders günstig, denn der VIX notierte zum Kaufzeitpunkt bei rund 12,28 Punkten. Im Durchschnitt liegt der VIX bei 15 Punkten, zu Höchstzeiten notiert der Index sogar bei 20 Punkten. Als „50 Cent“ im Februar verkaufte, lag der VIX sogar bei 50 Punkten.

Auch jetzt setzt der geheimnisvolle Trader wieder auf fallende Märkte. Und es gibt genügend Auslöser, die die Märkte in Straucheln bringen können. So könnte der aktuell greifbare Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU eskalieren. Zudem ist auch die Italien-Krise nicht abgewehrt, sodass die Euro-Krise wiederaufflammen könnte. Auch der Brexit steht kurz bevor und könnte die Anleger verunsichern. Die Handelsstrategie von „50 Cent“ basiert auf sogenannten Call-Optionen. Hierbei verpflichtet sich ein Trader die Anteilsscheine innerhalb eines definierten Zeitraumes zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Steigt der Kurs des VIX innerhalb dieses Zeitraums, so kann der Trader die Anteilsscheine teurer verkaufen. Verzeichnet der VIX innerhalb dieses Zeitraums allerdings eine negative Entwicklung, so muss der Trader unterhalb seines Einstandskurses verkaufen.