Der Uno fehlen über 800 Millionen Dollar für 2018

Es sind nicht nur Länder, bei denen das Geld knapp ist, wie zum Beispiel Kongo oder Niger, oder Staaten in denen es Konflikte gibt, wie Afghanistan oder Syrien. Nicht nachzuvollziehen ist, dass auch reiche Staaten wie die USA und Saudi Arabien ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

UNO-Geralsekretär António Guterres schlägt Alarm. Ein halbes Jahr ist um und es fehlen noch mehr als 800 Millionen für den aktuellen Haushalt des Jahres 2018. Die Zahlungsmoral mancher Mitgliedsstaaten ist nicht wirklich groß, das heißt, eigentlich ist sie so schlecht wie noch nie. Es herrscht aktuell besorgniserregende Geldknappheit in der UNO. Die Vereinten Nationen sind in Geldnot und haben Zahlungsschwierigkeiten. Einsparungen sind bei den Kosten der Mitarbeiter angedacht.

Die Vereinten Nationen haben 193 Mitgliedsstaaten. Davon haben erst 112 im ersten Halbjahr ihren Jahresbeitrag entrichtet. 81 Länder sind säumig und wurden von Generalsekretär Guterres aufgefordert, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Pflichtbeiträge umgehend zu bezahlen.
 

Wie errechnen sich die Pflichtbeiträge jedes Mitgliedslandes?

Dafür gibt es alle drei Jahre einen neuen Beitragsschlüssel, der sich nach den Anteilen der Staaten am Welt-Bruttosozialprodukt und der jeweiligen Zahlungsfähigkeit orientiert. Die Beiträge jedes einzelnen Landes werden durch die Generalversammlung beschlossen. Die vier größten Beitragszahler von 2016 bis 2018 sind die USA mit 22 Prozent, Japan mit 9,7 Prozent, China mit 7,9 Prozent und schließlich Deutschland mit 6,4 Prozent. Deutschland hat seinen Pflichtanteil in der Höhe von 155 Millionen Dollar für das Jahr 2018 bereits im Februar bezahlt.

Es sind nicht nur Länder, bei denen das Geld knapp ist, wie zum Beispiel Kongo oder Niger, oder Staaten in denen es Konflikte gibt, wie Afghanistan oder Syrien. Nicht nachzuvollziehen ist, dass auch reiche Staaten wie die USA und Saudi Arabien ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

Für das Doppelhaushaltsjahr 2018/2019 wurden die Beiträge um ungefähr fünf Prozent gekürzt. Sie betragen 5,39 Milliarden US-Dollar. Friedensmissionen der Vereinten Nationen werden durch zusätzliche Beiträge finanziert. Außerdem gibt es für Spezialorgane freiwillig entrichtete Mitgliedsbeiträge.

Es ist nicht neu, dass Mitgliedsstaaten verspätet zahlen und es kommt auch nicht unbedingt aufgrund von Finanzkrisen und nationalen Sparprogrammen dazu. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Verspätungen einen politischen Hintergrund haben. Wenn große Beitragszahler ihre Pflichtbeiträge erst sehr spät entrichten, könnte es sein, dass sie dadurch auf die Vereinten Nationen Druck ausüben wollen. Diese Vermutung stammt von der Bundeszentrale für politische Bildung, deren Experten weniger eine finanzielle als eine politische Krise der UNO sehen.