Der weltgrößte Fonds stimmt sich gegen Machtkonzentration von Elon Musk

Viel Kritik - keine Veränderung 

Auch wenn es einige kritische Anträge gab, so war es schlussendlich aber keine Überraschung, dass diese mehrheitlich abgelehnt wurden. Die Aktionäre sind sicher - bei Tesla geht definitiv nichts ohne Chef Musk. Nicht nur, dass er selbst 20 Prozent aller Unternehmensaktien hält, gibt es noch immer genügend Fans und Bewunderer, sodass die Zweidrittelmehrheit, die bei der Abstimmung von Anträgen erreicht werden muss, problemlos erzielt (oder verhindert) werden kann. So wurde etwa der Antrag abgelehnt, Musk soll den Aufsichtsratsvorsitz niederlegen. Hätten die Aktionäre zugestimmt, so hätte der Tesla-Boss definitiv an Macht verloren.

Der Vertreter des norwegischen Staatsfonds, schlussendlich mit einer Billion US Dollar der weltweit größte Fonds, stimmte dem Antrag zu - und das, obwohl der Fonds durchaus die Vision Musks teile, demnächst in einer sauberen Umwelt leben zu wollen. Auch die CtW Investment Group forderte die Versammlung auf, drei Aufsichtsräte nicht erneut zu wählen. Die Rede war von Kimbal Musk, Elon Musks Bruder, Antonio Gracias, Private Equity-Investor und James Murdoch, Twenty-First Century Fox-Chef. Die drei Aufsichtsräte würden Chef Musk zu nahestehen und wären somit nicht in der Lage, die überwachende Funktion adäquat auszuüben.
 

"Ja, wir haben Fehler gemacht" 

Auch wenn schon im Vorfeld klar war, dass die kritischen Anträge wohl abgelehnt werden würden, war Elon Musk doch sichtlich erleichtert, als die Abstimmungen zu seinen Gunsten ausfielen. "Natürlich wissen wir, dass wir bei der Model 3-Produktion einige Fehler gemacht haben", so Musk, der dieses Mal sichtlich kleinlauter als in der Vergangenheit war. "Schon im Juni wollen wir das Ziel erreichen, Woche für Woche mehr als 5.000 Stück des Model 3 zu produzieren." Derzeit verlassen rund 3.500 Modelle die Fabrik.
 

Negative Nachrichten sorgten für schlechte Stimmung 

Elon Musk, der einerseits viele Anhänger hat, andererseits aber auch zahlreiche Kritiker, die der Meinung sind, er sei ein Hochstapler, musste in den letzten Monaten immer wieder schlechte Nachrichten wegstecken: So waren es Unfälle mit "Autopilot", dem Fahrassistenzprogramm aus dem Hause Tesla, zudem zeigte sich Musk gegenüber kritischen Journalisten und Analysten immer wieder arrogant, sodass es zu einem deutlichen Imageverlust kam.