Deutsche Autohersteller von Japan abgehängt

Der Abgasskandal sorgt bei deutschen Autobauern für Schwierigkeiten. Die Kunden verloren das Vertrauen in die Konzerne, weshalb sie sich im Zweifelsfall für ein anderes Modell entschieden. Der mögliche Handelskrieg zwischen den USA und China ist ebenso ein dämpfender Faktor, wie die protektionistische Einstellung des amerikanischen Staatsoberhaupts. Ferner schwächt sich die Weltkonjunktur ab.

Die Situation hat sich im internationalen Vergleich verschlechtert. Dies belegen Zahlen der Firma EY, die auf die Beratung von Unternehmen spezialisiert ist. Demnach brachen neben dem Umsatz der Absatz und der Gewinn ein. Im selben Zeitraum, dem dritten Quartal diesen Jahres, verbesserte sich gleichzeitig die Ausgangslage der japanischen Anbieter. Dennoch ist die Gesamtlage schlecht, weshalb auch weitere Konzerne Probleme haben.
General Motors wird beispielsweise mehrere Werke schließen, was eine große Entlassungswelle mit sich führt. Selbst der Druck der amerikanischen Regierung scheint an dieser Ausgangslage nichts zu ändern. Zu einem solchen Schritt entscheiden sich die Verantwortlichen nur, wenn sie keine andere Möglichkeit sehen und sich die Aussichten deutlich verschlechtern. Die Vorgehensweise des Weltkonzerns ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich auf dem Autosektor die Gesamtlage langfristig verschlimmert, weshalb massive Maßnahmen zur Unternehmensneuausrichtung notwendig sind.


Ein genauerer Blick auf die Zahlen

Die weltweit 16 größten Autoproduzenten mussten einen Rückgang der Gewinne von über 3 Prozent hinnehmen. Dabei zu beachten ist, dass die Marge um über 5 Prozent sank. Ein neuer Tiefpunkt seit der Finanzkrise ist damit erreicht.
Die Hersteller aus Japan schafften es entgegen dem Trend, ihre Rentabilität zu steigern, weshalb sie an den deutschen Unternehmen vorbeizogen und sich nun an der Spitze befinden. Da sich die aus Deutschland stammenden Konzerne auf die Zukunft konzentrieren und an neuen Technologien forschen, ist es möglich, dass sie den ersten Platz wieder zurückerobern. Das sich verändernde Kaufverhalten und ein größeres Umweltbewusstsein sorgen für deutliche Veränderungen. Elektrofahrzeuge oder Hybrid-Antriebe stellen einen zukunftsträchtigen Markt dar.


Die Experten stellten zudem sinkende Absatzzahlen in den Vereinigten Staaten und China fest. In Europa sind die Verkaufszahlen ebenfalls gesunken. Hier liegt ein möglicher Grund in der Umstellung der Abgasprüfverfahren. Es gilt nun der der weltweite Standard WLTP.


Die Angst, dass der chinesische Markt einbricht

China ist eine aufstrebende Macht, wodurch sich die Kaufkraft der Bevölkerung verbessert. Daher finden die Fahrzeugproduzenten dort einen wachsenden Markt vor, der jede Menge Potenziale birgt. Binnen weniger Jahrzehnte schaffte es die Regierung, dass sich eine große Mittelschicht bildete, die am Wohlstand teilhaben möchte. In China leben mehr als 1,3 Milliarden Bürger, die gleichzeitig potenzielle Autokäufer sind. Daher ist es wichtig, dass dort der Aufschwung weitergeht, was zur Folge hat, dass sich dort noch mehr Pkws verkaufen lassen.


Doch der nun aufgetretene Konflikt zwischen den chinesischen Machthabern und der Administration aus den Vereinigten Staaten stellt ein großes Hindernis dar. Beide Parteien belegen ausländische Waren mit Strafzöllen und verhindern auf diesem Weg ein weiteres Wachstum ihrer Volkswirtschaften.
Entsteht daraus langfristig ein Handelskrieg, dann flaut die Weltwirtschaft ab und die Autobauer können ihre Waren nicht mehr im Reich der Mitte absetzen, obwohl sie für diese Schwierigkeiten nicht verantwortlich sind. Ein Abkühlen der Kauflaune wäre fatal und würde auch deutsche Arbeitsplätze gefährden. Daher sind diplomatische Lösungen gefragt, die zu einer Entspannung der Lage führen und sicherstellen, dass sich die chinesische Bevölkerung weiter mit deutschen Pkws eindeckt.