Deutsche Bahn testet eigenes E-Scooter-Sharing

Der deutsche Konzern, der sich noch in großen Teilen zum Staat gehört, hat eine eigene App entwickelt, die für das Ausleihen von E-Scootern konzipiert ist. Es stellt sich nun für Experten und Beobachter die Frage, ob die Bahn ihr Angebotsspektrum auf diese Weise erweitern und so neue Kundenkreise ansprechen möchte. Selbstverständlich ist damit ein Imagewandel verbunden, der zu mehr Attraktivität führt. Eine jüngere und umweltbewusstere Zielgruppe soll die Bahn für sich entdecken. Sie stellt die Zukunft des Unternehmens dar.

Die 14.000 Angestellten, die in Frankfurt für die Deutsche Bahn tätig sind, greifen schon jetzt auf dieses Angebot zu und verbessern so ihre Mobilität sowie Flexibilität. Seit August dieses Jahres stehen 50 Roller kostenlos zur Verfügung. Sie stammen vom chinesischen Unternehmen Niu, das sich auf die Produktion dieser Gefährte spezialisiert hat.
Deren Nutzung ist unkompliziert. Damit Interessenten am Roller-Sharing teilnehmen können, müssen diese sich die dafür vorgesehene App herunterladen. Hier findet der Nutzer einen Code, mit dem er das elektrische Zweirad entsperrt. Es handelt sich dabei um eine Freefloating-Option. Das bedeutet, dass die Rollerfahrer innerhalb eines bestimmten Gebiets nutzen und überall abstellen können, ohne dass dafür ein bestimmter Parkplatz vorgeschrieben ist.


Das Interesse ist groß und führt zu vielen Vorteilen

Schon 1.500 Bedienstete haben die App auf ihren Smartphones installiert. Bis jetzt legten die elektrischen Fortbewegungsmittel schon 33.000 Kilometer zurück. Zusätzlich gibt es erste Rückmeldungen über das Nutzerverhalten. Die Verantwortlichen konnten schnell feststellen, dass es zumeist zu einer Kombination des Sharing-Angebots mit den Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs kommt. So fahren die Studienteilnehmer vom Arbeitsplatz zum nächstgelegenen Bahnhof und machen sich von dort auf den Weg nach Hause. Sie sparen auf diese Weise Geld, da sie nun kein zusätzliches Busticket brauchen. Auf gleiche Art gehen sie vor, wenn sie sich zu ihrer Arbeitsstelle begeben. Zeiteinsparungen sind die Folge, weshalb der Stress sinkt und Freizeit steigt.
Zusätzlich gab es eine weitere Überraschung: Die Zahlen beweisen, dass alle Altersgruppen teilgenommen haben. Ausgegangen waren die Projektleiter davon, dass besonders junge Menschen das Angebot nutzen.


Wie geht es weiter?

Die Testphase geht bis Ende November. Anschließend steht die Auswertung des gesammelten Zahlenmaterials an. Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, ob die Integrierung des Projekts in den Alltag erfolgt. Sprechen die Indizien dafür, dann wird das Dienstleistungsangebot ausgebaut und weitere Rollern angeschafft. Es steht jedoch noch kein genauer Zeitpunkt fest, da hierfür noch viele Schritte notwendig sind. Jedoch ist der 1. März ein Termin, den Insider immer wieder nennen. Da bis dahin jeder Roller gekauft und angemeldet sein muss, ist dieser Zeitraum allerdings eng gesteckt.

Die ersten Roller-Anbieter verdienen mit dieser Idee schon Geld. So hat sich das Unternehmen Emmy 2016 dazu entschieden, dass Berlin ein erster Teststandort sein soll. Auch die Firma Coup, die zu Bosch gehört, hat ein solches Modell erarbeitet und bietet dieses an. Andere Städte wurden darauf aufmerksam und nutzen die neuen und innovativen Möglichkeiten ebenfalls.