Deutsche Bank endlich wieder in der Gewinnzone?

Es ist schon lange her, dass die Verantwortlichen des Geldhauses ihren Investoren erfreuliche Nachrichten verkünden konnten. Doch endlich durften sich Christian Sewing und sein Team über solche News freuen. Die Chancen stehen gut, dass es erstmals seit 2014 wieder zu Gewinnen kommt. Sewing ist erst seit April dieses Jahres an Bord und kann schon eine solche Mitteilung weitergeben, was ihm seine Arbeit deutlich erleichtert. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte sich die Bank mit Aussichten zurückgehalten. Nun kam es erstmals zu einem offiziellen Statement, welches einen großen Erfolg darstellt. Die Ausgabenkontrolle scheint erfolgreich.


Erste Zahlen sind bekannt und die der Stellenabbau schreitet voran

In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 gelang es der Deutschen Bank 750 Millionen Euro zu erwirtschaften. Zwar sind diese Zahlen weitaus niedriger als die des Vorjahres, doch das Fiasko war damals erst im letzten Quartal sichtbar. Von den 1,7 Milliarden Euro blieb nichts übrig, eine Kostenexplosion machte die Arbeit der Vormonate zunichte.

Zwar rechnet der Bankenchef in diesem Jahr damit, dass die Zahlen bei den Umsätzen und Gewinnen niedriger ausfallen, doch die von ihm gestartete Umstrukturierung lässt die Bilanz deutlich besser aussehen. Ein strikter Sparkurs ist dafür verantwortlich. Dieser ist ausschlaggebend für einen deutlichen Stellenabbau, bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Geschäfte. Bei der Reduzierung des Personals kommt es derzeit zu keinen Schwierigkeiten, weshalb diese fristgerecht abgeschlossen ist. Derzeit gibt es circa 95.000 Vollzeitkräfte. Rund 700 Angestellte sind somit seit Juni aus dem Unternehmen ausgeschieden. Bis zum Jahresende sollen noch 93.000 Personen beschäftigt sein. Im Dezember 2019 wollen die Entscheidungsträger eine Mitarbeiterzahl von nur noch 90.000 verkünden.


Ein genauerer Überblick

In den Sommermonaten gingen die Umsätze zurück. Allerdings wurde diese Entwicklung von Analysten und Experten erwartet, so dass es zu keinen unerwartet negativen Überraschungen kam. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres fielen die Werte um 427 Millionen Euro schlechter aus. Der Unterschied war jedoch etwas geringer als von Fachleuten prognostiziert, weshalb es sich hier um einen leicht positiven Indikator handelt.

Es war das gesamte Angebot des deutschen Vorzeigeunternehmens betroffen, weshalb keine Sparte besonders auffiel. Das Anleihengeschäft, das eines der Hauptsäulen des Geldhauses ist, wies ein Minus von 15 Prozent auf. Auch der Wertpapierhandel musst den gleichen Rückgang verzeichnen. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass das Finanzinstitut hier seine Aktivitäten verringert. Das Investmentbanking war ebenfalls von diesem Trend betroffen. Doch der Wert lag dort bei nur 13 Prozent. Noch immer kam es zu einem Umsatz von drei Milliarden Euro.
Im direkten Kundengeschäft war die Eingliederung der Postbank ein Gesichtspunkt, der für eine Verschlechterung der Lage verantwortlich war. Das die Zahlen fielen hier um drei Prozentpunkte schlechter aus. Auch die Tochterfirma DWS hatte einen Anteil an den niedrigeren Erträgen. Viele dort verantwortliche Manager verließen das Unternehmen und es kam zusätzlich zum Abfluss von jeder Menge Kapital. Die Negativrate lag schlussendlich bei 10 Punkten, wobei dieser Wert mit 567 Millionen Euro gleichzusetzen ist.
Kommt es zu einer Herausrechnung der Einzel- oder Sondereffekte, dann sieht das Ergebnis stabiler aus, was für Christian Sewing von besonderer Bedeutung ist. Gleichzeit kam es nämlich zu einer Steigerung der verwalteten Gelder auf 694 Milliarden Euro. Zwei Milliarden betrug damit der Zuwachs in der Jahresmitte.