Deutsche Post: Chef Frank Appel verkündet – Briefmarken werden teurer!

Wie die Deutsche Post im Rahmen der letzten Quartalspräsentation mitteilte, soll das Porto für Briefe nun deutlich ansteigen. Am Dienstag kündigte der teilstaatliche Konzern diese Maßnahme an und will somit den steigenden Kosten entgegenwirken. Während viele Verbraucher verärgert über diesen Schritt sind, freuen sich die Aktionäre des Unternehmens. Die Reaktion am Kapitalmarkt war durchweg positiv und die Aktie konnte einen Anstieg von rund vier Prozent realisieren. Zudem bestätigte der Konzernvorstand die Gewinnerwartungen für das aktuelle Geschäftsjahr. Diese Mitteilung sorgte für Erleichterung, denn die Anleger erwarteten nach dem schlechten Frühjahr eine weitere Zuspitzung der aktuellen Situation. Bis zum Ende des aktuellen Jahres will das Unternehmen demnach einen operativen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro ausweisen.

 

Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken

Der Dax-Konzern, der zu einem Fünftel dem Staat gehört, verfolgt zum aktuellen Zeitpunkt einen Expansionskurs. Dabei steht das Unternehmen im Wettbewerb zu anderen Spediteuren und will einen Großteil der Pakete, welche im Rahmen ansteigenden E-Commerce-Geschäfts verschickt werden, ausliefern. Somit setzte die DHL, die Unternehmenssparte für den Paketversand, auf günstige Konditionen, um den Wettbewerbern UPS, DPD, GLS und Fedex Marktanteile abzunehmen. Insbesondere Großkunden wie Amazon oder Zalando konnten somit attraktive und günstige Konditionen sichern. Insgesamt sollte das Unternehmen im Rahmen des wachsenden Versandhandels profitieren. Aufgrund des harten Konkurrenzkampfes sanken dabei jedoch die Einnahmen pro Sendung massiv. Die sinkenden Einnahmen machten sich jedoch auch bei den anderen Paketlieferdiensten bemerkbar.

Um einen weiteren Gewinnrückgang zu vermeiden, müssen vor allem Kosten reduziert werden. Doch insbesondere die Deutsche Post schaffte dies im vergangenen Quartal nicht. Eine Mitschuld trägt auch der neue Tarifvertrag, der mit den Beschäftigten des Unternehmens sowie der Verdi im vergangenen Oktober ausgehandelt wurde. Demnach erhielten alle Beschäftigten eine Tariferhöhung von 1,7 Prozent. Im Oktober dieses Jahres folgt eine weitere Gehaltsanpassung, welche eine weitere Steigerung von drei Prozent vorsieht. Für die Beschäftigten des Unternehmens ist dies eine positive Entwicklung, doch auch einer der Gründe, weshalb das Unternehmen für das Gesamtjahr einen sinkenden Gewinn erwartet.

 

Briefmarken werden teurer

Seit dem Jahresbeginn verlor der Konzern rund ein Fünftel der Marktkapitalisierung. Aus diesem Grund wurde Jürgen Gerdes, der Chef der Brief- und Paketsparte, bereits gefeuert. Frank Appel, der Konzernchef, übernimmt die Position vorübergehend. Ein erster Preisanstieg wurde in der Sparte der Bücher- und Warensendungen verzeichnet. Nun soll die Paketsparte folgen. Dabei kündigte die Finanzchefin Melanie Kreis bereits überdurchschnittliche Preiserhöhungen an. Am deutlichsten wird die geplante Preiserhöhung bei Briefmarken. Diese werden vor allem Kunden, welche auf den Briefversand angewiesen sind, zu spüren bekommen. Laut ersten Aussagen wird es sich um den größten Preisanstieg der Unternehmensgeschichte handeln. Geplant ist eine Erhöhung um 10 Cent je Briefmarke. Dies entspricht einem Preisanstieg von 14,3 Prozent. Somit werden Kunden in Zukunft 80 Cent je Standardbrief bezahlen. Für das Unternehmen bedeutet dies eine Entlastung beim Gewinndruck.