Deutsche Städte werden selbst Investoren zu teuer

Für die Entwicklung der Mieten und der deutschen Preise für Immobilien in Großstädten werden in der letzten Zeit vor allem ausländische Investoren verantwortlich gemacht. Nach verschiedenen Studien gibt es einen großen Leerstand an Wohnungen, die von Investoren gekauft worden sind und nun als reine Wertanlage genutzt werden. Dieser Boom könnte aber vorbei sein: Die stetig steigenden Preise und die unsichere Zukunft über den deutschen Immobilienmarkt führt dazu, dass die Investoren immer vorsichtiger dabei werden, ob sie ihr Geld überhaupt noch in Deutschland investieren sollten.

PriceWaterhouseCoopers (PwC) hat eine Studie aufgesetzt, um die Attraktivität von Immobilien für Großanleger in deutschen Städten genauer zu beleuchten. Daraus wird ersichtlich, dass die Investoren vor allem die politische und wirtschaftliche Stabilität in Deutschland zu schätzen wissen. Allerdings sehen selbst jene, die einen großen Anteil am Preisverfall für Immobilien in den deutschen Großstädten wie Hamburg, Berlin, München und Köln zu verantworten haben, die Preise für Wohnungen und Immobilien inzwischen für deutlich überteuert. Das gab das Unternehmen nach der Veröffentlichung der eigenen Studie als Fazit bekannt.

Während Deutschland über viele Jahre das Land überhaupt für Investoren in Europa war, hat sich dies im letzten Quartal 2017 verändert. Jetzt sind es vor allem Häuser und Wohnungen aus dem Vereinigten Königreich - konkret im London - die wieder in der Gunst der größeren Anleger stehen. Dabei lassen sich diese auch nicht von dem bevorstehenden Brexit beeindrucken, da die Immobilien als relativ krisensicher gelten und London auch nach der Trennung von der EU für die internationale und auch europäische Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen wird.

Das bedeutet aber nicht, dass die Immobilien in Deutschland über Nacht unbeliebt werden. Immerhin wurden in den vergangenen Monaten trotzdem über 65 Milliarden Euro in Wohnungen und Häuser in deutschen Großstädten gesteckt. Dabei ist bei den Investoren derzeit vor allem Frankfurt beliebt. Grund dafür ist die Spekulation, dass in der nahen Zukunft einige der Londoner Banken ihren Sitz in die deutsche Metropole für Finanzen verlagern werden und dann die zahlungskräftigen Banker und Manager ebenfalls an die Main-Metropole kommen werden.


Ende der Steigerungen für Preise vielleicht schon bald erreicht

Immer wieder wird in den letzten Jahren davon geredet, dass der deutsche Immobilienmarkt die Anzeichen einer Blase zeigt. Und in einer ebenso deutlichen Regelmäßigkeit weisen Kontrolleure wie die Bundesbank darauf hin, dass es noch keine Anzeichen für eine solche Blase zeigt. Statistiken zeigen aber, dass das Problem der Überwertung und des ausländischen Kapitals bei Immobilen in Deutschland zu einem ernsten Faktor wird. Jedes zweite Projekt für Immobilien, das einen Preis von einer Millionen Euro übersteigt, wurde mit Geld aus anderen Ländern finanziert. Das bedeutet auch, dass die Bewertung der großen Anleger und Investoren für den Markt eine sehr hohe Bedeutung hat.

Und trotzdem: Wenn man der Studie glaubt, ist das Ende der Steigerungen bei den Mieten und Immobilienpreisen noch nicht erreicht. Besonders Hamburg und Berlin dürften weiterhin im Fokus der Investoren und der Branche stehen. Diese beiden Städte haben nach der Ansicht der Investoren noch immer das größte Potential für eine weitere Steigerung auf dem eigenen Markt. Entsprechend muss man weiter schauen, ob ein Ende der hohen Preise tatsächlich erreicht werden kann oder es nur eine kleine Pause bei den Steigerungen gegeben hat, die alleine den Umständen in Europa geschuldet ist.