Deutscher Zahlungsdienstleister hängt an der Börse alle ab

Der Markt für Zahlungsabwicklungen ist international in Bewegung. Innovative Technologien zur Abwicklung von Zahlungen boomen, ob im Onlineshop oder an der Supermarktkasse. Ein Dienstleister aus Deutschland erfreut mit seinen Diensten derzeit nicht nur seine Kunden, sondern vor allem auch seine Anleger. Die im Tec-Dax gelistete Wirecard AG kann allein in diesem Jahr bereits einen Kursgewinn von 40 Prozent verbuchen und hängt damit Branchenriesen wie die kriselnde Deutsche Bank oder die Commerzbank weit ab. Öffentlich ist der Zahlungsdienstleister zwar kaum bekannt. Wirecard ist international dennoch einer der führenden Player im Zahlungsverkehr.

 

Einfache Schnittstellen und strategische Partnerschaften

Anders als viele andere neue Unternehmen, die mit smarten Technologien die Finanzbranche aufmischen, kann Wirecard bereits auf eine fast 20-jährige Geschichte zurückblicken. Der außergewöhnliche Erfolg des Unternehmens ist auf einige strategisch kluge Entscheidungen und eine vielseitig anwendbare Software zurückzuführen. Dabei spielt vor allem der asiatische Markt eine Rolle, wo Wirecard im vergangenen Jahr 40 Prozent seines Umsatzes machte. Besonders die Aufgeschlossenheit gegenüber neuer Zahlungsmethoden mit dem Smartphone macht den Markt so erfolgreich. Doch auch in Europa ist man auf dem Vormarsch. Hier kommt dem Unternehmen vor allem zugute, dass es auch eine Bankenlizenz besitzt. Die Abwicklung von Transaktionen über die eigenen Systeme ist daher nur ein Teil des Geschäftes. Dank seiner Lizenz darf Wirecard Kreditkarten an Verbraucher ausgeben. Das Angebot nutzen vor allem neu gegründete Fintechs, um am Markt Fuß zu fassen.

 

Zahlungen mit dem Smartphone auf dem Vormarsch

Noch boomt das Geschäft mit smarten Zahlungsabwicklungen vor allem in Asien. In Europa dominieren bei Wirecard derzeit noch die Umsätze aus dem Onlinehandel. Zu den Kunden zählen unter anderem der Reisekonzern TUI oder die französische Fluglinie Air France. Doch das Unternehmen hat bereits damit begonnen, den mobilen Bezahldienst Airpay, der in China große Erfolge erzielen konnte, in Europa verfügbar zu machen. So können chinesische Touristen immer häufiger auch hier mit dem Smartphone und der gewohnten App bezahlen, wie sie es aus der Heimat gewohnt sind. Genau in diesem Bereich will Wirecard auch weiterwachsen und das mobile Zahlen in Europa revolutionieren. Die Geschäftsgrundlagen sind dabei wie bisher strategisch kluge Partnerschaften und eine Software, die unkomplizierte Schnittstellen in vielen Bereichen erlaubt.

 

Stabiles Wachstum erwartet

Bis 2020 rechnet der Zahlungsdienstleister aus Aschheim, in der Nähe von München, mit einem Zuwachs der Transaktionen auf 210 Milliarden Euro. Im vergangen Jahr wurden über das Netzwerk von Wirecard 120 Milliarden Euro Transaktionen durchgeführt. Besonders konservativ ist das Unternehmen bei den geschätzten Gebühren, was einige Analysten optimistisch stimmt. Wirecard wird andere deutsche Finanzdienstleister sehr wahrscheinlich weiter abhängen und kann sich auch gegenüber der internationalen Konkurrenz behaupten. Die Empfehlungen der Analysten lauten jedenfalls durchweg auf “Kaufen”.