Deutschland hat 1.364.600 Millionäre

Das Beratungsunternehmens Capgemini hat sich mit der Zahl der Menschen beschäftigt, die über ein anlagefähiges Vermögen von über einer Million Dollar verfügen. Im Vergleich dazu stehen die Menschen in Deutschland, die nicht einmal über geringfügige Sparguthaben verfügen.
 

Über 1,3 Millionen Millionäre gibt es in Deutschland

Laut dem Beratungsunternehmens Capgemini gibt es in Deutschland 1.364.600 Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von über einer Million Dollar verfügen. Damit befindet man sich nach den USA und Japan in den Ländern, in denen die Menschen mit den meisten Vermögen dieser Art leben. China hat in den vergangenen Jahren aufgeholt und wird Deutschland in relativ kurzer Zeit überholen. Trotzdem ist diese Zahl natürlich beeindruckend - besonders dann, wenn man den Vergleich mit den Menschen zieht, die über keinerlei Anlagen oder Guthaben verfügen.

 

Immobilien und Boom auf dem Aktienmarkt verhelfen zu neuer Zahl

Immerhin sind es seit dem vergangenen Jahr 84.000 Menschen mehr, die über das entsprechende Vermögen verfügen. Im gesamten Schnitt der Welt sind im letzten Jahr 9,2 Prozent mehr Menschen über die Marke gekommen, die über ein entsprechendes Vermögen verfügen. Die Gründe sind zwar vielfältig, lassen sich aber in der Regel vor allem mit dem boomenden Aktienmarkt erklären. Viele Anlagen sind in Form von Wertpapieren vorhanden und sowohl in Amerika als auch in Europa und Asien sind die Kurse nach der letzten Krise deutlich gestiegen. Das führt dazu, dass die Reichen immer reicher werden. Über 70 Billionen Dollar befinden sich nun in den Händen der etwa 20 Millionen Menschen, die zu dieser Gruppe gehören.

 

27 Prozent der Menschen in Deutschland haben überhaupt keine Ersparnisse

Beeindruckend - oder eher bedenklich - wird diese Zahl, wenn man eine andere Umfrage neben diese stellt. Sowohl die ING-Diba als auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben in den letzten Jahren Umfragen gemacht, die sich mit dem Vermögen und den Ersparnissen von Normalbürgern beschäftigen. Dabei wurde deutlich, dass zwar einige wenige Menschen auf der Welt immer reicher werden, andere dafür weiterhin in relativer oder völliger Armut leben. So leben etwa 27 Prozent der Menschen in Deutschland vollkommen ohne Ersparnisse. Es ist für sie nicht möglich, plötzliche Ausgaben mit vorhandenem Kapital abzufedern. Daran ist auch die Lohnentwicklung schuld.

Zwar sind die Löhne seit den 1990ern um bis zu 15 Prozent gestiegen, allerdings nimmt bereits die Inflation einen großen Teil dieses Aufschwungs wieder weg. Darüber hinaus sind viele Menschen, die in den 1990ern entsprechend verdient haben, nicht automatisch besser oder gar gleichgestellt. Es ist zu verzeichnen, dass viele Menschen einen Großteil ihrer Ersparnisse aufgebraucht haben und nicht mehr über ein entsprechendes Polster bei den eigenen Finanzen verfügen.

Der Boom in der Wirtschaft kommt also besonders bei einer kleinen Gruppe an - bei den Spitzenverdienern. Entsprechend dürfte damit zu rechnen sein, dass sich die Zahl der Menschen ohne Einkommen in den nächsten Jahren ebenso steigert wie die der Dollar-Millionäre.