Deutschland kann bei der Blockchain führend werden

Die Blockchain-Technologie eröffnete neue Chancen und Potenziale, von der auch Deutschland profitieren kann. Mit diesem Thema befasst sich der Branchenverband Bitkom besonders. Die dortigen Experten gehen davon aus, dass die Bundesrepublik auf diesem Sektor die Vorreiterrolle übernehmen kann, wenn sich Politik und Wirtschaft einig sind.

Achim Berg ist der Geschäftsführer von Bitcom und drängt auf die Änderung der eigenen Einstellung zu dieser neuen Digitalform. Schon jetzt hat China beim Thema Künstliche Intelligenz eine Spitzenrolle eingenommen und konzentriert sich nun ebenfalls auf die Blockchain. Nur wenn die Unternehmen und regierenden Parteien gemeinsam das richtige Wirtschaftsumfeld schaffen und die Beseitigung von Ängsten sowie von Vorurteilen aktiv angehen, besteht noch die Möglichkeit einer Spitzenplatzierung.


Blockchains sind Datenbanken, die den Vorteil besitzen, dass sie dezentral agieren. Ausfälle und Schäden sind leichter kompensierbar. Zusätzlich gestalten sich Angriffe auf ein solches Netzwerk schwieriger und haben einen geringeren Einfluss. Transaktionen verlaufen schneller, weshalb die Effektivität der einzelnen Unternehmen steigt.


Die Regierung muss ebenfalls Maßnahmen ergreifen, welche zur Förderung dieses Wirtschaftszweiges beitragen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Spezielle Programme, die sich an die Wirtschaft und die Hochschulen richten sind, nach Ansicht von Berg, die optimale Lösung, da sich auf diese Weise eine belastbare Infrastruktur entwickelt.
Doch die Firmen und Konzerne müssen sich ebenfalls mit diesen neuartigen Möglichkeiten beschäftigen. Erst ungefähr 10 Prozent aller Betriebe sind mit der Blockchain in Berührung gekommen oder haben davon gehört. Die Manager sehen in ihr noch keine wirkliche Option und hegen Bedenken. Viele von ihnen möchten die Entwicklung abwarten und zu einem passenden Zeitpunkt einsteigen. Aber bei einem geringen Interesse bleiben auch die Weiterentwicklungen auf einem geringen Niveau, da kein Innovationsdruck entsteht. Dieser tritt erst auf, wenn viele Teilnehmer vorhanden sind und nach Verbesserung verlangen. Auf diese Weise entsteht ein Wettbewerb, von dem die Entwickler und die Endkunden profitieren.


Vorhandene Probleme

Blockchain-Lösungen kommen besonders bei Digitalwährungen zum Einsatz. Ohne sie ist das Minen von Coins unmöglich. Den Bitcoin gäbe es in dieser Form nicht. Zusätzlich brauchen Investoren und Anleger diese dezentralen Datenbanken für den Erwerb und Verkauf ihrer Anteile. Durch die kryptografische Absicherung ist die Transparenz sichergestellt und Fälschungen können nicht auftreten.


In vielen Wirtschaftsbereichen bietet sich die Nutzung an. Entscheiden sich Logistikfirmen für diese Art der digitalen Verwaltung, folgt daraus ein besser nachverfolgbarer Güterstrom. Doch noch sind keine international anerkannten Standards vorhanden, welche eine firmen- und länderübergreifende Kommunikation und Darstellung gewährleisten.
Ebenso gibt es viel zu wenige Fachleute, die sich auskennen und an neuen Lösungen arbeiten. Daher ist es unerlässlich, dass junge Studierende, Programmierer und Techniker sich für die Blockchain interessieren und begeistern lassen. Studiengänge und Weiterbildungen sind daher angebracht. Die einzelnen Bundesländer sind deshalb in der Verantwortung, da Bildung Ländersache ist. Selbstverständlich müssen wirtschaftsnahe Institutionen ebenfalls ihren Beitrag leisten und die passenden Angebote für Interessierte schaffen.
Ferner ist es unerlässlich, dass sich die Bundesregierung aus „eigner Kraft“ für diese Herausforderung interessiert und für den Fortschritt sorgt, der für die gesamte Gesellschaft von Vorteil ist.