Deutschland wird immer interessanter für US-Unternehmen

Der aktuelle Zollstreit, der zwischen den USA und Europa herrscht, scheint keinen negativen Einfluss auf die Geschäftsinteressen US-amerikanischer Unternehmen zu haben. Aus einer Umfrage geht sogar hervor, dass diese ihr Deutschlandgeschäft ausbauen wollen.

Wachsende Geschäfte in Deutschland

Politisch betrachtet ist die Situation zwischen den USA und Europa ziemlich angespannt, sodass auch Handelshemmnisse im Rahmen des möglichen liegen. Dennoch erwarten die meisten US-Unternehmen, dass die Geschäfte in Deutschland weiterhin wachsen werden. Aus einer Umfrage der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) geht hervor, dass 82 Prozent der US-Unternehmen, welche in Deutschland aktiv sind, mit einem Umsatzplus im aktuellen Geschäftsjahr rechnen. Dieser Trend führe dazu, dass die Firmen auf der Suche nach weiterem Personal sind und die Investitionen steigern wollen. Insgesamt wollen 61 Prozent der befragten Unternehmen das Geschäft in den kommenden drei bis vier Jahren ausbauen. Werden deutsche Unternehmen befragt, die in den USA aktiv sind, so erwarten sogar 80 Prozent dieser Unternehmen einen steigenden Umsatz. Zusätzlich wollen 70 Prozent der Unternehmen die Investitionen steigern.

Deutschland ist ein beliebter Investitionsort

Aus den Ergebnissen der Umfrage geht hervor, dass sowohl Deutschland, als auch die USA, besonders attraktiv für Investitionen sind. Diese Attraktivität wird auch von der aktuellen Diskussion um Handelssanktionen nicht negativ beeinflusst. Der deutsche Markt kann Unternehmen insbesondere aufgrund von einer starken Binnennachfrage sowie einer stabilen Wirtschaft überzeugen. Deutsche Unternehmen profitieren wiederum von der US-Steuerreform, welche die Attraktivität für weitere Investitionen steigert.

US-Unternehmen bescheinigen dem Wirtschaftsstandort eine hohe Attraktivität und verleihen gute Noten. Besonders gut wird die gute Ausbildung der Mitarbeiter bewertet. Doch auch die Qualität der Infrastruktur sowie die Möglichkeiten zur Forschung und Entwicklung werden positiv hervorgehoben. Kritisch werden hingegen die hohen Energie- und Arbeitskosten sowie die hohe Unternehmensbesteuerung hervorgehoben. Doch auch die digitale Infrastruktur sowie die Möglichkeiten für Startups werden von den US-Unternehmen als verbesserungswürdig eingestuft.

Deutsche Unternehmen bemängeln bei US-Markt eine fehlende Planungssicherheit, wobei diese Kritik insbesondere auf die US-Politik ausgerichtet ist. US-Präsident Trump sei in der Entscheidungsfindung nicht berechenbar und hat bereits einen Handelsstreit mit China begonnen. Doch auch Deutschland steht in seinem Fokus, denn er wirft dem Land unfaire Geschäfte vor. Aus diesem Grund möchte er Strafzölle auf Aluminium und Stahl erheben. Diesen würde die EU im gleichen Zuge mit Strafsteuern auf US-Produkte begegnen.