Die Börsaufsicht schaut nun genau hin: Fragwürdige Tweets von Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk hat bereits in der Vergangenheit mehrfach Irritationen und Kritik zu seiner Führung des Unternehmens hinnehmen müssen. Dabei wurde vor allem laut, dass seine Äußerungen auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter mitunter den Börsenkurs seines eigenen Unternehmens stark verändern können. Anfang der Woche hat Musk bei Twitter Pläne geäußert, dass er das Unternehmen bald von der Börse nehmen könnte - der Kurs schoss daraufhin in die Höhe. Nun scheint die Börsenaufsicht, erneut, darauf aufmerksam geworden zu sein.

In den letzten Monaten ist Tesla häufiger durch die Aussagen seines Leiters Elon Musk in Bedrängnis geraten. Bei Twitter äußert sich der CEO nicht nur regelmäßig über Entwicklungen in Wirtschaft und Politik, sondern gibt auch Informationen über sein Unternehmen weiter, die für Investoren interessant sein könnten. Das führte schon in der Vergangenheit zu Kursschwankungen aufgrund von Tweets - also eine ähnliche Form der Kommunikation, die auch der Präsident Donald Trump inzwischen mit seinen Wählern vollführt. Dieses Mal könnte Elon Musk mit seinen Äußerungen allerdings zu weit gegangen sein. Am 07. August twitterte er:

 

"Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured."

Das heißt, dass er Überlegungen angestellt hat, Tesla von der Börse zu nehmen. Den Inhabern der Aktien bietet er 420 Dollar - was in etwa dem Kurs zu diesem Zeitpunkt entsprach - pro Aktie an. Laut seiner Aussage ist die Finanzierung für dieses Vorhaben zudem gesichert. In der Folge stiegen die Aktienkurse von Tesla erheblich, durchbrachen kurzzeitig die Marke von 480 Dollar, ehe sie sich im Bereich der 460 Dollar einpendelten. Gerade in Verbindung mit dem kürzlichen Einstieg Saudi-Arabiens in sein Unternehmen war also ein deutlicher Push des Kurses an den Börsen zu vermelden. Aber in wie weit stimmen diese Aussagen überhaupt? Das interessiert nun auch die SEC, die Börsenaufsicht der US-Börse.

 

Elon Musk und Tesla werden untersucht

Das Problem an der Aussage von Musk sind die puren Fakten: 82 Milliarden Dollar sind für das Unternehmen aufzurufen - inklusive der vorhandenen Schulden. Bisher hat noch niemand gewagt eine solch große Unternehmung wieder von der Börse zu holen. Jetzt muss die SEC, also die Börsenaufsicht der Amerikaner, prüfen, ob es sich bei dem Tweet von Elon Musk um eine Markt-Manipulation handelt. Die Indizien dafür sind deutlich. Es ist unwahrscheinlich, dass die Finanzierung für eine erneute Privatisierung des Unternehmens wirklich gegeben ist. Darüber hinaus hat Tesla in den letzten Monaten selten wirklich positive Meldungen in Hinblick auf die Entwicklung und die Umsätze von sich gegeben. Elon Musk könnte damit in eine Falle getreten sein: Twitter bietet sich für Informationen an, führt aber schnell zu Entwicklungen, die selbst die Geschäftsmänner großer Unternehmen nicht mehr überblicken können.

Sollte die SEC zu dem Urteil kommen, dass Musk in diesem Fall der Manipulation der Märkte schuldig ist, könnte es zu Klagen in Milliardenhöhe kommen. Es bleibt also abzuwarten, ob Elon Musk seine mutige Aussage in irgendeiner Form beweisen kann. Bei Tesla wollte man sich dazu bisher nicht äußern.