Die CeBIT hat mit ihrem neuen Konzept eine Zukunft – allerdings wird sie weiter schrumpfen

Neuausrichtung der CeBIT soll Messe vor der Bedeutungslosigkeit retten 

Die Veranstalter rund um Oliver Frese möchten die CeBIT wieder in den Mittelpunkt der IT-Welt bringen. Dabei soll die CeBIT eine Messe und ein Festival zur gleichen Zeit sein, eine Veranstaltung, welche das Flair des Silicon Valleys adaptiert. So gibt es beispielsweise ein Bällebad, welches die Besucher benutzen können. Nachdem die wichtigsten Meetings abgehalten worden, konnten alle Beteiligten zum Live-Konzert von Jan Delay gehen. Schlussendlich soll die CeBIT nach der Neuorganisation ein Ort für digitale Denker und IT-Entscheider sein. Zudem war es das Ziel der Deutschen Messe AG, die Entwicklung hin zur Bedeutungslosigkeit zu verhindern.

Wie sich in diesem Jahr zeigte, war die Reorganisation erfolgreich und konnte vor allem mehr junge Besucher anlocken. Die neue Organisation offenbarte sich insbesondere durch das aufgekommene Flair, welches sich an einigen Stellen des weitläufigen Messegeländes offenbarte. Auf Rückfrage war ein Großteil der Unternehmen angetan von der neuen Aufmachung der CeBIT. Allerdings gab es auch negative Meinungen zur Reorganisation, denn vor allem traditionelle Besucher und Aussteller wehren sich gegen den benötigten Wandel. Laut den Experten wird die CeBIT weiterhin eine Zukunft haben, jedoch werden auch weiterhin sinkende Besucherzahlen erwartet.

 

Messe soll zur Plattform der Digitalisierung werden 

Die neue Strategie zielt darauf ab, die Messe zu einer Plattform zu transformieren, welche sich im Speziellen auf die Digitalisierung fokussiert. Demnach gehen die Veranstalter auch einen richtigen Weg, denn schmucklose Spanplattenstände sind keine geeignete Aufmachung, um das Flair der Digitalisierung zu transportieren. Dahingegen werden vor allem interaktive Formate und ein aktiver Austausch zwischen Startups und etablierten Konzernen benötigt. Hierzu gehören auch anschauliche Beispiele, welche zur Visualisierung und Verdeutlichung des eigenen Geschäftsmodells beitragen.

Doch gerade die Entwicklung sorgt dafür, dass sich der Charakter der Messe wandelt. So regen sich einige Aussteller über jene Besucher auf, die lediglich zwischen den Ständen umhergehen und auf der Suche nach Werbegeschenken sind. Aufgrund der neuen Ausrichtung stellen sich jedoch auch Fachbesucher die Frage, ob ein Besuch der Messe auch in Zukunft einen Mehrwert bieten wird. Diese Entwicklung entspricht einem Konflikt, der bereits in der Vergangenheit der CeBIT stattgefunden hat und in Zukunft so manches Unternehmen beschäftigen wird. Grundsätzlich werden sich viele Aussteller fragen, ob ein Messeauftritt auf der CeBIT weiterhin einen Mehrwert für das eigene Geschäft bietet.

 

CeBIT verzeichnete Besucherschwund 

Dieses Jahr konnte die CeBIT lediglich 120.000 Besucher anziehen. Dies entspricht somit einem Schwund von 80.000 Besuchern. Allerdings hat der Vergleich der Besucherzahlen nur eine bedingte Aussagekraft, denn die Messe war einen Tag kürzer als bisher und musste unter Einbeziehung eines neuen Konzepts während eines neuen Zeitraums die Kunden anlocken.

Werden diese Rahmendaten berücksichtigt, so sind diese Zahlen keinesfalls schlecht und die CeBIT bekommt eine neue Chance zum Fortbestand. Dennoch sollten die Besucherzahlen nicht mehr sinken, da ansonsten schlichtweg die kritische Masse fehlt, welche für eine Veranstaltung dieses Ausmaßes benötigt wird.