Die Gefahr eines Handelskrieges steigt wegen des starken Dollars

Der Dollar wird immer stärker. Dadurch ziehen neue wirtschaftspolitische Konflikte herauf.

Aus dem Blickwinkel der USA heraus verbilligt ein starker Dollar Importe und verteuert Exporte. Durch eine aufwertende Währung wird das US-Handelsbilanzdefizit noch größer. Die gegenwärtigen Wechselkursverschiebungen können deshalb den Handelskonflikt weiter verschlimmern.

Zu Trumps handelspolitischen Zielen gehört kein starker US-Dollar. Die USA sollen nach Möglichkeit mit jedem einzelnen Handelspartnerland eine ausgeglichene Handelsbilanz ausweisen. China soll das US-Defizit um fast zwei Drittel verringern. Andernfalls drohen hohe Zölle und andere nichttarifäre Handelshemmnisse. Insbesondere gegenüber dem Überschussland Deutschland besteht das Risiko einer Eskalation weiter und ist lediglich auf die Zukunft verschoben. Wegen der anstehenden Neuwahlen zum Kongress darf das Trumpsche Drama nie enden.

Viele Unternehmen und Regierungen haben sich in den Schwellenländern in den vergangenen Jahren zur Nutzung der niedrigen US-Zinsen in Dollar verschuldet. Nun nimmt die Nervosität der Anleger zu. Der Wertverfall des argentinischen Peso hat eine Währungskrise ausgelöst. Auch in der Türkei hat der Lira in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Genauso könnten Ägypten und Südafrika durch eine Kapitalflucht betroffen werden.

Selbst die Unabhängigkeit der Notenbank könnte gefährdet werden, wenn von der US-Regierung schnelle Lösungen im Hinblick auf das Handelsdefizit angestrebt werden. Bislang ist davon noch nicht die Rede. Aber Trump neigt ja dazu, anderen die Schuld am Handelsbilanzdefizit zuzuweisen. Wenn steigende Zinsen zu einem noch höheren Dollarkurs führen, könnte die Notenbank von der Politik unter Druck gesetzt werden. Heute werden nicht mehr Endprodukte zwischen einzelnen Ländern gehandelt, sondern vor allem Zwischenprodukte mit komplexen Wertschöpfungsketten. Darüberhinaus soll der Niedergang der USA durch Hochrüstung, Kriege sowie ständige militärische Drohungen aufgehalten werden. Insgesamt zeigt sich ein strukturelles Problem entwickelter kapitalistischer Gesellschaften.

Um mehr Wohlstand für die Amerikaner zu erreichen, strebt die USA neue Handelsabkommen an. Durch eine Reorganisation der WTO sollen die Märkte effizienter werden. Durch ökonomische Sicherheit soll die nationale Sicherheit gefestigt werden.