Die Investition in Gold-ETCs - Steuertipp

Gold ist eine sehr wertbeständige Kapitalanlage, in welche Anleger nicht nur physisch, sondern auch in Form von Gold-Zertifikaten (ETCs) investieren können. Das bekannteste dieser Zertifikate ist das Xetra-Gold. Diese Zertifikate werden gegenüber sonstigen Zertifikaten anders besteuert.

Gold ist eine sehr wertbeständige Kapitalanlage, in welche Anleger nicht nur physisch, sondern auch in Form von Gold-Zertifikaten (ETCs) investieren können. Das bekannteste dieser Zertifikate ist das Xetra-Gold. Diese Zertifikate werden gegenüber sonstigen Zertifikaten anders besteuert. Im März 2018 veröffentlichte der Bundesfinanzhof hierzu eine anlegerfreundliche Entscheidung unter dem Aktenzeichen IX R 33/17.

Goldzertifikate als börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen

Die betreffenden Goldzertifikate sicherten als börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen dem Privatanleger eine physische Goldlieferung zu (sogenannte physisch unterlegte ETCs). Der Wert der Zertifikate bildete exakt den Goldpreis ab, nur dass das Gold physisch in Banktresoren lagert. Der BFH hatte bereits im Jahr 2015 entschieden, dass die Abgeltungssteuer entfällt, wenn Anleger Xetra-Gold nach mehr als einem Jahr (sogenannte Haltefrist) veräußern. Diese Halte- oder Spekulationsfrist gilt auch für viele andere materielle Anlagegüter. Bemerkenswert an den Goldzertifikaten war, dass diese zwar physisch unterlegt sind, der Anleger aber materiell kein Gold besitzt. Daher wäre es denkbar, sie als reine Open-end-Zertifikate zu klassifizieren, die es in Form von Knock-outs und CFDs in unendlicher Zahl auf alle möglichen Assets gibt und deren Gewinne immer der Abgeltungsteuer unterliegen - unabhängig von ihrem Verkaufszeitpunkt.

Bei den Gold-ETCs wurde aber wegen der physischen Unterlegung ein Unterschied gemacht, ihr Verkauf nach der Spekulationsfrist wurde wie der Verkauf eines physischen Spekulationsobjektes behandelt, nämlich steuerfrei. Bislang war allerdings noch nie abschließend geklärt worden, ob Xetra-Gold zu versteuern ist, wenn es innerhalb des ersten Jahres nach Kauf gegen physisches Gold getauscht wird. Das ist ein nochmals abgetrennter Vorgang, der mit der Spekulationsfrist an sich nichts zu tun hat. Hierzu hat der BFH nun geurteilt, dass es sich dabei um keinen steuerpflichtigen Vorgang handelt. Es sei keine Veräußerung, so die Richter, sondern eine Einlösung. Nach ihrer Ansicht hat der Anleger bereits durch den Kauf des Xetra-Gold-Zertifikates das Gold angeschafft. Damit bleibt die Einlösung steuerfrei. Dieses Urteil betrifft allerdings nur das Xetra-Gold. Es gibt andere Gold-ETCs wie Gold-Bullion, zu denen andere Gerichte - in diesem Fall das Thüringer Finanzgericht - andere Urteile fällten. Anleger müssen bei sonstigen Goldinvestments daher die steuerliche Behandlung prüfen.

BFH-Urteil vom 06.02.2018, Az.: IX R 33/17 (Leitsatz)

Eine Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibung ist bei ihrer Einlösung nur ein Tausch, kein steuerpflichtiger Vorgang im Sinne des § 23 Absatz 1 S. 1 Nr. 2 EStG. Geklagt hatte ein Ehepaar, das Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen für 33.556,90 Euro erworben hatte. Die Kläger ließen sich das Gold später physisch liefern, erzielten durch den gestiegenen Wert des Goldes einen fünfstelligen Gewinn und gaben diesen in der ESt-Erklärung an. Das Finanzamt besteuerte diesen Gewinn des daheim lagernden Goldes, dagegen klagten die Eheleute und erhielten in erster Instanz Recht. Das Finanzamt ging in Revision, unterlag aber vor dem Bundesfinanzhof.