Die Jagd auf die Einhörner

Im bisherigen Jahresverlauf wurden bereits 23 sogenannte Einhörner am Börsenparkett verkauft. Bei einem Einhorn handelt es sich um ein Startup, welches über eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar verfügt. Zudem wurden weitere elf Startups von Risikokapitalgebern aufgekauft. Insgesamt wurden somit 34 Startups mit einer Milliardenbewertung verkauft. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um ein Drittel.

Zusätzlich wird deutlich, dass die Bewertung der Börsenkandidaten über den Erwartungen der Marktteilnehmer lagen. Insgesamt sechs Unicorns erreichen eine Bewertung von mehr als zehn Milliarden Dollar. Dabei zahlten große Konzerne wie Walmart oder Microsoft Milliardensummen, um in aussichtsreiche Startups zu investieren. Microsoft übernahm Github, ein Onlinedienst für Filehosting, für 7,5 Milliarden Dollar. Wallmart investierte ebenfalls stattliche Summen für die Akquisition von Flipkart, ein indisches E-Commerce-Unternehmen.

 

Anzahl der Einhorn-Exits wird steigen 

Während im Jahr 2016 lediglich sieben Unternehmen ein Exit von mehr als einer Milliarde Dollar realisieren konnten, stieg diese Anzahl in den darauffolgenden Jahren. Zehn Übernahmen mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar konnten damals aufgezeichnet werden. Im darauffolgenden Jahr 2017 sanken die Übernahmen auf acht Stück. Dahingegen erreichten die Milliardenexits jedoch einen neuen Höchststand. Insgesamt konnten 17 Exits mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde Dollar aufgezeichnet werden. Das aktuelle Jahr dürfte sich dahingegen als Rekordjahr etablieren, denn allein im ersten Halbjahr des Jahres 2018 wurden 23 Unicorns im Rahmen eines Milliarden-Exits am Markt veräußert. Zusätzlich wurden elf Unternehmen für ein Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar übernommen.

Im kommenden Jahr könnte die Anzahl der Milliarden-Exits weiterhin ansteigen. Experten erwarten, dass Unternehmen wie Uber, Didi Chuxing und Airbnb den Weg an die Finanzmärkte wagen werden. Sollte dieses Szenario zur Realität werden, so könnte sich das Volumen der Milliarden-Exits weiterhin erhöhen. Ein Blick auf das aktuelle Jahr zeigt, dass ein Großteil der Unicorns aus den USA oder aus China stammen. Europa liegt lediglich auf dem dritten Platz im globalen Ranking.

In den USA wurden insgesamt 16 Unternehmen mit einer Milliardenbewertung veräußert. Sieben dieser Unternehmen wurden von anderen Firmen übernommen, während weitere neun Unternehmen den Weg an das Börsenparkett suchten. Auch zwölf chinesische Unternehmen erreichte eine Milliardenbewertung. Drei dieser Unternehmen wurden aufgekauft, während neun Unternehmen eine Milliardenbewertung an der Börse realisierten. In Europa konnten lediglich vier Unternehmen eine Bewertung im Milliardenbereich erreichen. Alle Unternehmen unternahmen ein Initial Public Offering und gingen somit an die Börse. In Japan und Indien wurde jeweils ein Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar registriert.

In Summe erreichen alle börsennotierten Einhörner eine Börsenbewertung von mehr als 200 Milliarden Dollar. Dahingegen belief sich die Summe der Übernahmen auf 45 Milliarden Dollar. Allein im Jahr 2018 wurden 70 Milliarden Dollar in Startups investiert, welche eine Bewertung von über einer Milliarde Dollar besitzen.