Die Lieferroboter dieses Startups werden getreten – den CTO stört das nicht

Normalerweise würde es einen Besitzer erzürnen, wenn sein Eigentum von unbekannten Personen getreten würde. Vor allem, wenn es dabei um komplizierte und kostspielige Technik wie einen Roboter geht. Doch der CTO Ahti Heinla des Startups Starship Technologies findet das okay. Dessen Lieferroboter fährt dann einfach weiter. 

Geschundene Lieferroboter 

Mit 6 Stunden pro Kilometer rollen die etwa 55 Zentimeter großen Kisten auf Rädern über Hamburgs Straßen. Es handelt sich um die Essenslieferroboter des Startups Starship Technologies. Die kleinen Roboter schimpfen nicht, umfahren sorgsam Menschenbeine, machen keinen Lärm. Dennoch kommt es immer mal wieder vor, dass sie von Passanten getreten werden. Ob es nun Antipathie gegenüber dem technischen Fortschritt ist, besorgte Bürger, die in dem Roboter einen Konkurrenten am Arbeitsplatz sehen oder einfach nur Spaß am Vandalismus; weswegen die Roboter Opfer von gelegentlichen Tritten werden, lässt sich so genau nicht sagen. 

Den CTO Ahti Heinla jedoch stört es nicht. Die Menschen sollen gerne ihre Wut an seiner Schöpfung auslassen, sagte er in einem Interview im Business Insider. Der Roboter würde dann einfach weiterfahren und seinen Job erledigen. Schon 2016 soll es einen Fall gegeben haben, bei dem ein Bürger versuchte, eine Flagge vom Roboter zu reißen. Für das Startup gibt es aber keinen Grund zur Sorge. Diese Vorfälle sollen äußerst selten sein. Bei rund 80 Prozent der Begegnungen von insgesamt 15 Millionen Mensch würde der Roboter von den Passanten einfach ignoriert werden. Insgesamt sollen die meisten Reaktionen äußerst positiv sein. 

Domino liefert Pizza mittels Roboter 

Die Roboter fahren ihre Schichten für Domino's Pizza. 2017 startete der Testlauf in Hamburg, genauer im Stadtteil Eimsbüttel. Die künstlichen Lieferanten auf sechs Rädern sollen die Pizzen im Umkreis von zwei Kilometern einer Filiale ausliefern. In Hamburg sind die Lieferroboter keine Unbekannten: Der Logistikdienstleister Hermes setzte sie unlängst in einem Pilotprojekt in der Hansestadt ein. 

Das Startup konnte zur Finanzierung seines neuen Testlaufs $25 Millionen einnehmen. Bis zum Ende des Jahres sollen bis zu 1000 Lieferantenroboter über die Straßen flitzen. Nicht nur in Hamburgs Straßen, auch auf mehreren Campussen in den Vereinigten Staaten und Europa soll der automatische Pizzalieferant zum Einsatz kommen. Starship Technologies wurde 2014 von den von Ahti Heinla und Janus Friis gegründet, zwei Mitbegründern des Instant-Messaging-Dienstes Skype. Kürzlich übernahm Lex Bayer von Airbnb die Geschäftsführung von Starship Technologies.