Die Limo ist tot - lang lebe Coca-Cola

Coca Cola steht seit längerem in der Kritik, denn viele Verbraucherschützer machen die braune Brause für Krankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit verantwortlich. Diese Vorwürfe weist das Unternehmen vehement ab. Doch während die Streitigkeiten anhalten, macht Coca Cola immer bessere Geschäfte mi den kalorienarmen Alternativprodukten.

Kalorienarme Coca Cola wird immer beliebter

Der Coca-Cola-Konzern gehört zu den bekanntesten Marken und größten Dividendenzahlern weltweit. Zum aktuellen Zeitpunkt rührt ein Großteil des Unternehmenserfolges von der kalorienarmen Coca Cola Zero Sugar. Vor allem im zweiten Jahresquartal konnte sich das Produkt zum Absatztreiber des Konzerns entwickeln. Doch auch die Light-Produkte und das klassische Mineralwasser konnten gute Verkaufszahlen realisieren. Insbesondere die Zuckersteuer, die in 30 Ländern eingeführt wurde, hat bisher keinen negativen Einfluss auf die Geschäfte des Konzerns. 

So wurde bereits im April dieses Jahres eine Strafsteuer auf Getränke mit zusätzlichen Zucker in Großbritannien eingeführt. Diese Steuer sieht ab einem Zuckerzusatz von fünf Gramm pro 100 Milliliter Flüssigkeit eine Sonderabgabe von 18 Pence vor. Sollte der Zuckeranteil bei über acht Gramm liegen, so steigt die Sonderabgabe auf 24 Pence an. Doch auch 29 weitere Länder führten eine vergleichbare Steuer ein, die Konsumenten vor zuckrigen Getränken schützen soll. 

Zu diesen Ländern gehören etwa Frankreich, Mexiko, mehrere pazifische Inseln, einzelne US-amerikanische Städte und Norwegen. Und Gesundheitsexperten sehen bereits jetzt erste Erfolge. Demnach soll der Absatz von zuckerhaltigen Getränken in Mexiko bereits um mehr als acht Prozent. Die US-Stadt Berkeley verzeichnete einen steigenden Wasserabsatz, sodass 60 Prozent mehr klassische Wasserflaschen gekauft wurden. 

Auch die Politik in Deutschland befasst sich mit der Frage, ob eine Zuckersteuer eingeführt werden soll. Doch vor allem die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner leht eine solche Zwangsabgabe ab. Stattdessen soll eine nachhaltige Strategie entwickelt werden, welche zur Reduktion von Fett, Salz und Zucker dient.


Verbraucherschützer greifen Coca Cola an

Bereits seit Monaten lässt sich ein Streit zwischen Verbraucherschützern wie Foodwatch und Coca Cola beobachten. Nach den Aussagen der Verbraucherschützer sei Coca Cola an der Zahl der steigenden Diabeteserkrankungen sowie an der Fettleibigkeit schuld. Vor allem die millionenschweren Marketingmaßnahmen des Konzerns würden dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche das Produkt konsumieren. Auch 60 Prozent der in Deutschland angebotenen Erfrischungsgetränke enthalten zu viel Zucker. Von einer Überzuckerung wird gesprochen, wenn ein 0,25-Liter-Glas mehr als vier Stück Würfelzucker enthält. 

Für Coca Cola sind solche Anschuldigen unhaltbar, denn die Fettleibigkeit ist ein komplexes Problem, welches nicht durch eine Steuer bekämpft werden kann. Doch um dem hohen Zuckergehalt entgegenzuwirken, will der Konzern neue Rezepte testen, welche eine Reduktion des Zuckergehalts vorsehen. Demnach sollen die Produkte für den EU-Markt bis 2020 zehn Prozent weniger Zucker enthalten. Zum aktuellen Zeitpunkt enthalten 65 Prozent der Coca-Cola-Produkte auf dem deutschen Markt zusätzlichen Zucker. Lediglich 19 Prozent der Getränke kommen ohne zusätzlichen Zucker aus. 


Steigender Gewinn

Für Coca Cola ist die aktuelle Debatte um zu viel Zucker egal, denn das Unternehmen konnte den Gewinn um rund 70 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar steigern. Vor allem die Kosteneinsparungen trugen zu diesem Ergebnis bei. Demnach wurden Abfüllbetriebe verkauft und an andere Unternehmen abgegeben. Wird dieser Effekt herausgerechnet, so stieg der Umsatz des Unternehmens weltweit um fünf Prozent an.