Die Macht von Blackrock

Larry Fink gilt als einer der relevantesten Vermögensverwalter unserer Zeit und konnte insbesondere durch die Gründung von Blackrock den Markt verändern. Dabei ranken sich viele Geschichten um die Risikoanalysesysteme Blackrocks.

Larry Fink gilt als einer der relevantesten Vermögensverwalter unserer Zeit und konnte insbesondere durch die Gründung von Blackrock den Markt verändern. Dabei ranken sich viele Geschichten um die Risikoanalysesysteme Blackrocks.

Die große Marktmacht Blackrocks

Die Meinung des Blackrock-Gründers und -Chefs, Larry Fink, hat ein hohes Gewicht an den globalen Finanzmärkten. Dies liegt nicht an einem aggressiven Auftritt, sondern vielmehr an seinem Knowhow, welches er bei der Schaffung von schlauen Finanzprodukten und -instrumenten unter Beweis stellte. Mittlerweile gehören neben Lebensversicherern, Pensionskassen und Versorgungseinrichtungen auch viele Privatanleger zum Kundenstamm des Unternehmens. Mittlerweile haben die Privatanleger bereits 6.000 Milliarden US-Dollar über Blackrock investiert.

Zudem sprechen die Privatanleger Blackrock ein positives Image zu, der vergleichsweise günstige Investmentprodukte anbietet. Dennoch ranken sich viele Verschwörungstheorien um Blackrock, welche immer wieder durch kritische Kommentare von Experten oder Autoren angefeuert werden.Des Weiteren befinden sich rund 2,1 Prozent der globalen Geld- und Immobilienvermögen in der Verwaltung von Blackrock, sodass lediglich die großen Notenbanken mehr Geld verwalten.

Börsenindizes als Geschäftsmodell

Ein großer Teil des Kerngeschäfts basiert auf dem Kopieren von Börsenindizes, welche anschließend als Exchange-Traded-Funds (ETF) am Markt gehandelt werden. Grundsätzlich gilt dieses Geschäft als margenschwach, doch das Unternehmen hat über die Marke iShares einen Marktanteil von 44 Prozent in Europa. Zudem können jährlich rund 299 Milliarden Euro innerhalb Europas über dieses Geschäftsmodell gesammelt werden.

Durch dieses Fremdkapital verfügen die Amerikaner über ein enormes Gewicht am Kapitalmarkt. Zudem befinden sich rund 4,5 Prozent der DAX-Aktien im Besitz des New Yorker Unternehmens. Aufgrund der ETF-Rentenfonds gilt Blackrock auch als großer Kapitalgeber für Staaten und Unternehmen. Die aktuelle Marktmacht kann bei einem Abbau der globalen ETF-Positionen zwar ebenfalls schwinden. Doch ein solches Szenario war im vergangenen Jahr nicht denkbar, denn Anleger haben rund 245 Milliarden Dollar in neue iShares-ETFs investiert.

Marktmacht hat noch keine Auswirkung auf die Marktmechanismen

Das Blackrock über eine hohe Marktmacht verfügt ist unstrittig. Allerdings sorgt diese Marktmacht nicht dafür, dass die Wettbewerber chancenlos sind. Oftmals gibt es bessere oder günstigere Konkurrenzprodukte, die zudem mit geringen Kursabweichungen zum Index überzeugen können. Laut Detlev Glow, dem Europa-Research-Chef bei Reuters, wirkt sich die Marktmacht Blackrocks nicht negativ auf die Entwicklung der Preise im ETF-Markt aus. Dies verdeutlicht sich beispielsweise an der Kostenentwicklung beim ETF auf den Euro Stoxx 50, denn diese lagen 2010 noch bei 0,19 Prozent und konnten mittlerweile auf 0,1 Prozent gesenkt werden.

Kritischer wird die aktuelle Situation jedoch von Achim Wambach betrachtet, dem Präsidenten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, denn die hohen Beteiligungen Blackrocks an den Unternehmen könnten negative Auswirkungen auf den Wettbewerb haben. Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass Beteiligungen großer Investoren an einer Vielzahl von Unternehmen einer Branche dazu führe, dass die Investoren ein geringeres Interesse an Wettbewerb hätten.

Untersuchung der Monopolkommission

Dieser Umstand führt auch dazu, dass die Monopolkommission die Marktmacht Blackrocks genauer untersucht. Insbesondere das Konglomerat aus Blackrock, Vanguard und State Street sorgt für Misstrauen und steigende Sorgen. Die Positionierung der Unternehmen als moralische Instanz sei zudem auch eine kritische Entwicklung.

Die kontrollierenden Institute befinden sich zudem vor allem in Frankfurt und Dublin, wobei ein Großteil der ETFs in Irland aufgelegt werden. In Deutschland wird Blackrock durch die BaFin kontrolliert. Doch die Beziehungen des Unternehmens in die Politik und Wirtschaft sind hervorragend, sodass geschäftspolitische Entscheidungen auch auf den politischen Ebenen diskutiert werden. Die zukünftigen Entwicklungen, welche auf Big-Data-Analysen basieren werden, lassen jedoch noch genügend Luft für Neuerungen und Kostensenkungen, sodass noch keine Rede von einem Monopol sein kann.