Die „mächtigsten“ Reisepässe der Welt

Singapurer und Südkoreaner auf Platz 1, Afghanistan ist das Schlusslicht.

Kaum zu glauben, dass man bei fast jeder Urlaubsreise im Vorfeld ein Visum beantragen muss, das mitunter sogar abgelehnt werden kann, wenn man die Auflagen, die extrem streng sind, nicht erfüllt. Für Iraker, Äthiopier, Afghanen oder auch Syrer keine Seltenheit. Am Ende hängt nämlich die Reisefreiheit immer von der Staatsangehörigkeit ab. Das heißt, es gibt sehr wohl auch „mächtige“ Reisepässe - wer also den richtigen Pass hat, der muss sich kaum Gedanken darüber machen, dass ihm die Einreise in das Zielland verwehrt wird.

 

Deutschland liegt auf Platz 2

Arton Capital, eine Beratungsfirma, die hinter der Internetseite „Passportindex“ steckt, beschäftigt sich mit den Visabestimmungen der unterschiedlichen Staaten, um danach ein Ranking erstellen zu können, welche Reisepässe besonders mächtig sind. Im Zuge der letzten Analyse wurden 199 Länder verglichen, um am Ende herausfinden zu können, welche Reisepässe die meisten Vor- aber auch Nachteile mit sich bringen. 2015 und auch 2016 lag Deutschland auf dem ersten Platz - derzeit befinden sich aber Singapur und Südkorea an der Spitze. Südkoreaner und Singapurer können in 163 Länder einreisen - ohne Visum (oder mit einem Visum, das vor Ort nach der Ankunft ausgestellt wird). Den Japanern und Deutschen stehen 162 Staaten zur Verfügung - 126 können visumfrei besucht werden, in 36 Staaten muss das Visum nach der Ankunft beantragt werden. Dahinter, also auf Platz 3, befinden sich Dänemark, Italien, Finnland, Frankreich, Spanien und Schweden - den Bürgern stehen 161 Länder visumfrei zur Verfügung. Auf dem vierten Platz liegen Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Belgien, Großbritannien, die USA und Österreich - ohne Visum können 160 Länder besucht werden. Auf dem letzten Platz liegt Afghanistan - mit einem derartigen Pass gibt es gerade einmal in 25 Ländern eine Visumfreiheit.
 

Beratungsfirma Henley & Partners kommt auf ein ähnliches Ergebnis

Die Reisefreiheit, die durch die unterschiedlichen Pässe entsteht, wurde auch von Henley & Partners, einer Beratungsfirma aus Großbritannien, analysiert. Die Ergebnisse sind mit der Analyse von Arton Capital zu vergleichen - auch hier landet Deutschland auf dem zweiten Platz. Nach ihren Angaben stehen den Deutschen 179 Länder ohne Visum zur Verfügung. Warum es hier einen Unterschied gibt? Nicht jedes Territorium muss automatisch als Staat angesehen werden.

Die mächtigsten Reisepässe:

    Platz 1: Südkorea, Singapur = 163 Länder
    Platz 2: Deutschland, Japan = 162 Länder
    Platz 3: Schweden, Finnland, Dänemark, Frankreich, Spanien, Italien = 161 Länder
    Platz 4: Luxemburg, Niederlande, Belgien, Norwegen, Portugal, USA, Großbritannien, Österreich = 160 Länder
    Platz 5: Malaysia, Irland, Schweiz, Kanada = 159 Länder
    Platz 6: Griechenland = 158 Länder
    Platz 7: Tschechien, Australien, Malta = 157 Länder
    Platz 8: Neuseeland = 156 Länder
    Platz 9: Island, Ungarn = 155 Länder
    Platz 10: Polen, Litauen, Slowenien, Slowakei, Lettland = 154 Länder

Das untere Ende der Liste:

    Platz 1: Afghanistan = 25 Länder
    Platz 2: Irak = 28 Länder
    Platz 3: Pakistan = 29 Länder
    Platz 4: Syrien = 32 Länder
    Platz 5: Somalia = 33 Länder