Diese Zusammenkunft ist ein Fintech-Highlight

Das „Fintech Festival Singapur“ ist eine weltweit wichtigsten Messen der Branche und zog in diesem Jahr wieder knapp 40.000 Interessierte an. Es ist kein Wunder, dass dieser Kongress in Südostasien stattfand. Die dortigen Unternehmen und Nationen entdeckten die Potenziale dieses Industriezweigs schon früh, weshalb dort der Wissensvorsprung groß ist. Zusätzlich sind Konzerne und Investoren wesentlich aufgeschlossener. Sie sehen die Chancen und konzentrieren sich weniger auf die Risiken.

Damit das Treffen möglichst effektiv verlief, planten es die Verantwortlichen hervorragend durch. Dabei bemerkten die Fachleute, dass nicht nur die Privatwirtschaft ein hohes Interesse an den Neuerungen und Fortschritten besitzt. Die Regierung des Landes ist ebenfalls daran interessiert und unterstützt daher Maßnahmen, die der Erweiterung des Wissens und der Verbesserung von Beziehungen innerhalb dieses Sektors dienen. Vertreter von Regierungseinrichtungen bestachen durch ihr ausgezeichnetes Wissen und überzeugten in Fachgesprächen. Auch die anwesenden Banker bewiesen, dass sie sich eingehend mit diesem Markt befassen und in ihm gute Entwicklungsmöglichkeiten sehen, weshalb ihre Arbeitgeber ihr Vermögen durch das Anlegen in solchen Unternehmen leicht vermehren können.
Weiterer wichtiger Aspekt waren neben den Erfolgen die Probleme, vor denen die Branche steht. Nur durch eine effiziente und schnelle Lösung ist ein weiteres rapides Wachstum möglich. Dieses unterstützt zusätzlich die Attraktivität, weshalb sich Anleger für Vertreter dieser Sparte entscheiden.


Durch ein besseres Verstehen der Kundenbedürfnisse sind Banken deshalb in der Lage, dass sie ihrem Gegenüber die optimalen Produkte anbieten. Das gelingt jedoch nur, wenn sie sich selbst auskennen und alle wichtigen Fragen in den Gesprächen beantworten können. So kündigte Ravi Menon (Managing Director des Monetary Authority of Singapore (MAS)) an, dass sich sein Staatsorgan damit befasst. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus BaFin und der Zentralbank. Er möchte einen Erfahrungsbericht erstellen und veröffentlichen, der sich mit den Erfolgen und noch zu lösenden Problemen beschäftigt. Es ist auffällig, dass eine staatliche Institution ein solches Projekt mit der Öffentlichkeit teilt, da dort auch negative Aspekte angesprochen werden. In Deutschland und Europa ist es undenkbar, dass die EZB oder LZB ein solches Schreiben in Umlauf bringt.


Singapur ist ein wichtiger Standort mit Vorteilen

Aus ganz Asien siedeln sich dort Unternehmen an und profitieren von den Vorzügen. So ist eine Fintech-Infrastruktur gegeben, was bedeutet, dass man nicht selbst erst eine solche aufbauen muss. Ein derartiges Projekt ist kostenintensiv und Experten gehen zusätzlich davon aus, dass eine jetzige Errichtung zu spät wäre. Daher ist es notwendig, dass sich Unternehmen für Regionen entscheiden, in denen die erforderlichen Bedingungen vorherrschen.


Die Deutsche Bank hat diese Tatsache ebenfalls für sich entdeckt, weshalb sie in Singapur ihr neues Innovationszentrum einrichtet und auf diese Weise jede Menge Geld spart. Zusätzlich ist das Anwerben von geeignetem Personal einfacher, da dieses dort vorhanden ist. In Europa sind Fachkräfte noch Mangelware. Sie absolvieren derzeit ihre Ausbildung oder verfügen über zu wenig praktische Kenntnisse aus dem Berufsalltag. Doch die Konkurrenz ist groß, weshalb die Gehälter hoch ausfallen. In dieser Einrichtung des deutschen Bankhauses geht es um die Weiterentwicklung von schon vorhandenen Angeboten, welche der Konzern auf seine eigenen Bedingungen anpassen muss. Auch Unternehmensabläufe fallen unter diese Kategorie, da die neuen Möglichkeiten eine Anpassung erfordern. Die Vernetzung und der Austausch von Daten sind dabei die wichtigsten Aspekte. Nur durch diese Maßnahmen ist die Deutsche Bank in der Lage, dass es neue Kunden für sich gewinnt und das Interesse an den eigenen Leistungen sowie Produkten zunimmt.


Bestehende Herausforderungen

Noch fehlen gemeinsame Standards und Schnittstellen zur Nutzung jener Technologie. Erst wenn diese entwickelt sind und sich die Unternehmen darauf geeinigt haben, ist ein schwerwiegendes Problem gelöst. Zusätzlich ist es unerlässlich, dass sich die Branche internationaler aufstellt und sich nicht nur auf Regionen konzentriert, die schon über die notwendigen Voraussetzungen zur Ansiedlung verfügen.
Nationale Gesetze stellen ebenfalls eine Hürde dar. Diese fallen unterschiedlich aus und sorgen oftmals dafür, dass es Einschränkungen gibt. Diese betreffen die Entwicklung neuer Produkte ebenso wie deren Vertrieb. Zumeist ist das keine Absicht, doch nur wenn die Regierungen dafür Verständnis zeigen und Änderungen herbeiführen, können beispielsweise europäische Staaten davon profitieren und gehören somit zu Vorreitern auf diesem Gebiet.