Dieser Investor steckt ca. 100 Millionen US-Dollar in deutsche Mobilitäts-Startups

Target Global investiert 100 Millionen Dollar in deutsche Start-up-Unternehmen.

Target Global ist als Risikokapitalgeber mit der Vorliebe für ungewöhnliche Handlungen bekannt. Das Unternehmen investiert gezielt in zahlreiche Start-up-Unternehmen. Nun profitieren ebenfalls deutsche Mobilitäts-Start-ups von der Investitionsbereitschaft. Rund 100 Millionen Dollar stellt Target Global den Unternehmen zur Verfügung, welche an neuen Mobilitätskonzepten arbeitet.

 

Laufend neue Investitionen

Target Global gilt als einer der größten Risikokapitalgeber bzw. Venture Capital Europas. Das Unternehmen investiert laufend in aufstrebende Start-up-Unternehmen in der Mobilitätsbranche. Normalerweise beschränken sich Venture-Capital-Unternehmen wie Target Global selten auf eine Branche. Doch der Risikokapitalgeber geht noch einen Schritt weiter. Der verfügbare Fonds verfolgt einen klar definierten Zweck und besitzt zugleich keinen festgelegten Zeitpunkt, in welchem der Kapitalgeber wieder aussteigt. Bekannte Unternehmen, welche bereits eine finanzielle Stütze durch Target Global erhalten haben, sind beispielsweise Delivery Hero, Auto 1 oder Go Euro. Nun wurden auch deutsche Mobilitäts-Start-ups Teil des Investitionsplans von Target Global.

 

Finanzielle Unterstützung für Unternehmen in Deutschland und Israel

Target Global plant aktuell nicht, in Start-up-Unternehmen weltweit zu investieren. Der deutliche Unternehmensfokus liegt auf Deutschland und Israel. Hauptsächlich Start-ups, welche in der Entwicklung von Mobilitätskonzepten tätig sind, können vom angesammelten Fonds profitieren. Rund 100 Millionen Dollar stehen den Unternehmen zur Verfügung, welche Autoplattformen, Logistikdienste, Mitfahr-Start-ups oder Lieferangebote als Dienstleistung entwickeln und anbieten. Kennern der aktuellen Trends dürfte die Entwicklung wenig überraschen. Der derzeit vorherrschende Trend in der Start-up-Welt bezieht sich enorm auf neuwertige Mobilitätskonzepte. Somit reiht sich der Venture-Capital-Fonds in die Ansammlung anderer Investoren ein.
 

Anhaltender Trend mit großer Bereitschaft

Dass gerade Mobilitäts-Start-ups von der Investitionsbereitschaft verschiedener Unternehmen profitieren, lässt sich anhand der Bereitschaft zur shared mobility, der Mobilität des Teilens, feststellen. Auto 1, eine Gebrauchtwagenplattform, erhielt Gelder in Höhe von 460 Millionen Euro. Kein anderes Start-up aus Deutschland bekam bisher mehr Geld von Investoren. Flugtaxis hingegen werden von Lilium Aviation und Volocopter entwickelt. Einfachere Logistikketten sind die Unternehmenskonzepte von Start-ups wie etwa Freighthub. Da Autos lediglich in vier Prozent ihrer Lebensspanne aktiv bewegt werden, stellen sie sich als äußerst ineffektiv dar. Die Frage, ob in Zukunft Autos als alleiniges oder geteiltes Eigentum von Personen angesehen werden, ist dabei nicht ausschlaggebend. Die Veränderung der gesamten Industrie, zum Beispiel der Logistik oder Warenzustellung, nimmt einen größeren Stellenwert ein. In Zukunft soll alleine im Fracht- und Logistiksektor ein Markt entstehen, welcher einen Marktwert von 8,5 Billionen Dollar ausmachen werde.

 

Investitionen lohnen sich für beide Seiten

Die Investitionen, wie sie unter anderem von Target Global mehrfach durchgeführt werden, lohnen sich nicht nur für die Investoren. Unternehmen wie etwa das israelische Start-up Mobileye musste sich jahrelang ohne Risikokapitalgeber behaupten. Kaum ein Investor hatte auf die Langfriststrategie von Mobileye vertraut, wodurch das Unternehmen eigenständig wachsen musste. Als Goldman Sachs im Jahr 2007 schließlich in das Unternehmen investierte, konnte es sich zunehmend entwickeln und neue Investoren anziehen. Neben Goldman Sachs, einer der größten Anteilseigner des israelischen Unternehmens, stellte Halbleiterhersteller Intel ein Kapital in Höhe von 15,3 Milliarden Dollar zur Verfügung. Auch BMW willigte ein, mit dem Unternehmen zu kooperieren.

 

Ein weiterer Schritt in die Zukunft

Die Anzahl der neu gegründeten Start-ups im Mobilitätssektor und das zunehmende Interesse an Investoren zeigen deutlich, wie groß die Bedeutung des Bereichs für die Zukunft ausfällt. Dennoch entwickeln nicht nur Start-up-Unternehmen neue Konzepte. Auch klassische Autoproduzenten beschäftigen sich immer öfter mit Mobilitätsplattformen und rufen eigene Start-ups in ihren Laboratorien ins Leben. Target Global plant allerdings nicht die gleiche Richtung wie die Autohersteller einzuschlagen. Der Fonds soll dazu dienen, dass Start-ups unabhängig von den Herstellern beraten werden können, sodass die Zusammenarbeit mit Konkurrenten leichter umgesetzt werden kann.