Digitale Transformation kann nicht erkauft werden

Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass rund ein Drittel der Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro erwirtschaften, eine Kooperation mit einem Startup eingeht.

Die Digitalisierung ist ein integraler Bestandteil einer jeden Strategie. Das sorgt dafür, dass immer mehr Unternehmen in Startups investieren und sich dabei ein Fortschritt bei der eigenen Digitalisierung erhoffen. Allerdings sehen viele Experten hierbei ein Problem, denn eine erfolgreiche digitale Transformation erfordert vor allem eines: Eigeninitiative.

Kooperation mit Startups wird immer beliebter 

Heutzutage gibt es kaum einen Dax-Konzern, der nicht an mindestens einem Startup beteiligt ist oder über einen eigenen Inkubator oder ein Accelerator-Programm verfügt. Doch auch der Mittelstand geht immer häufiger Kooperationen mit den jungen und hippen Unternehmen ein. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass rund ein Drittel der Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro erwirtschaften, eine Kooperation mit einem Startup eingeht. Weitere 15 Prozent der Unternehmen planen eine solche Kooperation. Im Grundsatz ist diese sogar positiv zu bewerten, denn etablierte und stark hierarchische Unternehmen können von den jungen Unternehmen lernen und eine offenere Kultur adaptieren. Zudem sind insbesondere die Methoden und Arbeitsweisen innovativ und dringend notwendig, um junge Talente an das eigene Unternehmen zu binden und somit Zugang zu neuartigen Technologien zu erhalten. Auch das Erschließen neuer Märkte und neuer Zielgruppen soll somit ermöglicht werden, da insbesondere die jüngere Generation auf digitale Vertriebswege setzt.

Digitale Transformation ist kein Selbstläufer

Das ein Unternehmen Gelder in neue Geschäftsmodelle und Technologien investiert ist richtig und sinnvoll. Doch dieses Vorgehen wird nicht dazu beitragen, dass die digitale Transformation erfolgreich stattfindet. Viele Unternehmen in Deutschland nehmen an, dass die Erhöhung von Ausgaben zeitgleich zur digitalen Transformation führt. Doch diese Annahme ist falsch und kann anhand von zwei zentralen Punkten widerlegt werden.

Eine gescheiterte Kooperation führt zu Enttäuschung bei den Angehörigen

Unternehmen, die erwarten, dass Kooperationen mit Startups automatisch zur digitalen Transformation führen, stellen zu hohe Erwartungen an solche eine Kooperation. Diese Erwartungen können demnach nur enttäuscht werden. Vielmehr sollten Mehrwerte im Fokus der Kooperation stehen, welche für beide Seiten gelten. Zudem müssen beide Unternehmen smarte Ziele definieren, sodass der Erfolg der Kooperation gemessen werden kann.

Im Grundsatz sollte das Ziel feststehen, sodass ein passender Partner gewählt werden kann. Anschließend sollten konkrete Gedanken zur Gestaltung der Zusammenarbeit getroffen werden, sodass ein passendes Setup geschaffen werden kann. Zum Scheitern verurteilt ist eine Kooperation, wenn ein Unternehmen ein Startup in die bestehenden Strukturen einbinden will, denn da leidet das Startup unter langen Entscheidungswegen und harten Richtlinien. Somit wird die Flexibilität des Startups zerstört und der Erfolg rückt in weite Ferne.

Keine Konzentration auf die wichtigen Aufgaben 

Des Weiteren signalisieren manche Unternehmen lediglich, dass es eine Kooperation mit Startups gibt. Hierbei wird lediglich aufgezeigt, dass eine Kooperation eingegangen wird, um einen Wandel zu erzielen. Allerdings setzt die Führungsebene auf einen bequemen Wandel, der keine Auswirkung auf das Kerngeschäft haben soll. Diese Initiativen haben jedoch keinen nachhaltigen Einfluss, sondern setzen nur an der Oberfläche an. Während der Fokus auf den Startup-Kooperationen liegt, wird der Aufbau des neuen Geschäfts vernachlässigt, sodass die digitale Transformation des Unternehmens in weite Ferne rückt. Dieses Vorgehen ist besonders dann risikoreich, wenn die hohe Geschwindigkeit der Digitalisierung berücksichtigt wird.

Fokus sollte auf der Eigenverantwortung liegen 

Im Endeffekt kann kein Unternehmen durch hohe Investitionen in Akquisitionen einen digitalen Wandel einläuten. Stattdessen sollte das Selbermachen die Devise sein, um eine erfolgreiche digitale Transformation zu realisieren. Für einen erfolgreichen Change-Prozess muss das gesamte Unternehmen aktiv werden. Der Wandel beginnt dabei stets beim Management. Der CEO muss die Digitalisierung verstehen, um einen Impuls an die weiteren Führungskräfte zu geben. Dieses Momentum kann anschließend auf die Belegschaft übertragen werden. Insbesondere die Entwicklung von Digitalprojekten, welche in Unabhängigkeit zum Kerngeschäft stehen, können ein Beschleuniger sein und als Leuchtturm für die weitere digitale Transformation dienen.