Digitale Währungen: Blockchain statt Bank

Digitale Währungen sind bislang die bekannteste Anwendung der Blockchain Technologie. Transaktionen werden dabei nicht über einen zentralen Bankenserver abgewickelt, sondern von einem dezentralen Netzwerk verwaltet.

In vorherigen Artikeln haben wir erläutert, wie Blockchain Technologie funktioniert und worauf sie abzielt. In einem Satz zusammengefasst: Blockchain Technologie ermöglicht es Nutzern direkt miteinander zu interagieren, ohne dass dafür eine zentrale Vermittlungsstelle benötigt wird. Falls Sie das nochmal nachrecherchieren wollen, können Sie hier und hier Informationen dazu finden. 

Im folgenden Artikel geht es nun um einen konkreten Anwendungsfall der Technologie: digitale Währungen – häufig auch „Kryptowährungen” genannt. 

Für elektronische Geldüberweisungen brauchte man bislang eine Bank

Wenn Sie Geld in herkömmlichen Währungen überweisen wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können entweder Bargeld übergeben oder eine elektronische Überweisung tätigen. Im ersten Fall ist der Nachweis der Transaktion einfach. Der Empfänger erhält physisches Bargeld – Münzen oder Papiergeld. 

Im Fall einer elektronischen Überweisung brauchen Sie jedoch die Hilfe der Bank. Sie teilen Ihrer Bank mit, dass Sie Geld an einen Empfänger senden möchten. Daraufhin informiert Ihre Bank die Bank des Empfängers. Bei dieser Transaktion wird aber nicht wirklich Geld „versendet“, sondern es wird lediglich das Guthaben auf Ihrem Bankkonto reduziert und das des Empfängers erhöht. Verantwortlich für die Richtigkeit dieser Transaktion sind die involvierten Banken. 

Ohne Bank geht’s also nicht und der Sender sowie der Empfänger müssen sich darauf verlassen, dass die Bank die Transaktion korrekt abwickelt. Außerdem müssen sie ihre Daten mit der Bank teilen und deren Gebühren bezahlen. 

Digitale Währungen ersetzen den Bankenserver durch ein dezentrales Netzwerk

Für eine Transaktion mit digitalen Währungen benötigen der Sender und der Empfänger kein Bankkonto, sondern ein „digitales Wallet“. Die Daten werden hierbei nicht auf einem zentralen Bankenserver gespeichert, sondern auf einer dezentralen Blockchain. Lediglich der Nutzer kann das Wallet benutzen. Dafür braucht er eine Zugangsberechtigung, einen sogenannten „Private Key“. Nur wer diesen Private Key kennt, kann auf das Wallet zugreifen.

Wenn Sie nun Geld an jemanden versenden möchten, dann läuft das folgendermaßen ab: Sie signalisieren dem Blockchain Netzwerk, das aus einer Vielzahl von Rechnern besteht, dass Sie Geld an den Empfänger senden wollen. Die Rechner im Netzwerk registrieren die Transaktion und bestätigen diese. Dann werden die Daten der Transaktion auf der Blockchain-Datenbank gespeichert und können von nun an nicht mehr verändert werden. 

Alle Netzwerk-Teilnehmer erhalten im Anschluss an die Transaktion eine Kopie der neuen Version der Datenbank, sodass im Netzwerk jederzeit Einigkeit bezüglich der Richtigkeit der Daten herrscht. Auf diese Weise entsteht ein dezentrales Buchführungssystem, in das alle Teilnehmer Vertrauen haben. 

Anstelle der Bank tritt also ein Netzwerk individueller Rechner. Da keine Bank mehr benötigt wird, fallen keine Bankgebühren an und die Nutzer sind somit unabhängig vom Bankensystem.

Aber wie sicher ist das dieses dezentrale System eigentlich? Darum wird es in unserem nächsten Beitrag gehen. Bleiben Sie dran und erfahren Sie, warum Experten Blockchain meist als ein relativ sicheres System beschreiben und warum es eben doch auch ein paar Sicherheitslücken gibt.