Droht bald der nächste Zusammenbruch des Finanzsystems?

Glauben Sie, dass Meldungen wie "Die neuntgrößte Bank Italiens hat es nicht geschafft, dringend erforderliches Kapital in der Größenordnung von 560 Millionen Euro zu bekommen" oder "Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden informiert, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt* gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 0,2 Prozent gesunken ist" normalerweise nur absolute Nebensachen sind?

Die Zeiten sind gerade nicht normal, und zwar als voraussehbare Folge der anhaltenden Finanzpolitik des EZB-Vorsitzenden Mario Draghi. Schauen wir uns dazu mal die erste Meldung genauer an: Die „Banca Carige“ rutschte im dritten Quartal 2018 tief ins Minus. Der Finanzmarkt quittiert sein fehlendes Vertrauen damit, dass dieser Bank dringend benötigtes frisches Geld nicht zur Verfügung gestellt wird. Das EU-Recht sieht in einem solchen Fall vor, dass die Sparer, Anteilseigner und Einleger durch ein sogenanntes Bail-in zur Kasse gebeten werden.


In Italien ist einiges anders als in Deutschland

Nun haben aber sowohl die Banken als auch die Politiker großen Respekt vor der italienischen Bevölkerung, die bekanntlich nicht so devot ist wie die deutsche. Ein sofortiger Run auf die Banken wäre dort nämlich ein wahrscheinliches Szenario. Was bleibt, ist ein weiteres Bail-out. Das bedeutet, dass die Bank sehr wahrscheinlich mit Steuergeldern oder eben mit einem Rettungsfonds aus der italienischen Banken- und Versicherungsbranche gerettet werden wird. Diese Maßnahme erhöht nun wiederum die ohnehin überbordende Schuldenlast des italienischen Staates, was die Notwendigkeit flankierender Maßnahmen durch die EU in die zeitliche Nähe rückt.

Aber was sollen sie auch machen, die Technokraten in Brüssel? Das italienische Bankensystem ist furchtbar groß. Wer es hier wagt, den Tropf abzudrehen, würde die ganze Eurozone und im Schlepptau dessen das globale Finanzsystem in einen tiefen Abgrund stürzen.


Kleiner Ausblick in die Zukunft

Kommen wir sogleich zur zweiten Meldung: 0,2 Prozent klingt nun wirklich nicht spektakulär. Doch den Rückgang des Bruttoinlandprodukts dürfen wir nicht isoliert betrachten. Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist in diesem Jahr von seinem Allzeithoch bei 13.560 Punkten auf derzeit 11.190 Punkte zusammengeschrumpft, das ist ein veritabler Rückgang von 17,5 Prozent in 11 Monaten und nur der Anfang einer auf uns zurollenden langen Rezession. Dummerweise kommt dieser Abschwung gerade zur Unzeit. Soeben haben die Zentralbanken nämlich die schon zu lange überfällige Kehrtwende vollzogen und damit aufgehört, Milliarden Summen Geldes künstlich in die maroden Finanzmärkte zu pumpen, wodurch jetzt die Zinsen wieder merkbar anziehen.

Das bislang so billige Geld hat institutionelle Spekulanten in großem Stil dazu verführt, Aktien und Anleihen auf Pump zu kaufen. Mit dem Kursverfall der „Wertpapiere“ kriegen diese Leute nun ein ernsthaftes Problem, denn ihr Anlagevermögen schmilzt so vor sich hin, während die Schulden standhaft bleiben und mit den stufenweisen Zinserhöhungen wachsen die Schuldenberge ins Unermessliche.


Jede Aktion ist jetzt fatal

Wie auch immer sich die Zentralbanken jetzt entscheiden: Sie machen auf jeden Fall alles falsch. Wird die Verknappung des Geldes fortgesetzt, werden die Finanzmärkte abgewürgt und es kommt zu einem „Schwarzen Freitag“. Kehren sie wieder zur expansiven Geldpolitik zurück, wird die Geldblase platzen und ebenfalls einen globalen Börsencrash auslösen.