DSGVO-Vermittler bekommt Millionen-Finanzierung

Usercentrics, das Münchener Startup, welches die gleichnamige Consent-Management-Plattform betreibt, erhält nun eine Millionensumme zur Finanzierung des Geschäftsmodells. Laut den Aussagen des Unternehmens beläuft sich der Betrag auf eine mittlere einstellige Millionensumme. Demnach führen das Family Office der Milliardärs-Familie Reimann und Cavalry Ventures, ein Wagniskapitalgeber aus Berlin, die Finanzierungsrunde an. Des Weiteren konnten drei renommierte Business Angels für das Unternehmen gewonnen werden. Hierbei handelt es sich um den Google-Manager Axel Täubert, Jens Lapinski von Angel Invest Ventures und den SEO-Gründer Kai Seefeld. Aus dem Handelsregister geht hervor, dass die Finanzierungsrunde bereits im Juli stattfand. Trotz der neuen Kapitalgeber bleiben die Gründer Vinzent Ellissen und Mischa Rürup die Mehrheitseigner des Unternehmens.


Geschäftsmodell basiert auf Datenschutzerklärungen

Das grundlegende Geschäftsmodell des Unternehmens basiert auf der im Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung. Dabei bietet Usercentrics eine Software-Lösung, welche DSGVO-konforme Datenschutz-Einverständniserklärungen auf den Websites der Klienten abbildet. Hierzu können Banner in die Website der Klienten eingebunden werden, welche anschließend dazu dienen, die Kunden über die genutzten Cookies zu informieren. Mithilfe von sogenannten Privacy-Buttons können die Kunden zudem einsehen, welche Daten aktuell gesammelt werden. Sämtliche Eingaben können problemlos widerrufen werden, sodass ein DSGVO-konformer Auftritt ermöglicht wird. Um den Kunden einen weiteren Mehrwert zu bieten, unterstützt Usercentrics bei der Verwaltung sowie der Dokumentation von Einwilligungen. Mittlerweile unterstützt Usercentrics Kunden wie Dmexco, eine renommierte Fachmesse für digitale Technologien.


Expansion ins Ausland geplant

Das frische Kapital soll vor allem zur Expansion genutzt werden. Demnach fließen mehrere Millionen Euro in die Expansion in die USA sowie weitere europäische Länder. Mit Onetrust und Trustarc gibt es zudem zwei Mitbewerber, die ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgen. Ein Teil des Millionenbetrags soll in die Erweiterung des Teams investiert werden. Dieses umfasst zum aktuellen Zeitpunkt 15 Mitarbeiter und soll bis zum Ende des Jahres auf 30 Mitarbeiter ausgeweitet werden. Dies ging aus einem Statement des Mitgründers Mischa Rürup hervor.

Die europäische Datenschutzgrundverordnung trat im Mai dieses Jahres in Kraft und sorgte bei vielen Unternehmen für ein passiveres Verhalten bei der Datenerhebung. Zudem steht für das kommende Jahr mit E-Privacy eine weitere Verordnung an, die einen Einfluss auf die Marktteilnehmer haben wird. Bereits jetzt arbeitet Usercentrics an der Entwicklung einer passenden Compliance-Software, welche von Unternehmens erworben werden kann. Mit der neuen Verordnungen werden auch pseudonymisierte User-IDs nur noch einen Wert besitzen, wenn der Benutzer der Erhebung der Daten zustimmt. Um Unternehmen weiterhin eine Erhebung und Auswertung dieser Daten zu ermöglichen, arbeitet Usercentrics eng mit den Kunden zusammen und stellt gesetzeskonforme Software her. Die Gründung des Unternehmens fand erst zu Beginn des Jahres statt.