E-Mobility Rekord in Norwegen

Norwegen gilt als das Land mit den meisten Neuzulassungen für Elektrofahrzeuge. Im März verfügten mehr als die Hälfte der Neuzulassungen über einen elektrischen Antrieb. Dieser Umstand führt dazu, dass das Land einen neuen Rekord bei der Elektromobilität verzeichnet.

Norwegen – der Vorreiter bei der Elektromobilität

Norwegen gilt oftmals als Vorreiter, wenn es um die Adaption neuer Technologien geht. Diese Vorreiterrolle nimmt das skandinavische Land auch bei der Elektromobilität ein. Neue Zahlen verdeutlichen zudem, dass der Marktanteil von Fahrzeugneuzulassungen mit einem Elektromotor – hierzu gehören rein elektrisch betriebene Fahrzeuge und Plug-In-Hybride – im März auf 55,8 Prozent klettern konnten. Werden diese Neuzulassungen mit dem Vorjahr verglichen, so beträgt die Steigerung 72 Prozent. International verzeichnen vor allem Norwegen und China die größten Wachstumsraten bei der Elektromobilität. Doch auch Deutschland gilt mittlerweile als Wachstumsmarkt, denn die Neuzulassungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr bereits verdoppelt.

Wieso verzeichnet Norwegen eine hohe Nachfrage bei E-Fahrzeugen?

Viele Menschen denken bei Norwegen an ein Land mit einer wundervollen Natur, atemberaubende Fjorde und unbelastete Luft. Die Regierung des Landes sorgt mit scharfen Verordnungen dafür, dass dieses Bild bestehen bleibt. Grundsätzlich lässt sich die hohe Nachfrage im Rahmen der Elektromobilität auf eine schlaue Politik zurückführen, denn der Staat subventioniert die Einwohner bei einem Umstieg auf elektrifizierte Fahrzeuge. Die Einwohner Norwegens können beim Kauf eines elektrifizierten Fahrzeugs die Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer sparen, sodass der Kaufpreis enorm fällt. Insbesondere die Kfz-Steuer ist in Norwegen extrem hoch, sodass sich der Kauf eines E-Fahrzeugs für die Einwohner lohnt. Zudem bieten die Städte Norwegens kostenfreie Parkplätze für E-Fahrzeuge an und verzichten auf die Mautgebühren.

Monetärer Anreiz beschleunigt den Umstieg

Dieser monetäre Anreiz sorgt dafür, dass Käufer eines Elektrofahrzeugs viel Geld sparen können. Zudem offeriert der Staat komfortable Vorteile, welche die Käufer von den E-Fahrzeugen überzeugen sollen. Insgesamt ist die Politik ein Erfolg, denn die neusten Zahlen verdeutlichen die hohe Nachfrage. Das Stadtbild in Oslo hat sich beispielsweise komplett gewandelt, denn dieses besteht vor allem aus E-Fahrzeugen.

Die aktuelle Politik des Landes verfolgt zudem ein klares Ziel, denn ab 2025 sollen in dem skandinavischen Land nur noch Fahrzeuge zugelassen werden, welche keine Emissionen verursachen. Finanziert werden diese Subventionen durch die Steuereinnahmen, welche aus dem Verkauf der fossilen Brennstoffe resultieren. Problematisch ist zum aktuellen Zeitpunkt die Entwicklung der Ladeinfrastruktur zu bewerten, denn während immer mehr E-Fahrzeuge auf den Markt kommen, werden kaum neue Ladeplätze gebaut. Um dieses Problem zu beheben, werden mittlerweile besonders kreative Ideen vom Staat unterstützt. Hierzu gehört beispielsweise die Umfunktionierung des alten Akershus-Bunkers. Dieser soll fortan als Parkhaus für E-Fahrzeuge fungieren und über 86 Ladeplätze verfügen.

Elektromobilität in Deutschland hinkt hinterher

Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen steigen im Vergleich zum Vorjahr an, allerdings sind diese noch weit entfernt von den Wachstumsraten, welche in Norwegen realisiert werden. Insbesondere die Ladeinfrastruktur macht derzeit Probleme. So sind in Berlin rund 335 E-Parkplätze vorhanden, wobei die Stadt rund 1,18 Millionen registrierte Fahrzeuge verzeichnet.

Deutsche Großstädte wie Hamburg arbeiten aktuell an einer Umstellung auf die E-Mobilität. Hierbei steht vor allem der Wirtschaftsverkehr im Fokus, da eine Umstellung des Privatverkehrs aktuell nicht bedient werden kann.