Milliardenaufträge für Saudi-Arabien trotz Khashoggi-Tod

Trotz der diplomatischen Verwerfungen, die der Mordfall an dem saudischen Journalisten Khashoggi ausgelöst hat, sieht sich Saudi-Arabien mit keinen größeren Problemen im Abschluss von Verträgen konfrontiert. Zwar scheint die westliche Welt derzeit einige Vorbehalte gegen den Handel mit dem arabischen Land zu haben, das hat Investoren aber nicht davon abgehalten, bei einer wichtigen Konferenz weitere Verträge mit der arabischen Monarchie abzuschließen. Dabei war das Wirtschaftsforum in Riad ursprünglich von vielen großen Unternehmen boykottiert wurden.

Nach dem Tod des Journalisten Khashoggi sieht sich die königliche Regierung in Saudi-Arabien mit diplomatischen Problemen in der gesamten Welt konfrontiert. Vor allem europäische Staaten haben ihre Skepsis über die Darstellungen aus Raid ausgedrückt, wie der Journalist gestorben sein soll. Bereits vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Khashoggi nach dem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul nicht mehr lebendig gesehen wurde. Nachdem das Königshaus über mehrere Tage die entsprechenden Berichte und eine Mitschuld an dem Verschwinden dementiert hatte, schwang man schließlich am Wochenende doch ein und gab zu, dass er bei einem Unfall in dem Gebäude umgekommen sei.

Nach der Darstellung Riads soll es sich nicht um einen geplanten Mord, sondern um ein Versehen gehandelt haben. Verschiedene westliche Staaten bezweifeln die Darstellungen. Nicht zuletzt die Türkei sagt, dass sie über Aufnahmen verfügt, die das Gegenteil beweisen. Demnach soll der Mord von langer Hand geplant gewesen sein. Eine Konsequenz aus der unsicheren Situation war, dass viele Unternehmen ein geplantes Wirtschaftsforum in Riad boykottiert haben. Größen wie Google, Microsoft oder auch das deutsche Unternehmen Siemens hatten ihre Teilnahme abgesagt. Darüber hinaus hat Deutschland einen Stopp der Waffenexporte nach Saudi-Arabien verhängt.

 

Bis zu 50 Milliarden Dollar Investitionen bei dem Wirtschaftsforum

Trotz der Absage vieler namhafter Teilnehmer schienen saudische Firmen keine Schwierigkeiten zu haben, größere Investitionen für die Zukunft zu finden. Nach eigenen Angaben konnte man im Zuges des Forums Verträge im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar vereinbaren. Hyundai, das französische Unternehmen Total und der amerikanische Ausrüster Schlumberger sind nur drei der Unternehmen, die weiterhin größere Verträge mit dem Staat abschließen wollten. Siemens könnte durch die Absage in letzter Minute einen milliardenschweren Vertrag für ein Kraftwerk in den Golfstaaten verloren haben.

Auch wenn neue Investitionen Erfolg versprechen, so verspürt Saudi-Arabien doch den Druck durch die Absagen. Das Event, das vom saudischen Staatsfonds getragen wird, hatte darauf gehofft, dass man noch mehr Verträge abschließen könnte. Da aber viele namhafte Unternehmen, die mitunter große Projekte in Saudi-Arabien geplant haben, ihren Besuch abgesagt haben, könnten viele Investitionen erst einmal auf Eis gelegt worden sein. Darüber hinaus ist nicht sicher, wie die westliche Welt darauf reagieren wird, dass es noch immer keine Aufklärung in dem Fall des Mordes rund um den Journalisten Khashoggi gibt. Das Land hat nun angekündigt, dass es weitere umfassende Ermittlungen über den Mordfall in die Wege leiten will.