Earlybird und KfW investieren Kapital in Krypto-Projekt

Nachdem die Bitcoin-Blase erst einmal geplatzt war, wurden die Investitionen in alles mit dem Bereich Kyprowährung deutlich zurückgeschraubt. Während auf dem internationalen Markt so etwas wie eine Konsolidierung passierte und sich verschiedene neue Marken und Namen etabliert haben, sind viele größere Projekte erst einmal stillgelegt worden. Nun scheint man auch in Deutschland den Markt ausreichend beobachtet und analysiert zu haben. Erstmals gibt es wieder eine größere Investitionen eines Staatsfonds und eines Risikokapitalgebers für ein Krypto-Projekt.

Laut dem Newsletter von Finanz-Szene.de werden der bekannte Risikokapitalgeber Earlybird und ein Fonds der KfW-Bank vier Millionen Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala investieren. Das Projekt will bald das erste Konto mit typischen Regularien auf der Basis der Blockchain-Technologie auf den Markt bringen. Darüber hinaus plant man mit dem frischen Kapital einen Ausbau bei der eigenen Angebotspalette. Bitwala gilt als die erste deutsche Bank, die sich fast ausschließlich mit Thematiken und Währungen rund um die Krypto-Technologie beschäftigen.

Der Clou in den geplanten Konto, das noch im November erscheinen soll, ist die Verbindung zwischen klassischem Girokonto und der Investition in die Krypto-Währungen. Das eigentliche Konto soll alle typischen Merkmale bieten: Überweisungen sind ebenso möglich wie Lastschriften und nicht zuletzt ist auch die wichtige Einlagensicherung in der Höhe von bis zu 100.000 Euro gegeben. Für diesen Zweck arbeitet man bei Bitwala mit der Solarisbank zusammen.

Entscheidend ist bei diesem Konto, dass man bei Investitionen in Bitcoin nicht mehr den Umweg über eine Börse oder einen anderen Trader gehen muss. Mit wenigen Klicks ist es möglich, in Bitcoins zu investieren oder diese zurück in Euro zu tauschen. Das soll den Kunden die Annehmlichkeiten klassischer Finanzgeschäfte einer Bank in Verbindung mit den immer beliebter werdenden Krypto-Währungen bieten.


Neues Vertrauen in Projekte der Krypto-Szene

Für Bitwala ist das ambitionierte Projekt auch ein Neuanfang. Nach Angaben des Unternehmens hatte man bereits 80.000 Kunden und eine Summe von 100 Millionen Euro in Bitcoin-Geschäften abwickeln können. Nachdem Visa aber im Zuge der Unsicherheit rund um Bitcoin das Projekt Wavecrest schloss, fiel auch bei Bitwala ein großer Teil der eigenen Geschäfte in sich zusammen. Trotzdem scheint das die Analysten der KfW und von Earlybird nicht abzuhalten, an den Erfolg des neuen Anfang bei Bitwala zu glauben. Die Verlagerung auf ein eher konservatives Geschäft mit den Krypto-Währungen erlaubt es auch, eine ganz neue Zielgruppe mit den eigenen Leistungen und Produkten in den Fokus zu nehmen, die sich bisher aus diesem Bereich eher herausgehalten haben.

Der Enthusiasmus rund um die Krypto-Währungen ist in den letzten Monaten abgeflaut. Nicht nur die unsicheren Kurse der Währungen und die verschiedenen nationalen und internationalen Skandale haben dazu beigetragen, dass der Ruf der Branche eher angeschlagen ist. Es gibt zudem noch immer in vielen Ländern starke rechtliche Unsicherheiten über die Zukunft der Währungen mit der Blockchain-Technologie. Auch deswegen ist das Investment dieser renommierten Namen in dieser Höhe ein wichtiger Vertrauensbeweis für die Branche und zeigt anderen Start-Ups, dass es auch außerhalb der Börse möglich sein könnte, entsprechendes Kapital für die eigenen Pläne zur Expansion aufzutreiben.