Ein kraftvolles Makro-Instrument

Vor genau drei Jahren startete PIMCO den PIMCO GIS Dynamic Multi Asset Fund. Im Interview erläutert Daniel Phillipson, Head of Product Strategy EMEA bei PIMCO, was den Fonds so besonders macht.

Der PIMCO GIS Dynamic Multi Asset Fund wird drei Jahre alt. Wie würden Sie Ihre Investmentphilosophie beschreiben? 

 


Daniel Phillipson, 
Head of Product Strategy EMEA bei PIMCO

 

Phillipson: Der PIMCO GIS Dynamic Multi Asset Fund wurde für eine hochflexible Asset-Allokation konzipiert. Wir glauben nicht, dass Risiken und Chancen über die Jahre hinweg konstant bleiben; daher wendet der Fonds einen Makro-Ansatz an, der das Engagement auf Basis der erwarteten Kompensation für die eingegangenen Risiken skaliert. Vor allem aber zielt der Fonds darauf ab, den Renditepfad für die Anleger zu glätten und sie so darin zu unterstützen, über den gesamten Konjunkturzyklus investiert zu bleiben.

Was machen Sie anders als Ihre Wettbewerber?

Phillipson: Verglichen mit anderen Ansätzen ist der Makro-Ansatz des PIMCO GIS Dynamic Multi-Asset Fund wohl einzigartig. Denn viele Fonds tendieren dazu, entweder stark an der Benchmark orientiert zu sein und beträchtliche Fremdwährungsrisiken einzugehen und/oder sehr auf die Auswahl der richtigen Aktienbestände zu setzen. Der fundamentale Investmentprozess von PIMCO, den wir über die zurückliegenden fünf Jahrzehnte in diversen Marktsituationen verfeinert haben, ist ein kraftvolles Makro-Instrument.

 

Der Konjunkturzyklus ist ja bereits weit fortgeschritten. Wie ist der Fonds im aktuellen Marktumfeld positioniert? Eher offensiver oder defensiver?

Phillipson: Der Konjunkturzyklus ist zwar sehr ausgedehnt – die USA befinden sich inmitten ihrer zweitlängsten Expansion seit den 1950er-Jahren –, dennoch sieht unser Basisszenario nach wie vor keine unmittelbare Rezession voraus. Entsprechend bleiben wir bei einer moderaten Risikobereitschaft mit dem Ziel, der Volatilität zu trotzen, die an diesem Punkt im Zyklus wahrscheinlich ist. Aus historischer Sicht bieten Aktien in diesem Zyklusabschnitt die besten risikobereinigten Renditen, daher geben wir ihnen den Vorzug vor Unternehmensanleihen. Des Weiteren dürfte die höhere Volatilität Gelegenheiten schaffen, da die Märkte im Handel von ihren zugrundeliegenden Fundamentaldaten abweichen können. Wir möchten deshalb liquide bleiben, um eine Reihe dieser Anlagechancen nutzen zu können.

 

Schauen wir genauer ins Portfolio: Welche Asset-Klassen und welche Regionen zählen aktuell zu Ihren Favoriten?

Phillipson: Aktuell halten wir rund 30 Prozent Aktien im Fonds – das ist zwar weniger als zu Hochzeiten im Jahr 2017 mit einem Anteil von 45 Prozent, sieht gegenüber dem Tiefstwert von etwa 15 Prozent aber immer noch passabel aus. Dabei liegt der Fokus auf den USA und den japanischen Märkten, die robuster und qualitativ hochwertiger sind. Darüber hinaus nehmen wir weitere Schwellenländeraktien mit hohem Wertpotenzial auf. Ausgeglichen wird dieses Engagement zum Teil durch Absicherungspositionen am europäischen Aktienmarkt, die von geringerer Qualität sind. Was das Anleihenengagement angeht, beträgt das Zinsrisiko im Portfolio rund drei Jahre und ist ebenfalls auf qualitativ höherwertige Märkte ausgerichtet – zum Beispiel auf die USA und Kanada, wo die Zinssätze bei ungünstigen Marktgegebenheiten am stärksten nachgeben können.

 

Auf welche Kriterien achten Sie bei der Titelauswahl besonders?

Phillipson: Bei Aktien gehen wir unsere Engagements für gewöhnlich über breite passive Instrumente ein – etwa Indexfutures oder Optionen. Das liegt an der ausreichend nachgewiesenen Schwierigkeit, eine Wertsteigerung durch Stock Picking an sehr effizienten Märkten wie jenen der USA oder anderer Industrieländer zu erreichen. An weniger effizienten Märkten, wie beispielsweise bei festverzinslichen Anlagen, gehen wir aufgrund unserer Überzeugung, dass ein bottom-up-orientierter Ansatz Mehrwert birgt, viel selektiver vor. Hier schöpft der PIMCO GIS Dynamic Multi-Asset Fund die Erfahrung und Kompetenz von PIMCO mit mehr als 250 Portfoliomanagern und 60 Credit-Analysten voll aus.

 

Gab es zuletzt größere Veränderungen im Portfolio?

Phillipson: Neben einem zunehmenden Fokus auf Qualität haben wir zuletzt Gewinne aus unserer Long-Position in US-Aktien mitgenommen und auf Schwellenmärkte umgeschichtet, wo sich die Bewertungen infolge des Abverkaufs im vierten Quartal wesentlich verbessert haben und die Entwicklungen wegen der nachlassenden Angst vor Handelskriegen, der gemäßigteren Haltung der US-Notenbank und der bedeutenden geld- und fiskalpolitischen Impulse aus China nun noch asymmetrischer erscheinen.

 

Wie begrenzen Sie Risiken beziehungsweise wie schaffen Sie es, größere Verluste im Portfolio zu vermeiden?

Phillipson: Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil unserer Portfolioverwaltung. Auf der diagnostischen Seite nutzen wir einen Risikofaktor-basierten Ansatz, um die Verteilung unserer Risiken einzuschätzen und zu beurteilen. Auf diese Weise erhalten wir eine ganzheitliche Kennzahl für das Engagement, die die üblichen Risiken unterschiedlicher Anlagegattungen erfasst. Auf der Seite der Vermögensanlage versuchen wir, diese Risikofaktoren – und in der Tat das Gesamtrisiko – mit unserem Ausblick zu skalieren. Dabei sind wir eher bereit, Risiken – und zwar im Sinne von Abwärts- oder Verlustrisiken – einzugehen, wenn wir glauben, dass ihr Mehrwert attraktiver ist, und werden das Gesamtrisiko in Marktsituationen reduzieren, in denen wir nur eingeschränkte Chancen vermuten. Wichtig ist, dass wir die Marktgegebenheiten kontinuierlich überwachen, um alle Variablen mit einzubeziehen und in der Lage zu sein, unsere Positionierung dynamisch anzupassen.

 



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