Emerging Markets wieder auf Kurs

Das nennt man wohl treffend ein Comeback: Nach einem durchwachsenden Jahr 2018 liegen die Finanzmärkte der Emerging Markets in der Anlegergunst wieder vorne. Aus gutem Grund.

Im vergangenen Jahr verzeichnete der maßgebliche MSCI Emerging Markets Index noch ein Minus von rund 18 Prozent. Das ist Geschichte. Sowohl auf der Aktien- als auch auf der Anleihenseite haben die Börsen der Schwellenländer 2019 bislang stark performt. Und die Chancen stehen gut, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt.

Zumal es gleich eine ganze Reihe von Gründen gibt, sich als Investor wieder intensiver mit den aufstrebenden Märkten zu beschäftigen. Da ist zum einen der geldpolitische Schwenk der US-Notenbank Fed zu nennen. Die meisten Experten rechnen nicht mehr damit, dass die Fed in diesem Jahr die Zinsen erhöht. Davon sollten Schwellenländer profitieren, schließlich wird so auf den Weltfinanzmärkten weniger Kapital in Richtung USA gelenkt.

Auch die niedrige Bewertung ist ein Grund. Sowohl auf der Zins- wie auf der Aktienseite sind die Emerging Markets derzeit relativ günstig bewertet. Und nicht zuletzt stehen aktuell die Zeichen auf eine Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Davon profitieren nicht nur die Märkte in China, sondern auch in vielen weiteren Schwellenländern.

Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung der Emerging Markets für das globale Wachstum. Die Experten von Franklin Templeton verweisen hier auf den World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds. Demnach wird mittlerweile knapp 60 Prozent des weltweiten Wachstums inzwischen von den Schwellenländern getragen – Tendenz steigend. Außerdem haben sich die Schwellenländer innerhalb der vergangenen Jahrzehnte von rohstoffbestimmten Märkten in hochtechnologische, konsumorientierte Sektoren verwandelt.

Märkte im Wandel

Doch trotz der langfristig sehr positiven Aussichten scheuen immer noch viele Investoren ein breites Engagement in den Schwellenländern. Sie befürchten hohe Schwankungen und kräftige Kurseinbrüche, wenn es konjunkturell einmal nicht so läuft. Doch die Emerging Markets haben sich gewandelt.

Viele politisch Verantwortlichen haben aus den Krisen der vergangenen Jahrzehnte gelernt haben. In vielen Ländern wurden und werden Strukturreformen umgesetzt, Devisenreserven gestärkt und Leistungsbilanzen verbessert. So sollen wirtschaftliche oder externe Schocks besser abgefangen werden. Viele Länder weisen zudem jetzt ein positives Wirtschaftswachstum ohne hohe Inflation auf. Das lässt den Zentralbanken geldpolitischen Spielraum.

Das alles zeigt: Die Schwellenländer bleiben aufgrund der genannten Treiber als Depotbeimischung weiterhin und langfristig empfehlenswert. Allerdings müssen Anleger die große Heterogenität beachten: Emerging Markets stellen sich alles andere als einheitlich dar. Die sehr unterschiedlichen Situationen sprechen deshalb für ein selektives und aktives Vorgehen. Anleger sollten deshalb in diesen Märkten aktiv gemanagten Fonds gegenüber passiven Investments den Vorrang geben.