„Emotionales Anlegerverhalten bietet interessante Möglichkeiten“

Drei Fonds, eine Philosophie: Juan Nevado, Fondsmanager im Multi-Asset-Team von M&G, über die Besonderheiten der Allocation Fondsreihe.

1.) Die drei Allokationsfonds (Dynamic/Income/Conservative)* verfolgen dieselbe Anlagephilosophie. Bitte beschreiben Sie das Wesentliche an dieser Philosophie.

Die klare Anlagephilosophie, die das Multi Asset-Team von M&G verfolgt, kombiniert einen robusten Bewertungsrahmen mit Elementen aus der ‚Behavioural Finance‘. An den Finanzmärkten kommt es oft zu irrationalen Entwicklungen, da die Anleger sich bei ihren Entscheidungen von Gefühlen beeinflussen lassen.

Wir untersuchen die Bewertungen einer breiten Palette von Assets zur Identifikation von Gelegenheiten – wir nennen sie „Episoden“ – bei denen das Anlegerverhalten dazu geführt hat, dass sich die Asset-Preise von ihrem langfristigen „fairen Wert“ entfernt haben. Hat sich der Kurs eines Assets in einer Weise entwickelt, die nicht mit seinem fairen Wert in Einklang steht, ist das für uns eine Chance zum Kauf oder Verkauf in der Erwartung, dass sich der Kurs letztlich wieder normalisiert. Bei korrekter Analyse können sich also aus derartigen Episoden Anlagegelegenheiten ergeben, die sich ausnutzen lassen.

2.) Hat es in letzter Zeit eine solche „Episode“ gegeben? Und wie haben Sie darauf in Ihren Fonds reagiert

Eine Episode ist typischerweise durch drei Elemente gekennzeichnet: eine plötzliche Kursbewegung, eine Fokussierung auf einen einzelnen Sachverhalt und eine mit den Fundamentaldaten inkonsistente Marktreaktion. Ein Beispiel aus jüngster Zeit wäre der Ausverkauf von Assets aus Italien (sowohl Aktien als auch Anleihen), der aus unserer Sicht den Charakter einer Episode hatte und nicht fundamental begründet war. Wir erhöhten daher im Sommer unser Engagement in italienischen Staatsanleihen und in Aktien italienischer Banken, da sie attraktiv bewertet waren und gute Diversifikationsmöglichkeiten für unsere Portfolios boten.

3.) Wie definieren Sie den fairen Wert in einem Markt/Anlagesegment?

Den aus unserer Sicht „fairen Wert“ ermitteln wir für eine große Bandbreite an Assets weltweit anhand des jeweils langfristig zu erwartenden Ertrags – basierend auf historischen Renditen –, des angemessenen Renditeniveaus, das sich aus den aktuellen risikofreien Zinsen und der ökonomischen Theorie ergibt, sowie auf Grundlage des Marktkonsens.

4.) Welche sind die Hauptunterschiede zwischen den drei Fonds? Zielen sie auf unterschiedliche Anleger ab?

Die drei Multi-Asset-Fonds unterscheiden sich im Risiko, das sie im Rahmen ihrer jeweiligen strategischen Asset-Allokation eingehen. Zum Beispiel zielt der M&G (Lux) Dynamic Allocation Fund auf ein ausgewogenes Portfolio ab, das Aktien und Anleihen flexibel kombinieren kann. Im Fall des M&G (Lux) Conservative Allocation Fund handelt es sich um einen relativ vorsichtigen Ansatz, bei dem typischerweise eine höhere Allokation in Anleihen erfolgt.

Der M&G (Lux) Income Allocation Fund schließlich konzentriert sich auf die Steigerung des laufenden Ertrags und investiert daher grundsätzlich in Anleihen und Aktien, die attraktive laufende Einnahmen bieten.

5.) Nennen Sie uns bitte ein Beispiel für eine Anlage, die einer der Fonds tätigen würde, der andere/die anderen dagegen nicht.

Alle drei Produkte können flexibel in mehreren Assetklassen auf der ganzen Welt investieren und können dabei prinzipiell dieselben Arten von Investments tätigen. Sowohl der M&G (Lux) Dynamic Allocation Fund als auch der M&G (Lux) Conservative Allocation Fund haben die Möglichkeit zum Eingehen von Short-Positionen.

Davon haben sie kürzlich im Fall von deutschen Bundesanleihen Gebrauch gemacht, die aus unserer Sicht stark überbewertet erschienen. Dagegen ist es im Fall des M&G (Lux) Income Allocation Fund aufgrund seines Fokus auf laufende Erträge unwahrscheinlich, dass er Short-Positionen eingeht; er hat stattdessen einfach auf ein Engagement in Bundesanleihen verzichtet.

6.) In welche Anlageklassen investieren sie außer Aktien und Staatsanleihen?

Anlegen können wir auch in Unternehmensanleihen, Währungen, Immobilien (über entsprechend spezialisierte Fonds), Infrastruktur und Wandelanleihen. Die jeweiligen Allokationen unterscheiden sich bei den drei Fonds entsprechend dem Risikoprofil, den Bewertungen der Assets sowie den allgemeinen Anlagezielen und -restriktionen der Fonds.

7.) Welche Instrumente verwenden Sie bei Ihren Investments? Welche Rolle spielen Einzeltitel?

Die Multi Asset-Fonds von M&G verfügen über eine erhebliche Flexibilität, was die Allokation ihrer Mittel angeht und welche Arten von Instrumenten sie dabei nutzen. Aus unserer Sicht ist das einer der Hauptgründe, weshalb sie in ganz unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen eine Outperformance erzielen können. Im Allgemeinen werden Anlageentscheidungen zunächst mithilfe von Derivaten wie zum Beispiel Indexfutures umgesetzt. 

Einzeltitel spielen im Rahmen des Investmentprozesses keine große Rolle, obwohl das Engagement in einem bestimmten Marktsegment über einen „Korb“ aus Einzelaktien mit geeigneter Charakteristik erfolgen kann, etwa Minenwerte oder europäische Banken. Die Ausrichtung auf laufende Erträge beim M&G (Lux) Income Allocation Fund führt dazu, dass das angestrebte Exposure für gewöhnlich mithilfe von Körben aus physischen Wertpapieren realisiert wird, beispielsweise japanischen Aktien oder Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Rating.

8.) In welchen Assetklassen/Segmenten/Märkten sehen Sie derzeit gute Chancen?

Für uns stellt die Risikoprämie von Aktien weiterhin das attraktivste Bewertungssignal dar. Dafür spricht, dass die Renditen der meisten gängigen Staatsanleihen auf sehr niedrigen – und damit für Korrekturen anfälligen – Niveaus liegen. Deshalb weisen unsere Portfolios allgemein eine risiko- und wachstumsorientierte Tendenz auf.

Im Rahmen unserer Präferenz für Aktien bevorzugen wir aktuell die Börsen in Europa und Asien, bestimmte Segmente des US-Markts wie Banken und Biotechnologie sowie ausgewählte Titel aus Schwellenländern. In den Emerging Markets favorisieren wir auch Staatsanleihen diverser Länder wie zum Beispiel Mexiko und Brasilien. Außerdem haben wir kürzlich eine Position in südafrikanischen Staatspapieren aufgebaut.

9.) Welche Segmente meiden Sie (oder wo gehen Sie Short-Positionen ein)?

Wir halten Staatsanleihen aus entwickelten Ländern selbst beim gegenwärtigen Stand der Inflation für unattraktiv. Ihre Kurse sind weiterhin sehr anfällig für den Fall einer strafferen Geldpolitik, nachdem sie von anhaltenden Käufen der Notenbanken im Rahmen von deren Niedrigzinspolitik profitiert haben. Wir halten außerdem an einer Short-Position auf den S&P 500 Index fest, da US-Aktien im Vergleich zu anderen Börsen inzwischen allgemein hoch bewertet sind.

10.) Welche Faktoren und Risiken werden die für die Kapitalmärkte wichtigsten im verbleibenden Teil des Jahres sein?

Die erhöhte Volatilität Anfang 2018 – die sich in allen Anlageklassen bemerkbar machte – steht im Einklang mit der Einschätzung, dass Staatsanleihen eine Quelle verstärkter Kursschwankungen bei Aktien sind, anstatt einen Schutz dagegen zu bieten.

Wie wir gesehen haben, haben sich die Korrelationen zwischen den einzelnen Assetklassen verschoben. Mangels einer Anlageklasse, die die Charakterisierung als „sicherer Hafen“ verdient, kommt es bei der Ausnutzung von Marktbewegungen entscheidend auf Flexibilität und Selektivität an – also die Fähigkeit, gezielt Chancen an den gesamten globalen Finanzmärkten zu nutzen.

Ebenso wichtig für Fondsmanager ist es, auf die Anlage in Assets verzichten zu können, die aus ihrer Sicht keinen Mehrwert bieten. Dazu kann die Möglichkeit gehören, Short-Positionen in Anlageklassen einzugehen, die der Manager für unattraktiv hält, oder eine negative Durationsposition aufzubauen.
 

*Der M&G (Lux) Dynamic Allocation Fund, M&G (Lux) Income Allocation Fund und M&G (Lux) Conservative Allocation Fund, in Luxemburg zugelassene SICAV-Fonds, wurden am 16. Januar 2018 aufgelegt. Am 16. März 2018 sind der M&G Dynamic Allocation Fund, M&G Income Allocation Fund und der M&G Prudent Allocation Fund, (eigenständige in Großbritannien zugelassene OGAW-Fonds) in die entsprechenden SICAV-Fonds übergegangen. Die SICAV-Fonds werden von denselben Fondsmanagern verwaltet und verfolgen dieselben Anlagestrategien wie die in Großbritannien zugelassenen OGAW-Fonds. Die Fonds ermöglichen die weitgehende Verwendung von Derivaten. Wechselkursänderungen werden sich auf den Wert Ihrer Anlage auswirken. Der Wert der Anlagen und die daraus erzielten Erträge werden steigen und fallen. Dies wird dazu führen, dass der Fondspreis sowie ggf. vom Fonds gezahlte Erträge fallen und steigen. Es gibt keine Garantie dafür, dass der Fonds sein Ziel erreichen wird, und Sie bekommen Ihren ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht zurück. Das vorliegende Dokument richtet sich ausschließlich an professionelle Anleger und ist nicht zur Weitergabe bestimmt. Andere Personen sollten sich nicht auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Satzung, der Jahres- oder Halbjahresbericht und die Geschäftsberichte sind auf Englisch, die wesentlichen Anlegerinformationen auf Deutsch und der Verkaufsprospekt in beiden Sprachen in gedruckter Form kostenlos beim ACD erhältlich: M&G Securities Limited, Laurence Pountney Hill, London, EC4R 0HH, Großbritannien; oder von einem der folgenden Vertreibern – M&G International Investments S.A., Deutsche Niederlassung, mainBuilding, Taunusanlage 19, 60325 Frankfurt am Main und auf www.mandg.de. Bitte lesen Sie vor der Zeichnung von Anteilen den Verkaufsprospekt, in dem die mit diesen Fonds verbundenen Anlagerisiken aufgeführt sind. Diese Finanzwerbung wird herausgegeben von M&G Securities Ltd. Eingetragener Sitz: Laurence Pountney Hill, London EC4R 0HH, von der Financial Conduct Authority in Großbritannien autorisiert und beaufsichtigt.