Erdogan will die Türkei selbst aus der Krise führen

„Ich habe jedem Minister gesagt, dass man von ihnen niemals eine intellektuelle Beratung erhalten wird. Wir brauchen keine Beratung, weil wir uns selbst helfen“, so der türkische Präsident, der sich bereits am Samstag in Ankara gegenüber der AKP-Partei dagegen aussprach, die Dienste von McKinsey in Anspruch nehmen. „Solange ich lebe, wird die Türkei niemals unter das Joch einer internationalen Institution gestellt.“ Die Idee, die Türkei solle mit der Unternehmensberatung kooperieren, wurde auch von Seiten der CHP, einer Oppositionspartei, kritisiert.


Die Gründe für die Krise

Die Währungskrise, in der sich die Türkei momentan befindet, dauert schon seit einigen Monaten und wird - so Experten - wohl kein schnelles Ende finden können. Seit Beginn des Jahres hat die türkische Währung rund 40 Prozent des Werts gegenüber dem US-Dollar einbüßen müssen. Der Umstand, dass die Türkei derzeit kein gutes Verhältnis zu den Amerikanern pflegt, sei einer der Hauptgründe für die Währungskrise - nebenbei sind aber auch die hohe Inflation sowie das hohe Leistungsbilanzdefizit mitverantwortlich, sodass auch nicht die Rede von einem baldigen Ende sein kann.


Inflation soll auf 6,0 Prozent gesenkt werden

Im September stiegen die Verbraucherpreise - zieht man den Jahresvergleich heran - um 24,5 Prozent. Das ist nicht nur ein extrem steiler Anstieg, sondern zudem auch die höchste Teuerungsrate seit dem Juni 2003. Bereits Mitte September wurde von Seiten der türkischen Notenbank der Leitzins angehoben - Erdogan sprach sich zwar dagegen aus, um die Lira-Schwäche in den Griff zu bekommen, jedoch hörten die Verantwortlichen der Notenbank nicht auf den türkischen Präsidenten. Bis zum Jahr 2021 möchte man die Inflation auf 6,0 Prozent senken - Albayrak, der türkische Finanzminister, präsentierte bislang aber nur das Ziel und keinen Fahrplan.