Erstes Weltraumhotel: Check-In 2022

Für viele Menschen ist ein Aufenthalt im Weltraum noch immer ein utopischer Lebenstraum. Zumindest für jene, die das nötige Kleingeld besitzen, könnte der Urlaub im Erdorbit aber schon bald zur Realität werden. Diese Möglichkeit bieten gleich zwei Unternehmen, die in den kommenden Jahren eine eigene Weltraumstation im All betreiben möchten. Diese sollen größtenteils als Hotels eingerichtet werden und einer gut betuchten Kundschaft den ewigen Traum der Menschheit erfüllen.

Dass immer mehr private Unternehmen in den Weltraum drängen, dürfte sich spätestens nach dem Erfolg der SpaceX Missionen von Tesla-Gründer Elon Musk gezeigt haben. Was das Unternehmen Orion Span dort plant, ist aber noch einmal aus einer ganz anderen Kategorie. Die Firma will bis 2022 eine eigene Station im Orbit etablieren und diese als Unterkunft für Touristen im Weltraum zur Verfügung stellen. Die Station soll nach dem Willen von Orion Span dabei gleich mehrere Funktionen erfüllen. Zum einen sollen die gut betuchten Gäste, die sich einen solchen Aufenthalt leisten können, dort die Erfahrungen wie in einem Hotel machen. Sie werden zu klassischen Astronauten - oder werden die Möglichkeit haben, einfach mit Freunden zu chatten, Filme zu schauen oder sich einfach mal ein wenig im Weltraum zu entspannen.

In den Zeiten, in denen keine Gäste dort sind, soll die Station an Nationen oder an Unternehmen vermietet werden, die diese spezielle Umgebung nutzen. Von der Produktion von Gegenständen, die nur in der Schwerelosigkeit hergestellt werden können bis hin zum Weltraum-Hotel für die Astronauten von Nationen ist also alles möglich.

Reservierungen für das eigene Zimmer können bereits jetzt vorgenommen werden: Wer etwa 9,5 Millionen Dollar aufbringen kann, kann sich für einen 12-tägigen Aufenthalt in der Station anmelden. Darin enthalten sind die Verpflegung, die Vorbereitung und natürlich das Training für den Aufenthalt in der Schwerelosigkeit. Auch enthalten ist zum Glück der Transport zur Station - immerhin kann man sich also glücklich schätzen, dass in dem Paket nicht auch noch Transit-Gebühren aufgerechnet werden.


Orion Span macht Fortschritte und erhält Konkurrenz

Bis 2020 sollen die ersten Module getestet und im Anschluss in das All geschossen werden. Dann wird man sich darum bemühen, dass die entsprechende Station möglichst schnell aufgebaut ist und schließlich bis 2022 für die zahlenden Kunden zur Verfügung steht. Derzeit überlegt man zudem noch, welche Möglichkeiten und Annehmlichkeiten man bis dahin noch in die Station einbauen kann. Ausreichend Know-How dürfte vorhanden sein: Hinter Orion Span stehen vor allem ehemalige Mitarbeiter der NASA und Spezialisten aus Zulieferer-Firmen wie ARES.

Einzigartig ist die Idee zudem nicht. Mindestens zwei weitere Unternehmen planen, bis in das Jahr 2023 eine eigene Station im Weltall zu etablieren und somit eine Alternative zu dem Angebot von Orion Span zu bieten. Es bleibt abzuwarten, wie die Testphasen in den nächsten Jahren verlaufen und ob tatsächlich schon in vier Jahren die ersten Touristen Netflix im Weltall schauen können.