ETF-Namen: Information oder wirre Buchstabenkombinationen?

Börsengehandelte Indexfonds erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, gelten sie doch als einfach, transparent und flexibel. Die Bezeichnungen und Inhalte der ETFs erschließen sich aber nicht sofort. Diese kleine Anleiteung schafft Abhilfe.

Wer auf der Suche nach einem ETF ist, der wird feststellen, dass die Bezeichnungen lang und auch sperrig sind. Doch schon im Namen stecken Informationen, die Anlegern helfen können, wenn es um die Antwort auf die Frage geht, um welche ETF-Art es sich handelt. Der ETF-Namen setzt sich nämlich immer aus drei oder vier Teilen zusammen - so geht es um den zugrundeliegenden Index, um den Hinweis zur Anteilsklasse und um regulatorische Hinweise. Mitunter können an letzter Position auch Informationen über die Währung oder das Domizil des ETF stehen.


Die drei Hauptpositionen

Zu Beginn steht der ETF-Emittent - beispielsweise Xtrackers, Lyxor oder iShares.

An der zweiten Stelle geht es um den zugrundeliegenden Index - beispielsweise DAX, iBoxx Euro Germany 1-3 oder auch Euro Stoxx 50. Schon aus dem Indexnamen wird schnell klar, um welches Land/Region und um welche Anlageklasse es sich dreht. Zudem wird auch bei manchen Titeln angeführt, ob es sich um einen Kurs- oder Preis- oder um einen Performance-Index handelt. Während der Performanceindex Dividendenausschüttungen und Kapitalveränderungen miteinbezieht (GR = Gross Return, TR = Total Return), wird bei den Bezeichnungen TNR (Total Net Return) oder NR (Net Return) darauf hingewiesen, dass bei der Berechnung der Nettozinsen und Nettodividenden die Subtraktionen von der Quellensteuer berücksichtigt werden. An dritter Position finden sich die regulatorischen Hinweise. Alle ETFs, die an den Frankfurter Börse gelistet sind, werden als UCITS-ETFs bezeichnet - UCITS heißt, dass sich der ETF an die Regeln der Europäischen Union halten muss (UCITS = „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“ - übersetzt: „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere“). Das bedeutet, hier wird festgeschrieben, in welche Finanzinstrumente und Vermögensgegenstände die Fondsgesellschaft investieren darf. Danach findet sich im Titel die Bezeichnung „ETF“. So wird der ETF von ähnlich klingenden Produkten abgegrenzt - so etwa von ETNs (Exchange Traded Notes), von ETCs (Exchange Traded Commodities) und auch von ETPs (Exchange Traded Products).


Welche Informationen noch aus dem Namen herausgelesen werden können

Mitunter kann auch noch eine vierte Bezeichnung im Namen zu finden sein. Lautet der ETF auf eine andere Währung außer dem Euro, so wird diese im Namen angeführt - beispielsweise GBP (britisches Pfund), CHF (Schweizer Franken) oder auch USD (US-Dollar). Möchte man etwaige Wechselkursrisiken vermeiden, ist es wichtig, dass man auf eine Währungsabsicherung achtet. Hier geht es um „daily hedged“ (tägliche Währungsabsicherung) oder um „monthly hedged“ (monatliche Absicherung). ACC, C, D, Dis und Dist beschreiben sogenannte Ertragsverwendungen. Die Erträge können beispielsweise in Form von Zinsen oder Dividenden auch bei den ETFs einbehalten (thesaurierend) oder an den Anleger ausbezahlt werden. C oder Acc („capitalisation“ oder „accumulating“) stehen für thesaurierend, D, Dis oder Dist für ausschüttend („distributing“). Selten finden sich hingegen Hinweise auf das ETF-Domizil; in der Regel führt der Anbieter nur das Domizil an, wenn steuerliche Vorteile möglich sind.